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Ölpest: Hungrige Bakterien fressen mehr als erwartet

Mittwoch, 25. August 2010, 10:37 Uhr

Eine neue entdeckte Mikrobenart hat laut Forschern Ölschwaden von der Grösse Manhattens in den Tiefen des Golfs von Mexiko vernichtet. Die sogenannten Proteobakterien wurden offensichtlich durch die Ölpest angeregt. Trotz des Riesenhungers geht den fleissigen «Ölfressern» die Nahrung nicht so schnell aus.

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Die Mikroorganismen könnten Kohlenwasserstoffe schneller als angenommen abbauen, schreiben US-Forscher im Fachmagazin «Science». Dabei verringerten sie - anders als die meisten bekannten Öl-zersetzenden Bakterien - den vorhandenen Sauerstoff nicht in bedeutendem Ausmass.

Bereits zwei Wochen nach dem Abdecken des leckgeschlagenen Bohrlochs Mitte Juli seien die untersuchten Ölschwaden nicht mehr nachweisbar gewesen, sagte Terry Hazen vom Lawrence Berkeley vom National Laboratory.

Die Gefahr ist noch nicht gebannt

Es sei jedoch ein Phänomen namens Meeresschnee aufgetreten, das darauf hingedeutet habe, dass sich die Mikroben an den Kohlenwasserstoffen gütlich getan hätten. Auch heute gibt es laut den Forschern keine Anzeichen mehr für den untersuchten Ölschwaden.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass von den 4,9 Millionen Fass Rohöl, die nach der Explosion der BP-Bohrinsel ins Meer geflossen sind, nichts mehr übrig ist. Nach dem Untergang der Plattform «Deepwater Horizon» erreichte der Ölteppich zeitweise das Ausmass von fast 10'000 Quadratkilometern. Dies entspricht einem Viertel der Fläche der Schweiz.

Livestream vom Bohrloch

Auf der Internetseite des Erdölkonzerns BP kann die Operation «Static Kill» zur Schliessung des Bohrlochs live mitverfolgt werden.

Grosser Nahrungsvorrat für die Mikroorganismen

Erste vor wenigen Tagen publizierte «Science», dass Forscher in etwa 900 Metern Tiefe einer riesige Ölfahne entdeckte hätten. Das Gemisch aus Öl und Wasser, dessen Existenz bislang nur vermutet worden war, sei etwa 35 Kilometer lang und etwa zwei Kilometer breit, hiess es damals im Fachmagazin.

Schätzungen der US-Regierung von Anfang August zufolge sind 50 Prozent des Öls aus dem Golf verschwunden, der Rest baut sich demnach rasch ab. Die Nahrung für die gefrässigen Kleintiere dürfte aber noch lange nicht ausgehen.

(sda/blur)

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