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Hochwasser Asien

Not in Pakistan: «Wenn der Mensch zum Tier wird»

Franziska Engelhardt
Samstag, 21. August 2010, 20:58 Uhr

Pakistan steht zu einem Fünftel unter Wasser. Im Nordwesten jedoch können die Leute in ihre Dörfer zurückkehren. Sie müssen sehen: alles verloren. SF-Sonderkorrespondent Erwin Schmid hat miterlebt, wie Menschen in der Verzweiflung zu Tieren werden.

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Seit Beginn der Überschwemmungen vor dreieinhalb Wochen sind Menschen täglich nur damit beschäftigt, etwas Essbares zu finden.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) schickt seine Leute gezielt in die Katastrophenregionen, wie Erwin Schmid erfahren hat. Auf Listen würden die Namen jedes einzelnen Familienmitglieds geschrieben. So würden dann die Hilfsgüter an alle gerecht verteilt.

Die pakistanische Hilfe verlaufe anders, so Schmid. Das seien Lieferungen der Armee oder privater Wohltäter – etwa reiche Feudalherren -, die mit Lastwagen Hauptstrassen entlang fahren. Dann werden säckeweise Reis oder Weizen heruntergeworfen. Wer etwas ergattert, hat Glück.

Artet die Situation aus, flüchten die Retter

Schmid schildert auch eine solche, anfänglich organisierte Verteilung: die Leute stehen in einer Reihe vor dem Lastwagen. Frauen, Männer, Kinder. Dann fängt ein Gerangel an. Eine Menschentraube bildet sich da, wo die Helfer die Reissäcke herausgeben. Die Leute beginnen sich zu prügeln.

Die Situation artet aus, aus Angst fährt der Lastwagen davon. «Dies war etwas vom Beklemmendsten, was ich gesehen habe. Wie der Mensch, wenn er Hunger hat, zum Tier wird.»

Dies sei aber verständlich, wenn Leute drei Wochen kaum etwas zu essen haben und dann endlich ein Lastwagen komme. «Sie kämpfen gegeneinander ums Überleben», so Schmid.

Das Wasser hat die Lehmhäuser aufgelöst

Im Nordwesten kehren die Menschen wieder in ihre Dörfer zurück. Schmid hat im Dorf Mohib Banda in der Nähe der Stadt Peshawar gesehen, wie die Menschen von Hand Gräben schaufeln, damit das Wasser abläuft. Die Leute versuchen sofort zu flicken und aufzuräumen, was noch zu retten ist.

Bild Porträt von SF-Sonderkorrespondent Erwin Schmid.
SF-Sonderkorrespondent Erwin Schmid befindet sich zurzeit im Nordwesten Pakistans. sf

«Als wir ankamen, sind die Leute sofort zu uns gelaufen. Der 32-jährige Familienvater Nawab Khan hat uns gezeigt, wo sein Haus stand. Es waren nur noch Erdhüge zu sehen», erzählt Schmid. Die Häuser sind aus Lehm gebaut. Das Wasser hat alles aufgelöst.

Bewohner sind doppelt gestraft

«Khan zeigte uns Säcke, wo Mais drin gelagert war: die Kolben waren grau. Das aufgeweichte Reis, welches er uns unter die Nase hielt, roch faulig.» Laut Schmid haben die Menschen ihre gesamten Essensvorräte verloren. Nicht nur die im Haus für ein Jahr eingelagerten Grundnahrungsmittel. Wegen der überfluteten Felder ist auch die kommende Ernte verloren.

Erwin Schmid unterwegs mit dem IKRK (Tagesschau vom 22.08.2010)

Besonders tragisch an dieser Situation ist gemäss Schmid, dass die Menschen hier im Nordwesten Pakistans schon vor der Flutkatastrophe unter schlimmen Verhältnissen lebten. Durch den Konflikt zwischen Regierungstruppen und Taliban-Kämpfer mussten viele Menschen flüchten und lebten bereits in Flüchtlingslagern.

Schlimmste Orte noch nicht erreichbar

«Das IKRK hatte die Menschen hier schon als Flüchtlinge des internen Konflikts betreut und jetzt noch das. Es ist doppelt traurig zu sehen, dass die selben Leute mehrmals schwer vom Schicksal getroffen werden.»

Schmid hat als Reporter schlimme Orte gesehen. Er gibt aber zu bedenken, dass immer noch zahlreiche Gebiete gebe, in denen der Zustand noch viel prekärer sei. Ausser Helikopter kämen an diese Orte weder Fernseh- noch Rettungsteams.

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E. Hediger, Frick
(donemilio Mann)
Verfasst am: 23.8.2010 13:19

Geld Sammeln

Bei diesen Bildern bin ich froh dass ich keinen... mehr

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P. Gerber, Mumpf
(qpeter Mann)
Verfasst am: 21.8.2010 23:31

schande

über jeden Mückenscheiss wir hier geschrieben.... [2]  mehr

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