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Hochwasser Asien

Flut in Pakistan: UNO-Staaten erhöhen Hilfszusagen

Freitag, 20. August 2010, 3:22 Uhr, Aktualisiert 09:24 Uhr

Bei einer Sondersitzung der Vereinten Nationen zur Hochwasserkatastrophe in Pakistan haben zahlreiche Länder ihre Hilfszusagen deutlich erhöht. Die von den UNO angestrebte Soforthilfe in Höhe von 460 Millionen Dollar (474 Millionen Franken) dürfte damit erreicht worden sein. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeichnete zuvor ein drastisches Bild der Situation vor Ort.

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Weitere Regenfälle sorgen in Pakistan für erneutes Leid

Die USA als grösstes Geberland wollten zusätzliche 60 Millionen Dollar aufbringen, erklärte US-Aussenministerin Hillary Clinton. Der Beitrag Washingtons erhöht sich damit auf mehr als 150 Millionen Dollar.

Grosszügiger als nach Haiti-Beben

Die EU hob ihre Zusagen auf mehr als 180 Millionen Dollar an. Grossbritannien kündigte eine Verdoppelung seiner Hilfe auf fast 100 Millionen Dollar an, zusätzlich zu 25 Millionen an öffentlichen Spenden. Deutschland erhöhte seine Hilfszusagen auf 32 Millionen Dollar.

«Pakistan braucht eine Flut von Unterstützung.»
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon

Zu Beginn der Sondersitzung hatte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon die Vollversammlung eindringlich um eine stärkere Unterstützung der Flutopfer gebeten. Die Weltgemeinschaft müsse noch grosszügiger sein als nach dem Tsunami 2004 im Indischen Ozean oder dem Erdbeben in Haiti Anfang des Jahres, da das Hochwasser eine noch grössere «globale Katastrophe«» sei, forderte Ban.

«Pakistan mit Zeitlupen-Tsunami konfrontiert»

Nach Angaben der pakistanischen Regierung benötigen 20 Millionen Menschen Unterkunft, Nahrungsmittel und Wasser. «Eine Katastrophe wie diese hat die Welt bisher kaum gesehen», sagte Ban, und entsprechend umfangreich müsse die Hilfe ausfallen. «Pakistan braucht eine Flut von Unterstützung.» Das Land sei mit «einem Zeitlupen-Tsunami konfrontiert, dessen Kraft der Zerstörung sich mit der Zeit verstärkt».

Vor der Sitzung hatten Geberländer die Hälfte der Summe zugesagt, um die die UNO zur Versorgung von acht Millionen Flutopfern in den kommenden drei Monaten gebeten hatten. Ban betonte aber, die gesamte Summe sei sofort nötig - und viel mehr werde später noch gebraucht.

«Feldfrüchte im Wert von einer Milliarde Dollar sind vernichtet worden.»
Pakistans Aussenminister Shah Mahmood Qureshi

Die Schweiz gab bisher vier Millionen Franken für Soforthilfe frei. Drei Millionen stehen dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zur Verfügung und eine Million dem Welternährungsprogramm (WFP). Zusätzlich beschloss der Bundesrat, Pakistan mit Armee-Helikoptern auszuhelfen.

Jeder zehnte Bewohner ist mittellos

Der pakistanische Aussenminister Shah Mahmood Qureshi sagte nach der Sondersitzung, ihm sei versichert worden, dass das Ziel von 460 Millionen Dollar erreicht werde, darunter mehr als 100 Millionen von Saudi-Arabien.

Jeder zehnte Pakistaner sei durch die Flut völlig mittellos geworden, sagte Qureshi. Feldfrüchte im Wert von Milliarden Dollar seien vernichtet worden, und da der Monsun anhalte, werde sich die Lage vermutlich noch verschlimmern.

(apn/halp)

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