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SG: 15-Jährige will in der Schule weiterhin Kopftuch tragen

Mittwoch, 18. August 2010, 18:17 Uhr, Aktualisiert 19.08.2010, 8:35 Uhr

Der Regierungsrat des Kantons St. Gallen hat eine Empfehlung an die Schulen herausgegeben, Kopftücher zu verbieten. Der Grund für die Empfehlung sind zwei muslimische Mädchen, die sich weigern, ohne Kopftücher die Schule zu besuchen. Eines der Mädchen äussert sich gegenüber «Schweiz aktuell».

Streit um Kopftuch («Schweiz aktuell», 18.8.2010)

«Schweiz aktuell» hat die 15-jährige Enisa in der bosnischen Moschee in Chur getroffen und sie gefragt, wieso sie sich entschieden hat, das Kopftuch zu tragen. «Gott verlangt das von mir, der Prophet hat auch gesagt, dass man das Kopftuch tragen soll.»

Vater hätte warten können

Dass die Schulbehörde ihr das Tragen des Kopftuches verbieten will, kann sie nicht verstehen. «Das Kopftuch ist Teil meines Glaubens, die anderen Schülerinnen und Schüler dürfen ja auch ihren Glauben praktizieren.»

Die Behörden in Bad Ragaz wollen dazu keine Stellung nehmen. Das Kopftuchverbot an der Schule habe einen «methodisch-didaktischen» Hintergrund. Man wolle im Unterricht keine störende oder ablenkende Utensilien.

Enisas Vater findet es nicht gut, dass sie jetzt schon das Kopftuch trägt. Sie hätte warten sollen, bis sie 18 Jahre alt ist. Aber: «Da kann man nichts machen, das ist definitiv, sie will das Kopftuch für immer tragen, weil der Koran das so sagt.»

In andere Gemeinde ziehen

Für Enisa ist klar was sie machen will, wenn sie das Kopftuch in der Schule nicht mehr tragen darf: «Dann würden wir wegziehen.» Ende Monat trifft sich die regionale Schulaufsicht Sargans mit Enisas Eltern zu einem Gespräch.

Die andere Schülerin aus Heerbrugg ist wegen des Verbots in eine Gemeinde gezogen, die das Kopftuchtragen in der Schule erlaubt.

(sf/fasc)