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Wohin fliesst das Spendengeld in Pakistan?

Alexandros Koulouris
Dienstag, 17. August 2010, 18:50 Uhr, Aktualisiert 20:20 Uhr

Einen Tag vor dem nationalen Sammeltag für die Flutopfer in Asien ist die Glückskette zuversichtlich, dass trotz spärlichem Spendenbeginn ein grosser Endbetrag zusammenkommt. Doch was passiert nun mit den Spendengeldern? Und erhalten wirklich die Bedürftigen Hilfe oder fliesst das Geld in die Taschen korrupter Verwaltungen?

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Pakistan-Spendeingänge der Glückskette Die Glückskette hat am 3. August ein Spendenkonto für die Flutopfer in Pakistan und den angrenzenden Gebieten eröffnet. Am 10. August wurde der Aufruf verstärkt. Danach wurde die Millionen-Grenze überschritten. Quelle: Glückskette

«Die Angst, dass Spendengeld in die Taschen korrupter Behörden fliesst, ist unbegründet», erklärt Priska Spörri, Pressesprecherin der Glückskette gegenüber «tagesschau.sf.tv». «Denn wir arbeiten gar nicht mit den Behörden zusammen».

Bild Leute räumen Hilgsgüter aus Lastwagen.
Hilfsgüter werden direkt an die Bedürftigen verteilt, und nicht über die örtlichen Behörden. reuters

Die Glückskette habe den Vorteil, dass die humanitäre Hilfe über Partnerhilfswerke vor Ort direkt an die Bedürftigen verteilt werde. Damit werde sichergestellt, dass die Spenden nicht in den Taschen der korrupten pakistanischen Verwaltung versickerten.

Dennoch haftet dem Land ein negativer Ruf an, der das Spendeverhalten im Westen negativ beeinflussen könnte. Das bestätigte Reinhard Schulze, Nahost-Experte der Universität Bern, gegenüber der «Tagesschau». Die öffentliche Wahrnehmung Pakistans bei uns in Europa sei geprägt vom dort keimenden Terrorismus.

Nahost-Experte Schulze über den Ruf Pakistans

Auch Glückskette-Sprecherin Spörri spricht nicht ab, dass manche Leute zögern, Geld für Pakistan zu spenden - zu negativ lasten Schlagzeilen von Korruption, Misswirtschaft und Terrorismus auf dem Land. Doch solche Vorbehalte gebe es auch bei anderen Katastrophengebieten, sagte Spörri.

Rückfinanzierung von schneller Hilfe

Vor allem in der ersten Phase, der sogenannten Nothilfe, finanziere die Glückskette Gütertransporte, die bereits getätigt wurden und nachgeprüft werden können, so Spörri. «Wir gewährleisten die Rückfinanzierung von sofort geliefertem Trinkwasser, Medikamenten, Lebensmitteln und Zelten». Schnelle Hilfe sei in der ersten Phase lebenswichtig.

Schweizer Hilfswerke im Einsatz

Die Vereinten Nationen koordinieren nach Ausruf des Notstands die internationale Hilfe und somit auch wie und wo genau die acht Partnerhilfswerke der Glückskette Hilfe leisten.

Sehen sie hier die Einsätze der Schweizer Hilfswerke.

Auch beim Wiederaufbau, der zweiten, längerfristigen Phase der Hilfe, fliesst Geld gemäss Spörri direkt in konkrete Projekte und nicht an die Behörden oder sonstige, nicht kontrollierbare Quellen. «Die Hilfswerke geben nach Erkundung der Lage Projekte ein», erklärt Spörri den Verlauf. Eine Kommission von Experten, bestehend aus Ärzten, Architekten, Ökonomen sowie Hilfswerkvertretern prüfe danach die Eingabe.

Spenden werden danach entsprechend des Fortschritts des Projektes tranchenweise abgerufen. Ausserdem werde die Umsetzung und Finanzierung durch Experten der Glückskette vor Ort kontrolliert.

Schweizer Hilfe vor Ort

«Die Nothilfe wird in Pakistan länger als in Haiti dauern», sagt Nikolai Fischer, Programmverantwortlicher der Caritas, einem der acht Partnerhilfswerke der Glückskette. Durch die Zerstörung der Ernte sei rund 80% der Bevölkerung stark betroffen. Die Mehrheit der Pakistani sei nämlich direkt davon abhängig.

Glückskette Sammeltag am Mittwoch

Beim nationalen Sammeltag vom Mittwoch sammelt die Glückskette zugunsten der Opfer der verheerenden Überschwemmungen in Pakistan und angrenzenden Gebieten.

Hier finden Sie sämtliche Informationen.

Direkte Hilfe vor Ort leistet die Caritas in Zusammenarbeit mit der türkischen NGO Anatolian Development Foundation (ADF). «Eine Verbindung, die seit über 30 Jahren besteht», sagt Fischer. Die beiden Organisationen arbeiteten unter anderem in der Türkei, im Iran, Irak und 2005 in Pakistan zusammen.

Besseres Standing bei Muslimen

«Es geht um die optimale Nutzung der Kernkompetenzen», erklärt Fischer die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit. ADF sei bereits seit 2001 mit einem Büro im Gebiet vertreten und spezialisiert auf Nothilfe. Zusätzlich geniesse die ADF als Organisation aus einem muslimischen Land eine hohe Akzeptanz.

Den direkt Betroffenen sei egal, woher die Hilfe komme. Lokale Politiker aber, so Fischer, versuchen teilweise mit humanitärer Hilfe die Meinung der Bevölkerung zu beeinflussen. Die Caritas übernimmt in solchen Zusammenarbeiten das Monitoring der Nothilfe, welche ADF leistet, und ist selbst anwesend beim Transport der Güter, der Verteilung und im Aufbau von Kliniken und Zelten.

Bild Kinder ringen um ein Hilfsgut.
Hilfsgüter sind aufgrund der überfluteten Anfahrtswege sehr spärlich. reuters

Diese Hilfe ist dringend nötig. «Vor allem an Transportmöglichkeiten der Hilfsgüter mangelt es», sagt Erwin Schmid, SF-Sonderkorrespondent in Pakistan. Finanzielle Mittel für Helikopter zum Beispiel werden sehnlichst erwartet.

Bereits ansässige Hilfsorganisationen haben ihr Möglichstes getan, so Schmid. Nun bleibe ihnen aber nichts anderes übrig, als auf Nachschub und Verstärkung zu warten.

Bild Karte Pakistan
Vor allem der Norden des Landes ist durch die Fluten arg in Leidenschaft gezogen. sf
Kommentare aktiv...

A. Möbius, Berlin
(moe_bius Mann)
Verfasst am: 18.8.2010 15:46

Den grössten Profit

holen nach wie vor die Hilfswerke und die... [1]  mehr

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J. Ehrsam, Badian
(seppehrsam Mann)
Verfasst am: 17.8.2010 22:39

Wohin?

Ich habe weniger Angst dass die Spenden in... mehr

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J. Ehrsam, Badian
(seppehrsam Mann)
Verfasst am: 17.8.2010 22:33

Glauben macht blöd....

warum bittet man immer den normalen Arbeiter, der... mehr

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