International
Ban fordert Solidarität mit Flutopfern
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat das Katastrophengebiet in Pakistan besucht. Danach ist er in Islamabad mit pakistanischen Regierungsvertretern zusammenkommen. Er fordert von der internationalen Gemeinschaft schnellere Hilfe für die Flutopfer. Derweil machte sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy für eine EU-Eingreiftruppe für das Krisengebiet stark.
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Nach UNO-Angaben ist erst ein Viertel der für den ersten Hilfseinsatz benötigten 459 Millionen Dollar angekommen. 14 Millionen Menschen seien betroffen; 1600 Menschen starben bisher.
Ban überflog zerstörte Gebiete in der Provinz Punjab und traf in Muzaffargarh Überlebende. Zudem traf er sich mit Präsident Asif Ali Zardari und Premier Yousuf Raza Gilani. Gilani zeichnete dabei ein dramatisches Bild von der Lage: 20 Millionen Menschen seien obdachlos, sagte er.
Indes hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy die Bildung einer EU-Eingreiftruppe gefordert. Frankreich werde in Kürze konkrete Vorschläge dazu machen, schrieb Sarkozy in einem Brief an EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso.
«Nach Haiti und den Bränden in Russland müssen wir die Konsequenzen ziehen und eine echte EU-Eingreiftruppe für solche Krisenfälle aufbauen, die auf den nationalen Mitteln der Mitglieder beruht», hiess es im Schreiben.
Sarkozy: «EU sich komplett engagieren»
Mit Blick auf Pakistan sagte Sarkozy logistische Unterstützung durch Schiffe und Flugzeuge zu, um Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete zu schaffen. «In dieser aussergewöhnlichen Situation muss die Europäische Union sich komplett engagieren», schrieb Sarkozy. Es liege auch im Interesse Europas, die Entwicklung und Stabilität dieses Landes zu fördern.
Hilfe aus dem Ausland
Die Wassermassen hätten Lebensmittelvorräte und Ernte vernichtet. Für die nationale Wirtschaft sei dies ein «kolossaler Verlust».
Gemäss den Behörden ist ein Viertel der Fläche Pakistans überflutet. Das ist ein Gebiet von der Grösse Italiens. Durch neue Fluten wurden hunderte Dörfer in der südwestlichen Provinz Belutschistan verwüstet; zehntausende Menschen flohen.
In vielen Gebieten warten die Menschen nach wie vor auf Hilfe. Die Gründe dafür sind einerseits in der schieren Grösse der Flutgebiete zu suchen und andererseits in der hilflosen Reaktion der Regierung. Präsident Zardari zieht dabei derzeit die meiste Wut auf sich - die Menschen können ihm nicht verzeihen, dass er eine zweiwöchige Europareise nicht vorzeitig abbrach.
Tote durch Unterernährung
Aus einzelnen Regionen wurden erneut Plünderungen und Angriffe auf Hilfskonvois gemeldet, weil es den Menschen am Nötigsten fehlt.
Helfen auch Sie
Die Glückskette nimmt Spenden für Hilfe in den betroffenen Regionen entgegen: Glückskette Postkonto 10-15000-6 (Vermerk: «Überschwemmungen Asien»).
Acht Partnerhilfswerke der Glückskette sind vor Ort aktiv und leisten Nothilfe.
Der Sender Dawn TV berichtete von ersten Hungertoten: fünf Kinder seien an Unterernährung gestorben. Die Todesfälle in der bergigen Provinz Khyber Pakhtunkhwa seien eine Folge der Versorgungslage. Zerstörte Strassen machten es Hilfskonvois unmöglich, zu den Betroffenen vordringen.
Erste Cholera-Fälle
Die UNO bestätigte einen Fall von Cholera im Swat-Tal im Nordwesten. Mindestens 36'000 Menschen litten an Durchfallerkrankungen, die ein Symptom für Cholera sein können.
Der Koordinator der US-Katastrophenhilfe für Pakistan, Mark Ward, zeigte sich aber zuversichtlich, eine Ausbreitung verhindern zu können. Die gute Nachricht sei, dass man wisse, wo der Fall aufgetreten sei.
(sda/weis/bosy)
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P. D., Esslingen am Neckar
)
(Peterle
Verfasst am: 16.8.2010 10:40
Der kleine Franzose
meldet sich auch mal wieder. Sind bald Wahlen?
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