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Raver tanzen friedlich für Werte der Street Parade

Samstag, 14. August 2010, 11:31 Uhr, Aktualisiert 15.08.2010, 16:27 Uhr

Die Besucher der 19. Zürcher Street Parade haben das diesjährige Motto ernst genommen: «Celebrate the Spirit of Street Parade» wollte die ursprünglichen Werte in den Mittelpunkt stellen. So tanzten laut Organisatoren mehrere hunderttausend Raver für Liebe, Friede, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz. Der Andrang war aber möglicherweise nicht so hoch, wie die Organisatoren es behaupten.

650'000 sollen gestern am Grossanlass der rund ums Zürcher Seebecken führte teilgenommen haben. SF-Korrespondent Matthias Aebischer hat bei verschiedenen Stellen nachgefragt und herausgefunden, dass die Zahlen der Organisatoren jedoch nicht so verlässlich sind.

So setzte die SBB dieses Jahr nur 105 Extrazüge ein, 5 weniger als im vergangenen Jahr. Genaue Fahrgastzahlen sind erst diese Woche zu erwarten. Wie die SBB jedoch gegenüber der «tagesschau» weiter bekannt gab, habe man subjektiv das Gefühl es wären weniger gewesen, die Züge seien nicht so voll gewesen wie in den letzten Jahren.

Die SBB hat noch keine genauen Zahlen, rechnet aber mit weniger Fahrgästen

Die Polizei hat in früheren Jahren versucht, die Besucherzahl auszurechen. Ihre Zahlen lagen immer deutlich unter den Zahlen der Organisatoren. Weil der Druck seitens der Veranstalter zu gross sei und die Messungen nicht genau seien, würde die Polizei aber keine Angaben zu den Besucherzahlen mehr kommunizieren.

Die Stimmung unter den tanzenden Ravern sei auch nicht ganz so euphorisch gewesen wie in früheren Jahren, berichtete der SF-Korrespondent weiter. Besonders auf der Quaibrücke habe es weniger Leute gehabt als auch schon. Zuweilen sei auch etwas gedämpft gefeiert worden, so Aebischer weiter.

Trauerminute wurde teils ignoriert

Trotz der ausgelassenen Stimmung blieb auch Platz für Trauer. Mit einer Schweigeminute um 17 Uhr gedachten einige Teilnehmende der Opfer der Massenpanik bei der Love Parade in Duisburg (D). In Duisburg gab es 21 Tote und mehr als 500 Verletzte.

Für kurze Zeit verebbte die Musik auf den 30 Love Mobiles und den Bühnen entlang der gesamten Strecke. Menschen hielten inne und einige Tränen flossen. Es gab aber viele Besucher die die Ruhe ignorierten und weiter feierten.

Bild Ein Love Mobile mit Totenkopf am Start.
Wegen der Katastrophe in Duisburg sei die Stimmung am Umzug leicht gedämpft gewesen, berichtete SF-Korrespondent Matthias Aebischer. sf / Matthias Aebischer

Journalisten mit Argusaugen

Nach dem Unglück in Duisburg standen die Sicherheitsvorkehrungen in Zürich besonders im Vordergrund. Veranstalter und Polizei hatten das Konzept nochmals überarbeitet und Anpassungen vorgenommen. So zeigten Schilder mögliche Fluchtwege, Stolperfallen wie
Absperrpfosten und Ketten wurden überall entfernt, auf Spezialeffekte wie Nebelmaschinen wurde verzichtet.

Das Medieninteresse war in diesem Jahr besonders hoch, vor allem auch bei ausländischen Medien, wie Stefan Epli, Mediensprecher der Street Parade sagte. Rund 150 Journalisten waren akkreditiert. Das sind etwa ein Drittel mehr als in den Vorjahren.

Sehen Sie dazu die Einschätzung von SF-Korrespondent Jonas Projer.

Sicherheits-Einschätzung von SF-Korrespondent Jonas Projer

Die Raver hatten sich von der schlechten Wetterprognose nicht abhalten lassen und einfach Regenjacke oder Schirm eingepackt. Neben schrillen und knappen Kostümen sah man auch viele Besucher in Jeans und T-Shirt, mit Turnschuhen oder gar in Gummistiefeln.

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Doch so nass wie vorausgesagt, wurden die Feiernden gar nicht. Bis gegen 17 Uhr blieb es trocken, dann setzte allmählich zunehmender Regen ein. Schon am Morgen herrschte Volksfeststimmung am Startpunkt und Mediensprecher Epli freute sich: «So viele Leute hatten wir noch nie am Start.»

Sanitäter behandeln 444 Personen

Stadtpolizei und Schutz & Rettung zogen am Abend eine weitgehend positive Bilanz des Grossanlasses. Die Parade sei mehrheitlich friedlich und problemlos verlaufen. Allerdings erlitten drei Personen bei Auseinandersetzungen erhebliche Kopfverletzungen. Die Stadtpolizei untersucht die genaue Ursache.

Ein Sicherheitsangestellter wurde von einem Love Mobile angefahren und dabei leicht verletzt. Im Hauptbahnhof stürzte ein Besucher vom Perron unter einen stehenden Zug und zog sich leichte Verletzungen zu.

Eindrücke von der Street Parade 2010


Bis zum Abend behandelten die Sanitäter 444 Personen, 169 weniger als im Vorjahr, meist wegen Prellungen, Stauchungen, Schnittverletzungen oder übermässigem Alkohol- und Drogenkonsum. 53 Patienten mussten ins Spital.

42 Personen wurden in der Patientensammelstelle wegen ihres Drogen- und Alkoholkonsums betreut. Die Polizei nahm mehrere Drogenhändler fest. Insgesamt wurden 23 Personen festgenommen.

Weniger Abfall als im letzten Jahr

120 Mitarbeiter von Entsorgung und Recycling Zürich ERZ sammelten nach der Streetparade in der Innenstadt 29 Tonnen Abfall ein und säuberten die Strassen mit 260'000 Litern Wasser von Dreck und Gerüchen.

Entlang der Route sind die Veranstalter für die Reinigung zuständig – dort kommt erfahrungsgemäss etwa gleich Abfall zusammen, wie ERZ-Sprecherin Leta Filli gegenüber «Tagesanzeiger.ch» sagt.

Insgesamt dürften die Raver gestern und in der Nacht auf heute Sonntag also rund 60 Tonnen Abfall entsorgt haben – durchschnittlich knapp 100 Gramm pro Person.

Das sind rund 20 Tonnen Abfall weniger als im Vorjahr, schätzt Filli. Grund dafür dürften die gesunkenen Besucherzahlen und das schlechte Wetter sein.

(sda/fref/from/bosy/weis)

Kommentare aktiv...

E. Hummel, Glarus
(Garteneden Frau)
Verfasst am: 17.8.2010 17:33

Street-Parade out

Die Street oder Love- Parade ist out. Die Luft... [1]  mehr

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M. Steiner, Winterthur
(Mikey Mann)
Verfasst am: 16.8.2010 9:52

nun mal mal halblang!

Die Diskussion um die 24h-Spassgesellschaft und... mehr

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M. P.,    
(peo1 Mann)
Verfasst am: 15.8.2010 23:56

270 Tonnen...

Zum Thema Abfall: Am diesjärigen Zürifäscht... mehr

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