International
Pakistans Premier wünscht sich «helfende Hand» aus dem Ausland
Die Fluten in Pakistan haben nach Angaben der Regierung 20 Millionen Menschen obdachlos gemacht - viel mehr als befürchtet. Wegen der Katastrophe wurden die Zeremonien für den Nationalfeiertag abgesagt. Nach ersten Cholera-Meldungen sehen Helfer noch keine Anzeichen für eine Epidemie. Entwarnung geben sie aber auch nicht.
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«Sintflutartige Regenfälle und verheerende Fluten haben 20 Millionen Menschen obdachlos gemacht», sagte Premierminister Yousuf Raza Gilani in einer Fernsehansprache zum Unabhängigkeitstag. Die Vereinten Nationen gingen von 14 Millionen Betroffenen aus, von
denen sechs Millionen dringend Hilfe benötigten.
Das Hochwasser habe Ernte und Lebensmittel im Wert von mehreren Milliarden Dollar vernichtet, sagte Gilani weiter. Brücken und Strassen seien fortgespült worden. Die Fluten hätten Infrastruktur zur Kommunikation und zur Energieversorgung zerstört.
Gilani: Pakistan eine «helfende Hand reichen»
Bei dem Hochwasser wurden nach Gilanis Angaben 1384 Menschen getötet und 1630 weitere Menschen verletzt. Mehr als 1000 Menschen starben alleine in der nordwest-pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa. 730'000 Häuser seien durch das Hochwasser zerstört worden.
Gilani rief das Ausland dazu auf, Pakistan «eine helfende Hand zu reichen, um dieses Unglück zu bekämpfen». Die Spendenbereitschaft könnte allerdings durch einen mutmasslichen Skandal um veruntreute Hilfsgelder leiden.
Gefahr von sozialen Unruhen steigt
Die britische Zeitung «Daily Telegraph» berichtete unter Berufung auf «ranghohe Vertreter», dass nach dem schweren Erdbeben vor fünf Jahren in Pakistan rund 367 Millionen Euro an Hilfsgeldern veruntreut worden seien. Die Finanzmittel seien bis heute nicht in die Kassen der mit dem Wiederaufbau betrauten Behörde ERRA geflossen.
In der Bevölkerung macht sich unterdessen immer mehr Wut auf die Regierung breit. Die Gefahr von sozialen Unruhen steigt. Betroffene werfen der Regierung vor, auf die Krise zu langsam reagiert zu haben. Die Opfer sind weitgehend auf Hilfe des Militärs und ausländischer Hilfsorganisationen angewiesen.
Feierlichkeiten abgesagt
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon wird in Pakistan erwartet. Am Sonntag will Ban dann mit Regierungsvertretern zusammenkommen und das Katastrophengebiet besuchen.
Wegen der Flutkatastrophe beging Pakistan den 63. Jahrestag der Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft ohne offizielle Feierlichkeiten. Präsident Asif Ali Zardari und das Militär sagten die Zeremonien für den Nationalfeiertag am Samstag ab.
Zardari besuchte stattdessen Flutopfer in den Provinzen Punjab und Khyber Pakhtunkhwa. Die Armee wollte die Mittel, die für die Feierlichkeiten vorgesehen waren, Opfern der Katastrophe spenden.
Plünderer unterwegs
Die Organisation «Ärzte ohne Grenzen» sieht derzeit noch keine Anzeichen für eine Cholera-Epidemie in den überfluteten Gebieten Pakistans. Für eine Entwarnung sei es aber zu früh. Viele Gebiete seien noch gar nicht zugänglich.
Im nordpakistanischen Swat-Tal war am Freitag nach Angaben der Hilfsorganisation Malteser International der erste Fall von Cholera bestätigt worden.
Die Zeitung «Dawn» berichtete, Plünderer hätten am Vortag in der zentralpakistanischen Provinz Punjab Fahrzeuge angegriffen, die Hilfsgüter in den Katastrophenbezirk Muzaffargarh bringen wollten. Meteorologen sagten unterdessen vereinzelte, teilweise aber schwere Regenfälle in den kommenden Tagen voraus.
(sda/bosy)
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D. Schmid
Verfasst am: 15.8.2010 15:05
Wetterextreme
Die allgemeine (durchschnittliche)... mehr
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H. Hacker, Alpnach
)
(hackerherbert
Verfasst am: 15.8.2010 15:03
Ja wo sind sie denn
die reichen islamischen Staaten?Wieso helfen sie... mehr
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P. D., Esslingen am Neckar
)
(Peterle
Verfasst am: 15.8.2010 10:13
Die Opfer sind weitgehend auf Hilfe des Militärs angewiesen.
Zitat TAZ: Pakistans größtes Problem bleibt... mehr
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