International
Cholera in Pakistans Flutregion
In Pakistan steigt mit der Flut stündlich die Seuchengefahr. Es gebe bereits 36'000 Verdachtsfälle einer schweren, zum Teil tödlich verlaufenden Durchfallerkrankung, teilte die UNO mit. Hilfsorganisationen warnten vor einer «zweiten Welle von Todesfällen». Ein erster Fall von Cholera ist bereits bestätigt. Angesichts der Notlage im Nachbarland hat jetzt auch Erzrivale Indien seine Hilfe angeboten.
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Das Ausmass der Katastrophe mit mindestens 15 Millionen Betroffenen könne «derzeit nicht genau erfasst werden», sagte ein Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Die Rettungsarbeiten würden durch Seuchen noch erschwert werden.
Opferzahl droht rasant zu steigen
Der UNO zufolge ist rund ein Drittel Pakistans vom Hochwasser betroffen. Weitere Regenfälle sind vorhergesagt.
Deshalb warnen die Vereinten Nationen, dass die Opferzahl rasant steigen wird, sollte nicht bald weitere Hilfe eintreffen. Bislang starben über 1600 Menschen in den Fluten.
Gemäss dem UNO-Welternährungsprogramm wurden auch die Lebensmittel knapp. Am Mittwoch hatte die UNO die Weltgemeinschaft um Soforthilfen von 459 Millionen Dollar gebeten. Das UNO-Büro für Humanitäre Koordination (OCHA) in Genf konnte bislang 147 Mio. Dollar einsammeln, weitere 87 Millionen wurden zugesagt, wie eine OCHA-Sprecherin sagte.
Den Helfern läuft die Zeit davon: «Während wir uns unterhalten, sterben Kinder, weil es keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser gibt», sagte der Leiter der IKRK-Delegation in Pakistan, Pascal Cuttat.
Im nordpakistanischen Swat-Tal wurde nach Angaben von Malteser International der erste Fall von Cholera bestätigt. Der Patient liege im Spital von Mingora. Der Chef des Spitals, Lal Afridi, schränkte aber ein, auch in normalen Zeiten gebe es Fälle von Cholera.
Weitere Grossstadt bedroht
Am Freitag mussten erneut Zehntausende vor den Überschwemmungen fliehen. Die Behörden gaben für südpakistanischen Stadt Jacobabad und ihre 400'000 Einwohner eine Flutwarnung aus. Tausende Menschen brachten sich darauf in Sicherheit. Viele Menschen wollten jedoch in der Stadt bleiben.
Jacobabad (Provinz Sindh) ist die zweite grössere Stadt, die evakuiert wird. Vor wenigen Tagen mussten bereits die 450'000 Bewohner von Muzaffargarh im Punjab fliehen. Die meisten davon fanden in der ebenfalls bedrohten Millionenmetropole Multan Zuflucht. Dort sanken die Pegel am Freitag leicht.
Erzrivale Indien bietet seine Hilfe an
Angesichts der Überschwemmungskatastrophe in Pakistan hat Indien seinem Erzrivalen Hilfsgüter im Wert von fünf Millionen Dollar angeboten. Die Hilfe solle den Opfern in den Flutgebieten zugute kommen, teilte das indische Aussenministerium mit. In einem Telefonat mit seinem pakistanischen Kollegen Shah Mahmood Qureshi drückte Indiens Aussenminister S.M. Krishna seine Solidarität und sein Mitgefühl aus für die Leiden der pakistanischen Bevölkerung.
Indien und Pakistan führten seit ihrer Unabhängigkeit von Grossbritannien 1947 drei Mal Krieg gegeneinander, zwei davon um die zwischen beiden Staaten aufgeteilte Kaschmir-Region. Im Januar 2004 nahmen die Erzrivalen Friedensgespräche auf; die Verhandlungen erlitten aber immer wieder Rückschläge.
Mit der Flut steigt auch der Druck auf die Regierung. Kritiker werfen ihr vor, anders als das mächtige Militär nur schleppend reagiert zu haben. Präsident Asif Ali Zardari war erst am Dienstag planmässig von einer zweiwöchigen Europareise zurückgekehrt und dafür heftig angegriffen worden. Er bemühte sich mit Besuchen in den Flutgebieten und Krisensitzungen um Schadensbegrenzung.
Zardari will dennoch einen kommende Woche geplanten Russland-Besuch absolvieren, wie sein Sprecher sagte. Die ursprünglich ab Mittwoch geplante zweitägige Reise werde aber auf einige Stunden verkürzt.
In Pakistan wird am Wochenende UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon erwartet, wie das Aussenministerium in Islamabad mitteilte. Kommende Woche will auch US-Senator John Kerry nach Pakistan reisen, wo er für mehr Spenden werben will.
Für die USA ist Pakistan ein Schlüsselstaat im Kampf gegen den Terrorismus und die Aufständischen in Afghanistan. Den Islamisten war es schneller und sichtbarer als den USA gelungen, den Flutopfern zu helfen.
In diesem Wettlauf musste die US-Regierung ihr langfristig angelegtes Hilfsprogramm für Pakistan bereits umstellen. Sie gab bereits Soforthilfen von 76 Millionen Dollar frei. Das Hilfspaket hatte die USA schon vor Monaten geschnürt:
7,5 Milliarden Dollar sollten in den nächsten fünf Jahren fliessen. Damit wollte Washington demonstrieren, dass die USA in Pakistan nicht nur einen militärischen Verbündeten sehen, sondern sich auch um die Menschen kümmern.
(agenturen/halp)
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C. Klein, Zürich
)
(Klein
Verfasst am: 14.8.2010 19:06
Keine Spende für ein Land welches Islamisten deckt.
Ich werde für Pakistan nichts spenden. Ich will... mehr
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