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IKRK: «In Pakistan harren Millionen ohne Trinkwasser aus»
Im Katastrophengebiet im Süden Pakistans ist die Lage dramatisch und chaotisch. Mehr als 6 Millionen Flutopfer sind dringend auf Soforthilfe angewiesen. Es fehlt an Nahrungsmitteln, Wasser und Medikamenten. Während die ersten Hilfsgüter eintreffen, arbeiten die Hilfsorganisationen unter Hochdruck. Der Schweizer IKRK-Delegationsleiter Pascal Cuttat berichtet über die schwierige Arbeit im Krisengebiet.
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«Wir sind mit der Situation konfrontiert, dass Millionen ohne Trinkwasser, ohne Dach, ohne Essen und ohne Gesundheitsversorgung ausharren müssen», schildert der Schweizer Delegationsleiter Pascal Cuttat die Lage gegenüber der «Tagesschau».
«Die Regierung und die Hilfsorganisationen vor Ort verfügen nicht über die Mittel, um so vielen Menschen, die im Süden des Landes auf der Flucht sind, zu helfen», sagt Cuttat im Telefoninterview. Gleichzeitig steigt mit der immer schwierigeren Lage auch der Druck auf Regierung.
IKRK seit Jahren in Pakistan aktiv
Inmitten dieser schwierigen Situation arbeiten die IKRK-Mitarbeiter. Da das IKRK nicht überall Hilfe leisten kann, muss die Hilfsorganisation Schwerpunkte setzen. So konzentriert sich das IKRK auf jene Regionen, wo es schon seit Jahren im Zusammenhang mit den politischen Konflikten aktiv ist. Dort kann die Organisation auf über 100‘000 freiwillige Mitarbeiter zurückgreifen.
«Die Situation mit dem Wasser ist prekär. Denn die Fluten stagnieren und bedecken die Felder. Ganze Täler sind überflutet. Und dieses Wasser birgt grosse Gesundheitsrisiken», warnt Cuttat. Denn in Pakistan gebe es endemische Krankheiten; d.h. sie kommen die nirgendwo sonst auf der Erde vor. Laut IKRK-Delegationsleiter Cuttat breiten sich diese endemischen Krankheiten über das Wasser aus.
Bislang wurde der Ausbruch von Cholera nicht bestätigt. Die Hilfsorganisationen arbeiten mit Hochdruck daran, eine Ausbreitung von Seuchen zu verhindern.
Längerfristige Hilfe bereits im Auge
«Wir befinden uns immer noch in einer Phase, in der wir Leben retten», erklärt Cuttat. Einerseits gelinge es immer wieder Menschen aus dem Katastrophengebiet herauszubringen und anderseits können immer wieder Personen mit Trinkwasser und Nahrung, also mit dem Nötigsten, versorgt werden.
«Das IKRK wird aber sehr schnell in eine Phase übergehen, in der wir den Betroffenen helfen müssen, wieder für sich selbst zu sorgen. Das wird über Saatgut und Dünger geschehen», erläutert Cuttat die Weiterarbeit im Krisengebiet. Die betroffene Bevölkerung müsse in der Lage sein, Weizen anzubauen - vor Oktober im Norden und vor November im Süden Pakistans. Falls dieses Ziel nicht erreicht werde, bleiben die betroffenen Bauern für Monate abhängig von der nationalen und internationalen Hilfe, so IKRK-Delegationsleiter Cuttat weiter.
EDA stockt Soforthilfe auf
Dass die mittelfristige und längerfristige Hilfe von Bedeutung ist, geht auch aus einer Mitteilung des eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hervor. Denn über die Soforthilfe hinaus werde der Finanzbedarf ansteigen. «Das Kulturland ist weggespült oder mit Geröll bedeckt, die Infrastruktur zerstört», ist der Mitteilung zu entnehmen.
Aufgrund der dramatischen Situation hat das EDA die Mittel für die Soforthilfe an die Flutopfer in Pakistan aufgestockt. Die Beiträge an das Welternährungsprogramm der UNO sind auf eine Million Franken und an das IKRK auf drei Millionen Franken erhöht worden. Geld das vor Ort dringend gebraucht wird.
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