International
In Pakistan drohen jetzt auch noch Dammbrüche
Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari hat erstmals die Hochwassergebiete besucht und mit Flutopfern gesprochen. Er besichtigte auch einen der Dämme in der Provinz Sindh im Süden des Landes. Die UNO warnte davor, dass es zu Dammbrüchen kommen könnte.
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Zardari war in die Kritik geraten, weil er trotz der schlimmsten Überschwemmungen in Pakistan seit 83 Jahren seine Besuche in Grossbritannien und Frankreich fortgesetzt hatte.
Die Katastrophe sei alles andere als vorbei, warnte ein UNO-Sprecher. Es drohten weitere Überschwemmungen, denen die Dämme in der bevölkerungsreichen Provinz Sindh in den kommenden Tagen möglicherweise nicht standhalten könnten. Schätzungsweise ein Viertel des Landes sei vom Hochwasser betroffen.
Trägerschiff «USS Peleliu» eingetroffen
Der pakistanische Ministerpräsident Yousouf Raza Gilani sagte bei einem Flug in die Krisenprovinz Baluchistan, sein Land benötige noch mehr Helikopter, um die Hilfe für die Bevölkerung zu verstärken. «Wir werden unser Bestes tun, damit Millionen Menschen mit Lebensmitteln und Gütern des Grundbedarfs versorgt werden,» sagte er an Bord eines Militärflugzeuges.
Das Krisenmanagement der Regierung in einer der grössten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes war als zu zögerlich und lückenhaft kritisiert worden.
Die Überflutungen haben vor zwei Wochen ihren Anfang im Nordwesten des Landes genommen und sich dann südwärts über das Land ausgebreitet. Tausende Dörfer wurden überschwemmt. Rund 1500 Menschen kamen bislang ums Leben. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind bis zu sieben Millionen Pakistaner dringend auf Hilfe
angewiesen.

Spendenaufruf für Flutopfer in Pakistan
Am Mittwoch hatten die UNO um rund 460 Millionen Dollar (ca. 350 Millionen Euro) an Soforthilfe gebeten, um den Opfern Zelte, Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und Medikamente zu bringen und die hygienischen Verhältnisse zu verbessern.
«Wir stehen vor einer riesigen Aufgabe. Die Zahl der Todesopfer ist im Vergleich zu anderen grossen Naturkatastrophen zwar verhältnismässig klein, doch
die Zahl der Betroffenen ist aussergewöhnlich hoch», sagte UNO-Nothilfekoordinator John Holmes beim Spendenaufruf.
Die angerichteten Ernteausfälle und die Schäden an Brücken und Strassen haben zu einer Verdreifachung der Lebensmittelpreise in Teilen des Landes geführt.
Die Naturkatastrophe hat auch ihren Schatten auf den Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan beworfen. «Ramadan hin oder her: Wir verhungern schon jetzt», erklärte die 50-jährige Mai Hakeema, die in einer Zeltstadt am Rande der Stadt Sukkur Zuflucht gefunden hat. «Wir sind zum Fasten gezwungen, und wir trauern über unsere Verluste.»
Fasten nachholen erlaubt
Mufti Muneebur Rehman, einer der höchsten Geistlichen Pakistans, hat es notleidenden Gläubigen freigestellt, auf das Fasten zu verzichten und dies später nachzuholen. Im Nordwesten Pakistans mit seinen besonders strenggläubigen Bewohnern wollen Flüchtlinge aber trotz der Katastrophe den Ramadan begehen. «Ich kann Gott den
Gehorsam nicht verweigern», erklärte der 47-jährige Fazal Rabi in einer Zeltstadt in Akbarpura. «Daher faste ich, denn das ist Teil meines Glaubens, egal wie die Umstände auch sind.»
Nationaler Sammeltag am Mittwoch, 18. August 2010
Am Sammeltag am nächsten Mittwoch, 18. August 2010, können von 6 Uhr früh bis Mitternacht über die Gratis-Telefonnummer 0800 87 07 07 Spenden angemeldet werden. Spenden sind auch jederzeit online über www.glueckskette.ch das Postkonto 10-15000-6 (Vermerk «Überschwemmungen Asien») möglich – Einzahlungsscheine der Glückskette liegen auf jeder Poststelle auf.
(apn/bosy)
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