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Mit 100 km/h am Drahtseil: Gefahr von Klettersteigen unterschätzt

Georg Humbel
Mittwoch, 11. August 2010, 22:38 Uhr

Feriendestinationen überbieten sich gegenseitig mit spektakulären Erlebnisparcours in der Felswand, sogenannten Klettersteigen. Fester Bestandteil des als gefahrlos gepriesenen Nervenkitzels: Die Tyroliennes, Drahtseile an welchen die Kletterer über Schluchten sausen. Am Wochenende starb eine Touristin, weil sie mit hoher Geschwindigkeit an eine Felswand prallte. «10vor10» hat nachgefragt.

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Mit 100 km/h am Drahtseil

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Klettersteige sind Erlebnisparks in der Felswand. Zwischen den Schweizer Ferienregionen findet ein regelrechtes Wettrüsten statt. Wer hat den spektakulärsten Klettersteig, die längste Hängebrücke über die höchste Schlucht, die steilste Tyrolienne? Tyroliennes, das sind Drahtseile an welchen die Kletterer von einer Seite zur anderen sausen können.

Unterschätzte Erlebnisparks

Häufig unterschätzen Abenteuerlustige die Gefahren, vor allem auf der Tyrolienne. Ueli Mosimann, Leiter Fachgruppe Sicherheit beim Bergsport, beim Schweizer Alpen-Club (SAC) mahnt: «Es ist ein Sicherheitsrisiko. Man kommt auf eine Geschwindigkeit, das man so beim Bergsport nicht kennt.»

Am vergangenen Sonntag starb eine englische Touristin, weil sie sich ungesichert auf eine Tyrolienne begab und mit hohem Tempo an eine Felswand prallte. Der Steig in Saas-Fee darf nur mit einem Bergführer betreten werden. Die Engländerin war trotz Hinweistafel ohne Bergführer unterwegs gewesen.

Tyrolienne abschliessen

Die meisten Klettersteige setzen auf Eigenverantwortung, signalisieren klar mit Tafeln, dass ein Sicherheitsrisiko eingeht, wer sich ohne Vorkenntnis und professionelle Begleitung in die eisernen Tritte und Drahtseile wagt. Den Betreibern des Klettersteigs in Kandersteg (BE) reicht das nicht. «In meinen Augen ist ein Verbotsschild zu wenig» sagt Bergführer Jürg Martig. «Die Leute, die auf dem Steig unterwegs sind, sehen diese Tyrolienne und kommen in Versuchung es einfach so mal auszuprobieren.» In Kandersteg wird die lange steile Tyrolienne abgeschlossen und nur Bergführer, die sich ausweisen können, erhalten an der Gondelstation einen Schlüssel.

Schloss geknackt

Ein Schloss haben die Betreiber des Klettersteigs in Saas-Fee auch schon an ihrer Tyrolienne angebracht. Nutzlos, das Schloss wurde über Nacht durchgesägt.

Reicht ein Verbotsschild? Wie viel Eigenverantwortung gilt an einem Berg, der mit Leitern und Brücken zu einer Art Erlebnispark ausgebaut ist? In der Schweiz gibt es bis heute keinen Präzedenzfall, der diese Fragen klärt. Das Oberwalliser Untersuchungsrichteramt hat wegen des tödlichen Unfalls eine Voruntersuchung eröffnet.

Kommentare aktiv...

I. Ndlovu, Mbombela
(Ndlovu Mann)
Verfasst am: 12.8.2010 21:45

Mein Mitleid...

..haelt sich in Grenzen... schlicht, wer den... mehr

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P. D., Esslingen am Neckar
(Peterle Mann)
Verfasst am: 12.8.2010 7:32

Schloss geknackt

Die sollen es am Besten mal mit einem... mehr

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