Inhalt

International

Überschwemmungen in Pakistan - Suchaktionen in China

Montag, 9. August 2010, 11:49 Uhr, Aktualisiert 22:50 Uhr

Die Folgen der Überschwemmungen in Pakistan sind nach Einschätzung des UNO-Sondergesandten Jean-Maurice Ripert weitaus schlimmer als erwartet. Die Auswirkungen der Katastrophe, etwa auf die Wirtschaft, seien «viel verheerender» als beispielsweise bei einem Erdbeben. Von den inzwischen seit fast zwei Wochen andauernden Überschwemmungen sind rund 15 Millionen Menschen betroffen.

Videoplayer
Überschwemmungen in Pakistan - Suchaktionen in China

Mehr zum Thema

Artikel bewerten

  • Durchschnittliche Bewertung: 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Artikel teilen

«In der Erinnerung findet sich kein vergleichbares Drama. Es sind die schlimmsten Überflutungen aller Zeiten in Pakistan», sagte Ripert in einem Bericht des deutschen Senders ARD.

In den vergangenen zwei Wochen kamen in Pakistan mindestens 1600 Menschen in den Fluten ums Leben. Angesichts der Katastrophe bittet die pakistanische Regierung um internationale Hilfe.

Erst der Beginn der Monsun-Saison

Ripert sagte, er werde den UNO-Mitgliedstaaten von der Katastrophe berichten und hoffe auf auf Gelder für die Hilfe und den Wiederaufbau in den Flutgebieten. Nötig sei nun eine «langfristige Anstrengung».

«Jeder hat grosse Angst vor mehr heftigen Regenfällen bis Ende des Monats.»
UNO-Sondergesandter Jean-Maurice Ripert

Nach den Worten Riperts kann sich die Lage in den Flutgebieten in den kommenden Wochen jedoch noch verschlimmern. «Wir befinden uns erst am Anfang der Monsunsaison», warnte er. Durch Erdrutsche wurden bereits zahlreiche Strassen verschüttet und die Rettungseinsätze weiter erschwert.

Erdrutsche in China

Auch das benachbarte Indien und China leiden in diesem Jahr als Folge immer neuer schwerer Regenfälle unter starken Überschwemmungen. In China kamen bisher mindestens 330 Menschen ums Leben, 1100 werden noch vermisst. Mindestens zwölf Millionen Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Bild Durch Erdrutsch zerstörte Gebäude.
In der chinesischen Provinz Gansu werden immer noch 1300 Personen vermisst. keystone

Nach schweren Erdrutschen im Nordwesten des Landes suchten tausende Rettungskräfte weiter nach Überlebenden. Da es in der Region keine Bagger und andere grosse Einsatzfahrzeuge gab, bemühten sich die Einsatzkräfte mit Schaufeln und teils blossen Händen darum, Überlebende aus den Geröllmassen zu befreien.

Medienberichten zufolge wurden inzwischen mehr als 680 Menschen aus den Erdmassen gerettet. Mindestens 127 Menschen kamen durch die Erdrutsche am Samstag ums Leben, knapp 90 wurden verletzt.

Auch Schweizer Touristen betroffen

Die heftigen Niederschläge griffen auf die indische Provinz Jammu und Kaschmir über. In der Himalaya-Region Ladahk kamen mindestens 145 Menschen in Blitzfluten ums Leben, unter ihnen zwei Franzosen. 500 Menschen wurden nach der Sturzflut in der sonst eher trockenen Region noch vermisst.

Mehrere Hundert Touristen sassen in Ladakh fest, darunter auch rund 100 Schweizer, wie das EDA mitteilte. Ein Vertreter der Schweizer Botschaft in Indien war unterwegs in die Region, um bei der Evakuierung der Schweizer behilflich zu sein.

(sda/hesa)

Kommentare aktiv...
Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.