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International

Trotz Gewaltwelle: Obama hält an Irak-Abzug fest

Dienstag, 3. August 2010, 6:22 Uhr

Trotz der Zunahme der Gewalt im Irak hat US-Präsident Barack Obama die Abzugspläne bekräftigt. «Wie versprochen» werde die US-Kampfmission im Irak am 31. August 2010 enden, sagte Obama in Atlanta. «Seit ich Präsidentschaftskandidat gewesen bin, habe ich versichert, den Krieg im Irak auf verantwortliche Weise zu beenden», sagte er vor US-Kriegsveteranen.

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Das US-Engagement werde sich verlagern auf einen von Diplomaten geführten zivilen Einsatz.

Die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten soll bis Ende August von derzeit 65'000 auf 50'000 verringert werden, die vor allem irakische Soldaten ausbilden und US-Einrichtungen vor Ort schützen sollen.

Zu Obamas Amtsantritt im Januar 2009 waren 144'000 US-Soldaten im Irak stationiert. Bis Ende kommenden Jahres sollen alle US-Soldaten den Irak verlassen haben.

Zunehmende Gewalt gegen Iraks Sicherheitskräfte

Im Irak geht die blutige Gewalt gegen die Sicherheitskräfte weiter: Ein Polizist und zwei Familienangehörige starben, als mutmassliche Al-Kaida-Terroristen am Haus des Polizisten Sprengladungen zur Detonation brachten. Bei der Explosion am Montag in Falludscha westlich der Hauptstadt Bagdad wurden vier weitere Menschen verletzt, hiess es nach Polizeiangaben. Alle Opfer des Anschlags gehörten einer Familie an.

In den vergangenen Monaten sind im Irak wiederholt Privathäuser von Polizisten und Mitgliedern der Sicherheitskräfte Ziel von Anschlägen geworden. In Mossul im Norden des Landes starb ein weiterer Polizist, als eine Bombe nahe einer Patrouille explodierte, hiess es aus Sicherheitskreisen.

Die Gewalt im Irak hatte zuletzt wieder deutlich zugenommen. Im Juli wurden durch Anschläge und Unruhen laut irakischer Regierung 535 Menschen getötet - so viele wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Die USA zweifeln diese Zahlen an und sprechen von insgesamt 222 Toten und 782 Verletzten.

In Afghanistan sieht Obama «Fortschritte». Die USA stünden dort zwar «gewaltigen Herausforderungen» gegenüber. «Doch es ist auch wichtig, dass die Amerikaner wissen, dass wir Fortschritte machen», sagte der Präsident.

Das US-Militär konzentriert sich auf klare und erreichbare Ziele
Präsident Barack Obama

Zudem konzentriere sich das US-Militär auf «klare und erreichbare Ziele». Obama hatte im Rahmen seiner neuen Strategie für Afghanistan im Dezember die Entsendung von 30'000 zusätzlichen Soldaten angekündigt. Fast alle von ihnen seien mittlerweile vor Ort, sagte Obama. An der Seite ihrer «afghanischen und internationalen Partner» seien die Soldaten zur «Offensive gegen die Taliban» und ihre Anführer übergegangen.

Einsatz in den USA immer unpopulärer

«Im zivilen Bereich dringen wir auf mehr Verantwortung,» betonte der US-Präsident. Die afghanische Regierung habe bereits «konkrete Massnahmen» getroffen, um etwa die Entwicklung anzukurbeln und die Korruption zu bekämpfen.

Die USA sind mit Abstand die grössten Truppensteller in Afghanistan. Der Einsatz wird aber in der Öffentlichkeit in den USA immer unpopulärer. Mit 66 getöteten US-Soldaten war der Juli der bislang blutigste Monat seit Beginn des militärischen Konfliktes.

Die neue US-Strategie für Afghanistan sieht den Beginn des Truppenabzugs für Juli 2011 vor.

(agenturen/halp)

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