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BP-Unfall: 780 Millionen Liter Rohöl im Meer
Aus dem defekten Bohrloch im Golf von Mexiko sind rund 780 Millionen Liter (4,9 Millionen Barrel) Rohöl geströmt. Davon seien 127 Millionen Liter abgefangen worden, teilte der Krisenstab aus Vertretern der US-Regierung und des Erdölkonzerns BP unter Berufung auf Wissenschaftler mit. Dem Öl-Konzern droht unterdessen neuer Ärger seitens der US-Börsenaufsicht.
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- SF Wissen: Erdöl
- SF Wissen: Umweltkatastrophen
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Bisherige Schätzungen über den Ölaustritt waren von drei bis 5,3 Millionen Barrel ausgegangen. Die Ölpest hatte sich nach der Explosion der BP-Ölbohrplattform «Deepwater Horizon» am 20. April ausgebreitet.
Livestream: Das Bohrloch
Auf der Internetseite des Erdölkonzerns BP kann die Operation «Static Kill» zur Schliessung des Bohrlochs live mitverfolgt werden.
Damit handelt es sich um die grösste Ölpest aller Zeiten. Bei der bislang grössten Ölpest der Geschichte waren 1979 ebenfalls im Golf von Mexiko - nach einer Explosion auf der mexikanischen Ölförderanlage «Ixtoc Uno» 3,3 Millionen Barrel (etwa 500'000 Tonnen) ins Meer geströmt.
Bei der von der «Exxon Valdez» ausgelösten Ölkatastrophe waren 1989 vor Alaska rund 40'000 Tonnen Rohöl ausgelaufen.
Dem wegen der Ölpest im Golf von Mexiko in der Kritik stehenden Energiemulti BP droht unterdessen neuer Ärger: Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelt Kreisen zufolge wegen möglichen Insiderhandels im Zusammenhang mit der Umweltkatastrophe.
Verdacht: BP hat nicht ausreichend informiert
Ausserdem gehe die Behörde dem Verdacht nach, dass die Briten nicht ausreichend über die Risiken der Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko informiert hätten, sagte einer der beiden mit der Sache vertrauten Personen. Stellungnahmen der SEC und von BP waren zunächst nicht zu erhalten.
Die beiden Informanten verwiesen einschränkend darauf, dass es sich um vorläufige Ermittlungen handele. Sie bestanden zudem auf Anonymität, da sie nicht berechtigt seien, die Presse zu informieren.
61 Stunden bis zur endgültigen Versiegelung?
BP hatte vorige Woche mitgeteilt, dass Börsenaufsicht und Justizministerium eine «informelle Untersuchung» wegen der Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon» eingeleitet hätten.
Im Katastrophengebiet steht BP nach eigener Aussage kurz vor der endgültigen Abdichtung der leckgeschlagenen Ölquelle. Das letzte Stück Rohr sei an der Abdeckung angebracht worden und werde noch im Laufe des Tages getestet, teilte BP-Vizepräsident Kent Wells mit. Das Leck solle heute Dienstag abschliessend abgedichtet werden.
Der von der US-Regierung eingesetzte Krisenmanager Thad Allen sagte, die endgültige Versiegelung könne 33 bis 61 Stunden dauern. «Ich denke, jeder möchte, dass diese Sache so schnell wie möglich zu Ende ist», betonte Allen.
Entlastungsbohrungen überflüssig?
Das defekte Bohrloch kann möglicherweise auch ohne die beiden Entlastungsbohrungen verschlossen werden, die der Ölkonzern BP zurzeit vorantreibt.
Das Unternehmen gab bekannt, dass es schon ausreichen könnte, das Loch von oben mit einer Mischung aus Schlamm und Zement zu verschliessen. Die Tests für dieses Verfahren verzögerten sich aber wegen technischer Probleme leicht.
Bohrungen kosten jeweils 100 Millionen Dollar
Falls der «Static Kill» genannte Verschliessungsversuch bereits von oben gelinge, würden die Entlastungsbohrungen nicht mehr benötigt, sagte BP-Vizepräsident Kent Wells.
Beide Bohrungen, die bis zu 100 Millionen Dollar pro Stück kosten, würden aber fortgesetzt. Sie könnten dazu benutzt werden zu überprüfen, ob das Bohrloch tatsächlich abgedichtet worden sei, sagte Wells.
(agenturen/halp)
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