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Grundlagenpapier: «Alle Drogen sollen straffrei werden»

Montag, 2. August 2010, 16:59 Uhr

Drei vom Bund beauftragte Kommissionen schlagen gemeinsam die Entkriminalisierung sämtlicher Drogen vor. Die Massnahme ist Teil des neuen Grundlagenpapiers «Herausforderung Sucht», welches zurzeit vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) geprüft wird.

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Bild Ein Mund raucht einen Joint.
Das Rauchen von Joints wäre dann genauso erlaubt wie das Trinken von Alkohol. colourbox

«Drogenkonsum soll nicht mehr mit dem Strafrecht verfolgt werden», fordert François van der Linde, Präsident der Eidg. Kommission für Drogenfragen (EKDF). Heroinabhängige sollen demnach genauso wenig für ihre Sucht bestraft werden wie Alkoholiker oder Tablettensüchtige.

«Es gibt keine guten und bösen Süchte.»
François van der Linde, EKDF-Präsident

Die Forderung ist bekannt - seit 1989 plädiert die EKDF dafür -, neu hingegen ist, dass sich alle drei Eidg. Suchtkommissionen in einem Grundlagenpapier für die Entkriminalisierung stark machen. Die EKDF hat mit den Eidg. Kommissionen für Alkoholfragen (EKAL) und Tabakprävention (EKTP) das Leitbild «Herausforderung Sucht» erarbeitet. Auftraggeberin ist das BAG.

«Der Bericht ist ein grundsätzliches Nachdenken über Drogen und Süchte», sagte Mitautor van der Linde. Die Gesellschaft müsse wegkommen vom Gedanken, dass es böse und gute Süchte gebe. Denn die vermeintlich harmlosen Drogen wie Alkohol richteten insgesamt einen viel grösseren Schaden an als etwa Heroin.

Auch Koffein, Alkohol und Nikotin sind Drogen

Die grosse Herausforderung liege heute im problembehafteten Konsum von legal erhältlichen Substanzen, schreiben die Experten im neuen Leitbild. Dazu zählen sie Koffein, Alkohol, Nikotin oder Medikamente wie Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmittel. Nicht zuletzt nähmen viele Menschen solche Mittel, um in Stresssituationen zu bestehen.

Um die vielfältigen Suchtprobleme besser in den Griff zu bekommen, schlagen die Autoren des Leitbildes zehn Leitsätze vor. Dazu gehören auch neue Ideen zur Prävention. Weiter sollen die Hersteller und Verkäufer von Produkten mit Suchtpotenzial in die Pflicht genommen werden.

Konkrete Massnahmen liegen noch keine vor, wie van der Linde erklärte. Das BAG habe eine Anhörung zum Leitbild eingeleitet; gefragt sei auch die Meinung der Politik- und Wirtschaftsvertreter. Die Fachwelt habe bereits sehr positiv auf die Vorschläge reagiert.

Europaweite Pionierarbeit

Eine Überarbeitung der Schweizer Suchtpolitik ist gemäss den Experten nötig: Bei den legal erhältlichen Drogen habe die Schweiz einen «suchtpolitischen Nachholbedarf», schreiben sie.

Falls sich die Ideen des neuen Leitbildes durchsetzten, sei die Schweiz wieder vorne mit dabei, zeigte sich van der Linde überzeugt: «Die Zusammenarbeit aller Suchtkommissionen ist europaweite Pionierarbeit.»

BAG gibt sich verdeckt

Noch keinen Kommentar zu den Vorschlägen wollte das BAG abgeben: «Wir haben den Bericht entgegengenommen», bestätigte BAG-Sprecherin Mona Neidhart. Als erstes werde das Papier nun intern ausgewertet.

Bei der Präsentation des Leitbildes anfangs Juni hatte sich BAG-Direktor Pascal Strupler optimistisch gezeigt: «Das Leitbild ist eine Steilvorlage», sagte er vor BAG-Vertretern und Gesundheitsexperten. Nun gehe es darum, eine Balance zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und gesundheitspolitischen Interessen zu finden.

(sda/kokb)

Kommentare aktiv...

B. Leser, Waubaubau
(Leser Mann)
Verfasst am: 9.8.2010 4:53

Alle Drogen straffrei ????

Ich glaub, mich knutscht ein Elch !

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A. Ka, Iraq
(an.ka Mann)
Verfasst am: 3.8.2010 15:13

Ursache

Alle wissen, dass der Missbrauch von Drogen,... [1]  mehr

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E. Verena, Zürich

Verfasst am: 3.8.2010 13:52

Besserwisser und Alleswisser

Na ja ich habe selbst aufgehört zu rauchen ohne... [2]  mehr

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