International
In Pakistan wächst die Angst vor Seuchen
Im Nordwesten Pakistans wächst nach den schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten die Furcht vor dem Ausbruch von Seuchen. Die Zahl der Toten stieg am Wochenende auf über 1100.
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Fast alle davon kamen in der Nordwest-Grenzprovinz Khyber-Pakhtunkhwa ums Leben, sagte der Sprecher des Rettungsdienstes. Dutzende Menschen wurden vermisst.
Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in der Region noch rund 27'000 Menschen von der Aussenwelt abgeschnitten. Insgesamt seien 1,1 Millionen Pakistaner von den Fluten betroffen, die Medien als die schlimmsten seit mehr als 80 Jahren bezeichneten.
In den Massenunterkünften steigt aufgrund schlechter hygienischer Verhältnisse die Gefahr von Seuchen. Ärzte berichteten aus Notlagern von Ausschlägen und Durchfallerkrankungen. Zudem gebe es Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Aus dem Distrikt Swat wurden mehrere Cholera-Fälle wie der Informationsminister der Provinz erklärte.
Hussain sprach von der «schlimmsten Flut in Khyber Pakhtunkhwa in der Geschichte des Landes». Die Provinz grenzt im Nordwesten des Landes an Afghanistan. Viele Menschen dort wohnen in abgelegenen Bergdörfern.
Noch kein Überblick
Nach Angaben des UNO-Büros für humanitäre Hilfe in Pakistan konnten sich die Rettungskräfte noch immer kein klares Bild vom kompletten Ausmass der Flutkatastrophe machen.
Die Kommunikationswege seien zusammengebrochen. Deshalb sei es schwierig, die Büros in den Distrikten Nowshera, Swat und Charsada zu erreichen, sagte der Leiter des Büros dem britischen Sender BBC.
Tausende in Sicherheit gebracht
Von Helikoptern aus aufgenommene Bilder des pakistanischen Fernsehens zeigten Menschen, die in ihren Dörfern auf den Dächern beschädigter Häuser Schutz vor den reissenden Fluten suchten und andere, die sich mit ihren Habseligkeiten auf dem Rücken zu Fuss einen Weg durch die Wassermassen bahnten.
Mehr als 30'000 Rettungskräfte und Militäreinheiten waren am Wochenende in der Unglücksregion im Einsatz. Wie ein Armee-Sprecher mitteilte, seien etwa 19'000 Menschen mit Helikoptern und Booten aus den Überschwemmungsgebieten in Sicherheit gebracht worden.
In der pakistanischen Millionenstadt Peshawar trafen hunderte Überlebende der Überschwemmungen ein, wie ein Reporter berichtete. Im Nachbarland Afghanistan starben nach Behördenangaben mindestens 65 Menschen in den Fluten.
Der Monsun beginnt in Südasien in der Regel Anfang Juni und dauert bis September. In diesem Zeitraum wandert das Regengebiet vom Süden des indischen Subkontinents in Richtung Norden. Den Nordwesten Pakistans hatte der Monsun Mitte Juli erreicht. Bei den Unwettern sterben jährlich viele Menschen, schwere Schäden werden verursacht. Meteorologen warnten am Sonntag vor weiteren heftigen Regenfällen.
(sda/weis)
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