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Fall Kachelmann: Kritik an Justiz und Medien

Freitag, 30. Juli 2010, 10:07 Uhr, Aktualisiert 18:18 Uhr

Der Präsident des Verbandes deutscher Strafrechtsanwälte, Jürgen Möthrath, übt scharfe Kritik am Verhalten der Justiz im Fall Kachelmann. Es gebe einen regelrechten Malus für Prominente. Derweil bestätigte das Landgericht Mannheim den Gerichtstermin vom 6. September.

«Es ist wahrscheinlich ein bisschen schön, wenn man einen Prominenten vorführen kann», sagte Möthrath. Das Privatleben des Schweizer Wettermoderators sei in einer Weise an die Öffentlichkeit gezerrt worden, wie es bei normalen Sexualstraftätern nie der Fall gewesen wäre.

Bild Kachelmann, umringt von Journalisten.
Kritik an Justiz und Öffentlichkeit: Wenn ein Promi vor der Flinte steht, wird schneller geschossen. keystone


«Jeder, der in der Öffentlichkeit steht, der Erfolg hat, wird schnell mit Namen genannt und nicht nur mit dem Kürzel.» Unter der Hand würden Informationen an die Presse weitergeben, sagte der Strafverteidiger. «Diese Form, an die Medien zu gehen, ist aus meiner Sicht unmoralisch», sagte Möthrath. Mit dem Mittel der Vorverurteilung werde ein gewisser öffentlicher Druck aufgebaut, was die Arbeit eines Strafverteidigers belaste.

«Freilassung war überfällig»

Auch «Spiegel Online» meint, von einem Prominentenbonus dürfe schon längst nicht mehr gesprochen werden. Kachelmann hätte längst auf freien Fuss gesetzt werden müssen.

Vergleiche man das Vorgehen der Justiz mit Fällen, in denen sogar hochgefährliche Straftäter vor dem Verfahren freikamen, weil die rechtlichen Voraussetzungen für eine weitere Inhaftierung nicht mehr gegeben waren, dann habe man sich im Fall Kachelmann von Woche zu Woche mehr die Augen gerieben. Zudem seien von Kachelmann mittlerweile mehr Dinge bekannt, als die Öffentlichkeit zu interessieren habe.

«Anwälte nutzen Medien»

Die Zeitung «Frankfurter Rundschau» geht mit der Mannheimer Justiz hart ins Gericht: «132 Tage Untersuchungshaft, in denen Kachelmanns Leben zerbrach. Das ist nicht zuletzt das Verdienst der Mannheimer Justiz. Aber dafür ist die Justiz nicht da. Sie soll Recht schützen und Recht sprechen. Weder das eine noch das andere ist ihr im Fall Kachelmann gelungen.»

Der «Tages-Anzeiger» fügt an, dass bei Prozessen eines solchen Kalibers die Medien nicht nur Berichterstatter, sondern Akteure seien. Geschickte Anwälte würde dies nutzen, indem sie Informationen gezielt streuen und andere aber zurückhalten. So werde öffentlicher Druck aufgebaut, dem sich die Justiz nicht immer entziehen könne.

(sf/sda/bers)

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C. Paul, Nordostschweiz
(captain_paul Mann)
Verfasst am: 31.7.2010 18:09

Ich leg mich jetzt fest: Kachelmann ist schuldig.

Focus berichtet heute, dass ein neues... [1]  mehr

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F. Hans-Jürg

Verfasst am: 31.7.2010 12:38

Fortsetzung Fall Kachelmann...

wegen seines Erfolges und seinem grossen Geld... mehr

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F. Hans-Jürg

Verfasst am: 31.7.2010 12:36

Fall Kachelmann..

die deutsche Justiz hat sich nach sehr langer... mehr

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