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Kachelmann ist frei - «Kein dringender Tatverdacht mehr»

Donnerstag, 29. Juli 2010, 11:36 Uhr, Aktualisiert 16:21 Uhr

Nach vier Monaten Untersuchungshaft ist Wettermoderator Jörg Kachelmann wieder auf freiem Fuss. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat den Haftbefehl gegen ihn aufgehoben. Kachelmann soll seine Ex-Freundin vergewaltigt haben. Trotz der Haftentlassung wird der TV-Moderator vorläufig aber noch nicht wieder vor die Kamera treten.

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Kachelmann verlässt die Justizvollzugsanstalt, ohne sich gegenüber den zahlreichen Medienvertretern zu äussern. keystone

Das Oberlandesgericht entschied, dass «im derzeitigen Stadium des Strafverfahrens kein dringender Tatverdacht mehr bestehe».

Nach mehr als vier Monaten Untersuchungshaft liegt für das Gericht angesichts eines «bestreitenden Angeklagten» und der Nebenklägerin als einziger Belastungszeugin die Fallkonstellation der «Aussage gegen Aussage» vor.

Bei dem mutmasslichen Opfer könnten «Bestrafungs- und Falschbelastungsmotive» nicht ausgeschlossen werden, urteilte das Oberlandesgericht.

«Unschuldsvermutung auferstanden»

Zu seiner Entlassung wollte sich der 52-jährige Kachelmann, frisch rasiert in einem langärmligen, weissen Shirt, selbst nicht äussern. Sein Anwalt, Reinhard Georg Birkenstock, erklärte, dass sein Mandant und er Genugtuung empfinden würden wegen dieses klarstellenden Beschlusses des Oberlandesgericht.

«Mit diesem Beschluss ist die Unschuldsvermutung wieder auferstanden», sagte Birkenstock weiter.

Kachelmann-Anwalt: «Wir empfinden Genugtuung»

Der Anwalt bedankte sich im Namen von Kachelmann bei allen, die ihn während der Haftzeit unterstützt hätten. Der Dank gebühre auch den Mitgefangenen und Beamten für die «vorzügliche Behandlung» in der Justizvollzugsanstalt in der Zeit der «ungerechten Untersuchungshaft». Kachelmann umarmte dabei einen Gefängniswärter.

Am Flughafen verhaftet

Kachelmann war am 20. März auf dem Rückweg von den Olympischen Spielen in Vancouver auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden. Er sass seitdem in Untersuchungshaft.

Die Ermittler werfen Kachelmann vor, Anfang Februar seine langjährige frühere Geliebte, in deren Wohnung in Schwetzingen vergewaltigt und mit einem Küchenmesser am Hals verletzt zu haben. Kachelmann hat diese Vorwürfe stets bestritten.

Gerichtstermin noch ungewiss

Nach der Haftentlassung Kachelmanns prüft das Landgericht Mannheim, ob der Prozess wie geplant am 6. September 2010 beginnt.

Wie der Sprecher des Gerichts erklärte, müssen Strafverfahren bei in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten beschleunigt betrieben werden. Da der Haftbefehl im Fall Kachelmann vom Oberlandesgericht Karlsruhe aufgehoben wurde und Kachelmann wieder auf freiem Fuss ist, müsse die Terminplanung nun überprüft werden.

Möglicherweise müssten andere Haftsachen vorgezogen werden. In dem Fall könnte der Beginn des Prozesses gegen Kachelmann verschoben werden.

TV-Station wartet noch ab

Trotz der Freilassung lässt die ARD Kachelmann zunächst noch nicht vor die Kamera. Ein Sprecher verwies auf das hängige Verfahren. Durch die Freilassung sei keine neue Ausgangslage entstanden, hiess es.

(apn/sda/sprm/godc)

Kommentare aktiv...

W. OTT, Karlsruhe
(grappa41 Mann)
Verfasst am: 30.7.2010 13:06

Beaucoup de bruit pour rien

Die viel geschmähte deutsche Justiz hat gezeigt,... mehr

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C. Paul, Nordostschweiz
(captain_paul Mann)
Verfasst am: 29.7.2010 21:20

In den USA und in Israel gilt folgendes Gesetz:

Wenn ein verheirateter Mann einer anderen Frau... [1]  mehr

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M. Gasser, Freiburg
(markusgasser Mann)
Verfasst am: 29.7.2010 20:51

Unschuldiges Opfer ?

Ich habe den Verdacht, dass Jörg Kachelmann das... mehr

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