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International

Loveparade-Drama: In Duisburg nimmt die Wut zu

Donnerstag, 29. Juli 2010, 18:24 Uhr

Die Stimmen gegen die Verantwortlichen des Loveparade-Unglücks mit 21 Toten und Hunderten Verletzten werden lauter. Etwa 250 Menschen demonstrierten vor dem Duisburger Rathaus.

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Auf Plakaten fragten die Demonstranten nach den Schuldigen für die tödliche Massenpanik an der Loveparade. Vor allem den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) haben sie im Visier. In den Augen vieler ist er verantwortlich für die Katastrophe.

«Ich habe mein Leben - 21 andere Menschen haben es verloren. Ich will erst wissen warum. Danach entscheide ich über persönliche Konsequenzen.»
Adolf Sauerland, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg

Auch seitens der Politik wächst der Druck auf Sauerland. Mehrere Politiker legten dem Stadtoberhaupt einen Rücktritt nahe. Sauerland hatte zuvor einen sofortigen Rücktritt erneut abgelehnt.

In einem Brief an seine Mitarbeiter kündigte er aber Konsequenzen an: «Ich möchte vermeiden, dass der Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt einer Vorverurteilung der Verwaltung gleichkäme, die sich bei der Vorbereitung der Loveparade hoch engagiert eingebracht hat. Ich kann und will das nicht zulassen.»

Bild Eine Frau hockt vor einem Plakat mit der Aufschrift: Sind denn Menschenleben nichts mehr wert?
Die Demonstranten in Duisburg wollen endlich Antworten auf ihre Fragen. reuters

Dagegen legte ihm die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) indirekt den Rücktritt nahe. «Der Duisburger Oberbürgermeister und die Verantwortlichen in der Stadtspitze werden sich letztendlich der politischen Verantwortung stellen müssen», sagte sie der «Rheinischen Post».

Sie habe den Eindruck, dass Sauerland glaube, er würde Schuld eingestehen, wenn er die politische Verantwortung übernähme: «Diesen Zusammenhang gibt es aber nicht.»

Trauerfeier auf Grossleinwänden

Die zentrale Trauerfeier nach dem Unglück findet am Samstag in der Duisburger Salvatorkirche statt. Die Gedenkfeier soll aus der Innenstadt-Kirche auf Grossleinwände in das Duisburger Fussballstadion und auf dessen Vorplatz übertragen werden.

Zu den Trauerfeierlichkeiten in der Ruhrgebietsstadt werden nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 10'000 Teilnehmer erwartet. Es könnten jedoch auch deutlich mehr Trauergäste kommen, sagte der Polizeisprecher: «Die Zahl ist nur sehr schwer abzuschätzen.»

An der Trauerfeier in der Kirche wollen auch Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen. Bei der Massenpanik während der Loveparade am vergangenen Samstag waren 21 Menschen ums Leben gekommen, 25 Verletzte liegen noch im Spital.

Weiterhin Vorwürfe gegen Veranstalter

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger erneuerte seine Vorwürfe gegen den Veranstalter. Nach bisherigem Ermittlungsstand habe die Stadt dem Veranstalter der Loveparade erlaubt, die gesetzlichen Vorgaben zur Grösse der Fluchtwege zu unterschreiten.

«Das wird in den weiteren Ermittlungen sicherlich juristisch zu bewerten sein, warum die Stadt das gemacht hat», erklärte Jäger. Gemäss bisherigen Erkenntnissen sei der Veranstalter für den Einlass in den Tunnel und die Sicherheit im Tunnel zuständig gewesen. Vermutlich habe es weniger Ordner gegeben als zugesagt.

(ap/sda/kokb)

Kommentare aktiv...

O. toneatti, bern
(olgar Mann)
Verfasst am: 30.7.2010 11:12

Die Hauptschuldigen an solchen

Katastrophen sind immer diese hirnlosen... mehr

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J. Schweizer, Basel
(JoeCH Mann)
Verfasst am: 30.7.2010 8:34

Trauer, Wut

Die Trauer und die Wut der betroffenen Menschen... mehr

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I. Ndlovu, Mbombela
(Ndlovu Mann)
Verfasst am: 29.7.2010 23:01

Wuetend...

...man warte doch mal ab, was die Untersuchung... [1]  mehr

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