Schweiz
Versicherungsbetrüger haben im Sommer Hochkonjunktur
Sommerzeit ist nicht nur Ferienzeit, sondern auch die Zeit der Versicherungsbetrügereien. Das Motiv ist offenbar häufig Not an Bargeld.
In den Sommermonaten häufen sich Fälle von suspekten Versicherungsfällen. Bernd de Wall, Sprecher der Versicherungsgesellschaft Alliance Suisse, kann gleich mehrere typische Beispiele aufzählen: In der riesigen Sporttasche, die in den Ferien am Strand gestohlen wurde, befanden sich seltsamerweise nur teuerste Gegenstände.
Dasselbe gilt auch für Diebstähle aus den Autos, wo ebenfalls nur superteure Wertsachen drin waren. Kaufbelege für die Preziosen gibt es allerdings keine mehr. Und ausgerechnet in den Ferien stürzt das geleaste Auto den Hang hinunter und ist schrottreif – und nach der Rückkehr sollte zuhause der Restwert des Leasingfahrzeugs berappt werden.
Auch die Zahl der Auffahrunfälle steigt in den Sommermonaten auffällig stark an. Und leider ist der Polizeirapport aus dem Ausland kaum leserlich oder unvollständig.
De Wall schätzte auf Anfrage von «tagesschau.sf.tv», dass die Zahl der Versicherungsbetrügereien in den Sommermonaten jeweils zehn Prozent über dem Jahresdurchschnitt liegt.
Nach den Sommerferien werden die dubiosen Fälle gemeldet
Ähnliches stellt auch die Versicherungsgruppe Helvetia fest. Nach der Ferienzeit im Sommer steigt die Zahl der Betrugsfälle tendenziell jeweils an, wie Sindy Schmiegel sagte.
Immerhin werden die Versicherer bei der Bekämpfung von Betrugsfällen stets erfolgreicher, denn die zuständigen Fachstellen wurden bei den Versicherungsunternehmen in den letzten Jahren ausgebaut.
Immer mehr Betrugsfälle werden aufgedeckt
Bei der Allianz wurden 2009 mehr als 1000 Betrugsfälle aufgedeckt, zehn Prozent als im Vorjahr. Damit konnten rund 18 Millionen Franken an unberechtigten Forderungen abgewendet werden. In der ersten Hälfte 2010 wurden schon 550 Betrugsfälle aufgedeckt und damit 12 Millionen Franken an unberechtigten Forderungen abgeschmettert.
«Fest steht, dass grundsätzlich immer mehr Betrugsfälle aufgedeckt werden», sagte auch Adriano Pavone von den Zürich Versicherungen. «Zu Gunsten der ehrlichen Versicherten sparen wir so einen zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr.»
Bei der Helvetia werden pro Jahr rund 250 bis 300 Fälle von Versicherungsbetrug aufgedeckt. Letztes Jahr konnten laut Helvetia-Sprecherin Schmiegel dadurch im Sachversicherungsbereich 3,5 bis 4 Millionen Franken an unberechtigten Forderungen abgewiesen werden.
Milliardenschaden
Versicherungsbetrug kommt die Branche teuer zu stehen. Der Versicherungsverband schätzt dass in der Schweiz rund 10 Prozent der Schadenzahlungen auf betrügerische Weise erwirkt werden. Die Versicherer werden damit um einen Milliardenbetrag geschädigt – eine Summe, die letztendlich von allen Versicherten in Form von höheren Prämien übernommen werden muss.
(sf/coro)
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E. Hummel, Glarus
)
(Garteneden
Verfasst am: 29.7.2010 9:15
Täter?
Es wäre schon interessant zu wissen, wer sich... mehr
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