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Wikileaks: Nach heikler Publikation jagen USA Informanten

Dienstag, 27. Juli 2010, 13:19 Uhr

Die US-Regierung sucht nach den Whistleblowern, nachdem die auf Enthüllungsgeschichten spezialisierte Website Wikileaks 91'000 teils geheime Dokumente zum Afghanistan-Krieg den Medien zusgespielt hat.

Der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, James Jones, reagierte empört auf die Publikation: «Die USA verurteilen aufs Schärfste die Veröffentlichung von Geheiminformationen durch Einzelne oder Organisationen, durch die das Leben von Amerikanern und deren Verbündeten gefährdet und die nationale Sicherheit bedroht wird.»

«Wir werden alles unternehmen was notwendig ist, um herauszufinden, wer für das Datenleck verantwortlich ist», kündigte der Sprecher des Verteidigungsministeriums Geoff Morrell an. Der Schaden für die Sicherheit des Landes sei derzeit noch nicht abzusehen.

Bild US-Regierungsssprecher Robert Gibbs
Der US-Regierungssprecher Robert Gibbs muss sich während der Pressekonferenz am Montag unangenehmen Fragen stellen. reuters

Der Sprecher des Weissen Hauses Robert Gibbs bezeichnete es als «Verletzung von Bundesgesetzen», dass das Internetportal Wikileaks die Dokumente ins Internet gestellt hatte. Jedoch glaube er nicht, dass in den Berichten etwas zu lesen sei, das nicht bereits öffentlich diskutiert wurde, so Gibbs.

Die «New York Times» schrieb, sie habe in den genau 91'713 Dokumenten zwar keine Widersprüche zur offiziellen Darstellung festgestellt, jedoch habe das US-Militär in Erklärungen Sachverhalte immer wieder «verharmlost».

Die US-Zeitung berichtet auch, dass Pakistan bestreite, dass sein Geheimdienst Aufstände in Afghanistan organisiert habe. Der Sprecher des pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari wehrte sich gegen die Inhalte der Dokumente und sagte, dass Pakistan weiterhin «ein strategischer Verbündeter der USA im Kampf gegen den Terror» sei.

Präsident Karzai reagierte gelassen

Ein Sprecher des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai sagte, Präsident Karzai sei weder erschüttert über die Inhalte der Dokumente, noch halte er sie für unfair.

Das deutsche Nachrichtenmagazin «Der Spiegel», die «New York Times» und der britische «Guardian» erhielten die Dokumente vom Internetportal Wikileaks. Die Medien veröffentlichten ihre Berichte am Sonntagabend zeitgleich im Internet.

Offenbar hielten die Medien dabei Informationen zurück, welche Personen in Gefahr bringen oder Antiterror-Operationen gefährden könnten. Wikileaks berichtete, es habe aus denselben Gründen nur 76'000 Dokumente ins Netz gestellt.

Wikileaks-Gründer Julian Assange über den Inhalt der veröffentlichten Akten (engl.).

(agenturen/buev)

Kommentare aktiv...

I. Weiss, Bünzen
(Biedermann_58 Mann)
Verfasst am: 27.7.2010 21:44

Der Schutz von Whistleblowern.

Whistleblower sind in den USA zunehmend... mehr

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M. Mèchant, Grosses-Euroland
(gustav.eu Mann)
Verfasst am: 27.7.2010 17:51

die Deutschen sollten sich jetzt sofort

aus Afghanistan zurückziehen. Sie werden von den... mehr

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N. Binsberger, St. Gallen
(NBinsberger Frau)
Verfasst am: 27.7.2010 15:22

Ist Zensur...

...nicht auch Verletzung von Bundesgesetzen? Was... mehr

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