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International

Neue Beweise: Loveparade-Gelände nur für 250'000 Besucher

Montag, 26. Juli 2010, 5:39 Uhr, Aktualisiert 11:48 Uhr

Nach der Tragödie bei der Loveparade mit 19 Toten und über 500 Verletzten verdichten sich die Hinweise auf Sicherheitslücken bei der Planung. Laut «Spiegel Online» war das Festgelände in Duisburg für 250'000 Menschen freigegeben. Die Veranstalter rechneten aber mit deutlich mehr als einer Million Teilnehmern. Derweil befinden sich alle Verletzten ausser Lebensgefahr.

«Spiegel Online» beruft sich auf ein Schreiben der Duisburger Bauaufsicht an die Organisatoren der Loveparade. Das Schriftstück vom 21. Juli 2010 mit dem Aktenzeichen 62-34-WL-2010-0026 trage den Titel «Genehmigung einer vorübergehenden Nutzungsänderung».

Loveparade: Trauer am Unglückstunnel (unkommentiert).

Der verantwortliche Sachbearbeiter im Duisburger Amt für Baurecht und Bauberatung habe darin die Organisatoren von der Vorschrift befreit, die vorgeschriebenen Breiten der Fluchtwege einhalten zu müssen.

Gleichzeitig hätten die Beamten auf Feuerwehrpläne verzichtet. Dafür gaben sie laut «Spiegel Online» den Ausrichtern der Party vor: «Die maximale Personenzahl, die sich gleichzeitig auf dem Veranstaltungsgelände aufhalten darf, wird (...) auf 250'000 Personen begrenzt.» Die Veranstalter des Festes hatten wenige Stunden vor dem Unglück indes von etwa 1,4 Millionen erwarteten Teilnehmern gesprochen.

Nach der Panik bleibt der Schock

«Über Bedenken hinweggesetzt»

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung»: «Ich habe schon vor einem Jahr gesagt, dass die Stadt zu eng ist für eine derartige Grossveranstaltung.»

Wenn der Tunnel für die grosse Zahl von Menschen auch theoretisch ausreichend gewesen sei, so hätte man doch bedenken müssen, dass sich die Leute in so einer Situation nicht rational verhalten und unkalkulierbar seien, erklärte Wendt. Einiges deute darauf hin, dass die Veranstalter sich über Bedenken hinweggesetzt hätten.

Bild Karte ehemaliger Güterbahnhof Duisburg.
Nur ein Ausgang für 1,4 Millionen Menschen. sf

Gegen voreilige Schuldzuweisungen

CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach riet derweil von voreiligen Schuldzuweisungen ab. «Ich kann uns Politikern nur dringend dazu raten, dass wir uns zum jetzigen Zeitpunkt mit Bewertungen der Ursachen dieses Dramas zurückhalten», sagte Bosbach den Dortmunder «Ruhr Nachrichten». «Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, als könnten wir aus der Ferne beurteilen, aus welchen Gründen es zu dieser Tragödie kommen konnte.»

Verletzte sind alle über den Berg

Bosbach stellte ausserdem die Zukunft weiterer Massenveranstaltungen wie die Loveparade in Frage. Es müsse jetzt geklärt werden, «ob solche Grossveranstaltungen überhaupt noch verantwortbar durchzuführen sind», sagte der CDU-Politiker.

Von den über 500 verletzten Menschen befindet sich niemand mehr in Lebensgefahr, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Duisburg sagte. Mit einer Trauerfeier will die Stadt Duisburg der 19 Todesopfern gedenken. Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) sagte, zur Vorbereitung würden derzeit Gespräche mit den Duisburger Kirchen geführt. Zudem sollten im Laufe des Tages Kondolenzbücher ausgelegt werden.

(agenturen/koua/rucf/bers)

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M. Menken, Köln
(Atomkrafteimer Mann)
Verfasst am: 26.7.2010 17:58

Absurd

Fußballstadien müssen i.d.R. strenge bauliche... mehr

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S. Fritze

Verfasst am: 26.7.2010 16:54

Egal wer Schuld hat,

es ist einfach tragisch!

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H. ott, zürich
(prekarier Mann)
Verfasst am: 26.7.2010 14:45

einmal mehr

haben verantwortlich alle mahnungen in den wind... mehr

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