International
Tote bei Anschlag auf russisches Wasserkraftwerk
Bei einem Bombenanschlag auf ein Wasserkraftwerk in der russischen Kaukasusrepublik Kabardino-Balkarien sind zwei Menschen getötet worden. Bewaffnete stürmten am frühen Morgen das Gelände, erschossen zwei Wachmänner und verletzten drei weitere. Anschliessend zündeten die Angreifer mehrere Sprengsätze und flüchteten.
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Durch die Explosionen und einen darauffolgenden Brand seien zwei der drei Triebwerke des 25-Megawatt-Kraftwerks zerstört worden, zitierte die Nachrichtenagentur ITAR-Tass das Unternehmen RusGidro. Es bestehe jedoch keine Gefahr von Überschwemmungen.
Auch Stromausfälle gab es nach Medienberichten nicht. Das Kraftwerk und der zugehörige Staudamm liegen am Fluss Baksan. Es produziert etwa sieben Prozent der in Kabardino-Bakariya verbrauchten Energie.
Terroristischer Akt nicht auszuschliessen
Zu dem Anschlag bekannte sich bisher niemand. Die Täter seien mit zwei Fahrzeugen zu dem Kraftwerk gefahren, sagte ein Polizeisprecher. Sie hatten demnach vor dem Anschlag vermutlich eine Polizeiwache in der Stadt Baksan überfallen, dabei wurde niemand verletzt. Ein terroristischer Hintergrund sei nicht auszuschliessen.
Im Oktober 2005 hatten Dutzende Angreifer die Hauptstadt von Kabardino-Balkariya, Naltschik, gestürmt und Polizei- und Regierungsbüros überfallen. Dabei wurden 139 Menschen getötet. Zwei Selbstmordanschläge auf die U-Bahn in Moskau im März haben in Russland die Angst vor neuen Anschlägen Aufständischer geschürt. Zu der Bluttat mit 40 Toten hatte sich der tschetschenische Rebellenführer Doku Umarow bekannt.
Armut prägt russische Republik
Seit der Auflösung der Sowjetunion 1991 ist Kabardino-Balkarien eine Republik innerhalb Russlands. Im November 1996 scheiterte ein Versuch der Balkaren, eine eigene Teilrepublik zu errichten.
Der Fall der Sowjetunion hat den Ausbruch zahlreicher Konflikte im Kaukasus ausgelöst. Diese hatten auch weitreichende negative Folgen für die Republik Kabardino-Balkarien. Armut ist ein schwerwiegendes Problem.
Neben der Landwirtschaft spielen Forstwirtschaft und Bergbau eine Rolle. Ein weitere Einnahmequelle ist der Tourismus, der aber wegen der schwelende Konflikte zum erliegen kam. Die Zahl der Arbeitslosen liegt in der Region bei geschätzten 90 Prozent.
(apn/hues)
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