Schweiz
Im «Club»: «Bernard Rappaz will gar nicht sterben»
Bernard Rappaz liegt im Berner Inselspital und protestiert mit einem Hungerstreik gegen seine Haftstrafe wegen Hanfanbaus und –verkaufs. Er trinkt Wasser, schlürft Bouillon und hält das gesamte Schweizer Politsystem auf Trab. Auch im «Club» war der Walliser Hanfbauer Thema. Ist er ein Schlitzohr oder ein gefährlicher Verbrecher? Und: Will er wirklich sterben?
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Der Hanfbauer ist im Wallis bekannt wie ein bunter Hund. So können die Walliser Vertreter im «Club» auch einige Geschichten über Bernard Rappaz erzählen. «Man kennt ihn seit Jahrzehnten, er ist ein Schlitzohr», sagt etwa SVP-Nationalrat Oskar Freysinger.
Seinen Hanfanbau habe er raffiniert aufgezogen. Aussen am Rand habe er Mais angebaut (damit man nichts sieht), dann sei eine Reihe Raps gekommen (damit man nichts riecht) und innen sei dann auf 5000 Quadratmetern der Hanf gefolgt.
Sterbewunsch als Mittel zum Zweck
Trotzdem: Die Lage ist inzwischen ernst. Rappaz sitzt im Rollstuhl und verweigert weiterhin feste Nahrung. Die Diskussion, ob man den 56-Jährigen zwangsernähren soll oder nicht, ist entbrannt. Das Bundesgericht und der Kanton Wallis sagen Ja, die Ärzte im Berner Inselspital wollen den Willen des Patienten berücksichtigen. Und Rappaz sagt Nein.
Die «Club»-Gäste stellen sich vor allem die Frage, ob Rappaz wirklich sterben will. Gemäss Beat Jost, Co-Präsident der SP Oberwallis, ist dies nicht der Fall. «Rappaz fühlt sich als politisch Gefangener. Der Hungerstreik ist ein Mittel, sich zu verteidigen.»
Dies lässt Spekulationen über die Ursache des Sterbewunsches von Rappaz zu. Laut Gesetz gilt der Wille eines Patienten dann, wenn er einen ausdrücklichen Sterbewunsch äussert. Bei Rappaz geht es aber ums Prinzip - er will aus dem Gefängnis raus. Hinzu kommt, dass der Tod des Hanfbauers wohl auch über die Schweizer Grenzen hinaus hohe Wellen schlagen würde.
Ziehen andere Gefangene nach?
«Rappaz rechnet wohl selbst nicht damit, dass die Schweiz ihn wirklich sterben lassen würde. Dies würde einen internationalen Skandal auslösen», sagt Patrik Müller, Chefredaktor der Zeitung «Sonntag».
Dem Hanfbauern entgegen zu kommen und ihm einen Hafterlass zu gewähren, nur damit er wieder isst, könnte dagegen Nachahmungstäter auf den Plan rufen. Oskar Freysinger sagt, er würde allen Walliser Gefangenen sagen, sie sollen in Hungerstreik treten. «Dann habt ihr eine Gratis-Abmagerungskur und kommt erst noch frei.»
Zwangsernährung: Ja oder Nein?
Die Schweiz und insbesondere der Kanton Wallis befinden sich im Fall Rappaz in einer Pattsituation. Soll man den Hanfbauern ernähren oder nicht? Hier geht es zum vollständigen Artikel.
Ähnlich sieht dies auch Brigitte Tag, Professorin für Straf- und Medizinrecht an der Universität Zürich: «Das Problem ist, dass hier eine Art Vorbild geschaffen wird.»
Vielleicht ist es bald zu spät
Beat Jost dagegen glaubt, dass kaum einer einen Hungerstreik so knallhart durchhalten würde wie Bernard Rappaz. «Die meisten sind schon nach der Hälfte der Zeit gescheitert.»
Wie lange der Hanfbauer von Wasser und Bouillon noch überleben wird, ist unklar. «Wenn er nur trinkt, wird er sterben», betont Jacques de Haller, Präsident der Verbindung Schweizer Ärzte FMH. Zwangsernährung lehnt Rappaz ab – erste Hilfe dagegen nicht. Sollte er aufgrund seines Hungerns etwa einen Herzinfarkt erleiden, wäre er mit lebenserhaltenden Massnahmen einverstanden.
Essen will der Hanfbauer aber erst wieder, wenn ihm zugesichert wird, dass er nicht mehr ins Gefängnis muss. Das Bundesgericht will sein abschliessendes Urteil im August fällen, das Walliser Parlament über ein Begnadigungsgesuch im November entscheiden. Ob Rappaz dann noch lebt, ist ungewiss.
(sf/gern)
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T. Krebs, Zürich
)
(dayruler
Verfasst am: 22.7.2010 14:54
Mörder im Hungerstreik
Ich verstehe die Diskussion hier nicht. Die... mehr
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A. Stafforte, Unterwegs
)
(Hatibaba
Verfasst am: 22.7.2010 9:41
42 Jahre Info und trotzdem...
Seit 42 Jahren informieren wir (Hanfverein, SHK,... mehr
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A. Stafforte, Unterwegs
)
(Hatibaba
Verfasst am: 22.7.2010 9:27
Unrecht akzeptieren? NEIN!
Herr Karthago: Rom wurde auch nicht in 1 Tag... mehr
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