Kultur
Prince-Konzert in Genf kommt nur schwer in die Gänge
Stell Dir vor, es ist Prince - und keiner geht hin. Am Freitag soll der Mega-Star aus Minneapolis das Stade de Genève zum Kochen bringen. Bis zur Stunde weiss in Genf eigentlich niemand, ob das Konzert tatsächlich stattfindet. Normal läuft nur der Ticket-Verkauf.
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Für den Aufbau der Infrastruktur eines Prince-Konzerts werden in der Regel fünf bis sechs Arbeitstage benötigt. Die Bühnenbilder müssen aufgebaut werden. Licht-Rampen harren ihrer Installation über der Bühne. Tausende Meter Kabel müssen verlegt werden. Kurz: damit der Sound am Freitag die Gemüter erregen kann, muss eine Heerschar von Technikern ihr Bestes geben.
Man würde also erwarten, dass inzwischen im Stade de Genève emsiges Treiben herrscht. Aber weit gefehlt. Ein Augenschein vor Ort zeigt ein verwaistes Stadion, wie die «Tribune de Genève» heute in ihrer Online-Ausgabe berichtet. Die drei einzigen Arbeiter vor Ort montieren einige Barrieren. Dem Reporter des Blattes sagen sie, sie hätten bis jetzt keinen offiziellen Auftrag für den Aufbau. Einer der drei weiss noch nicht einmal, dass Prince überhaupt angekündigt ist.
Niemand weiss Bescheid
Auch in der Verwaltung des Stadions, zuständig für die Vermietung der Location, begegnet der Tribune-Reporter ratlosen Gesichtern. Man hat schlicht keinerlei Neuigkeiten von den Verantwortlichen der Show.
Ganz anders schaut es bei Daniel S. Quarcoopome aus. Als Organisator des Events verneint er die Möglichkeit, das Konzert vom Freitag könnte abgesagt werden. Mehr noch, er versteht die ganze Aufregung nicht. Er verweist den Reporter an Claude Baumann von «cabinet B4». Dieser ist verantwortlich für die Kommunikation des Events.
Aber hier scheint eher wieder die Ratlosigkeit Oberhand zu haben. Bis zum jetzigen Zeitpunkt, sagt Baumann, warte er auf die genau gleichen Antworten wie der Reporter: Findet das Konzert statt oder nicht?
Ultimatum bis Dienstagabend
Ganz offensichtlich zirkulieren die Informationen ungenügend. Frédéric Hohl, der eigentliche Konzertveranstalter, hatte ursprünglich die Absicht das Konzert am 12 Juli zum Abschluss der Fussball-Weltmeisterschaft stattfinden zu lassen. Er gibt an, nichts mehr mit dieser Geschichte zu tun zu haben. Ein nicht unwesentliches Detail, das aber dem Event-Organisator Daniel S. Quarcoopome offenbar entgangen ist.
Die Ruhe weg in diesem ganzen Hin und Her hat lediglich Resaplus, verantwortliches Unternehmen für den Billetverkauf. Der Ticket-Verkauf verlaufe ganz normal, lässt man den Reporter der Tribune de Genève wissen.
Wie es weitergeht, weiss niemand. André Vouilloz, verantwortlich für die Technik, stellt ein lapidares Ultimatum. Er kann die sechs Tage für den Aufbau auf drei eindampfen, wenn rund um die Uhr gearbeitet wird. Den Verantwortlichen bleibt also noch bis Dienstagabend Zeit, ihr Tohuwabohu auszuräumen.
(sf/from)
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