International
Entführter iranischer Atomphysiker auf dem Heimweg
Der iranische Atomforscher Schahram Amiri ist auf dem Weg nach Hause in den Iran, wohl via ein Drittland. Der Forscher war vor einem Jahr verschwunden und am Dienstag überraschend in der pakistanischen Botschaft in Washington wieder aufgetaucht. Nun will Amiri im iranischen Fernsehen bekannt geben, wie es zu seiner Befreiung kam. Teheran wirft den USA die Entführung des Atomphysikers vor.
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In US-Regierungskreisen dagegen hiess es, Amiri sei freiwillig in die USA gekommen. Er habe dort freiwillig gelebt und kehre auch freiwillig wieder in den Iran zurück.
«Meine Entführung war eine schändliche Tat»
Ganz anders sieht es Teheran: Die USA und Saudi-Arabien hätten Amiri während einer Pilgerreise in Saudi-Arabien verschleppt. Die beschuldigten Staaten weisen die Vorwürfe zurück.
«Meine Entführung war eine schändliche Tat», sagte Amiri in einem Telefoninterview des iranischen Staatsfernsehens. «Ich stand unter enormen psychischen Druck und wurde 14 Monate lang von bewaffneten Agenten bewacht.» Doch wer ihn entführt hat, darüber schweigt Amiri. Dagegen sagte ein Sprecher des US-Aussenministeriums, es gebe keine Anzeichen dafür, dass Amiri misshandelt worden sei. Amiri könne jede Geschichte erzählen, die er wolle, dadurch werde sie aber nicht wahr, hiess es weiter.
Der Chef der iranischen Interessensvertretung in der pakistanischen Botschaft sagte, Amiri sei 14 Monate lang in US-Gewahrsam gewesen. Er sei von US-Agenten zur Botschaft gebracht worden. «Amiri hat keinen Reisepass, und wir werden wohl die Türkei bitten, uns bei seiner sicheren Rückkehr in den Iran behilflich zu sein.»
Die USA hätten versucht, Amiri über die Vereinigten Arabischen Emirate zurückzuschicken, doch die hätten sich geweigert, weil sie Schaden für ihre Beziehungen zum Iran befürchtet hätten.
In den vergangenen Wochen sind mehrere widersprüchliche Videodokumente zum Fall Amiri aufgetaucht. Anfang Juni strahlte das iranische Fernsehen eine Video aus, in dem ein Mann, der sich als Amiri ausgab und beteuerte, er sei von den USA entführt und gefoltert worden.
In einem zweiten Video, wenige Wochen später, gab derselbe Mann an, er hätte «aus den Händen der Agenten des amerikanischen Geheimdienstes» fliehen können und halte sich im US-Bundesstaat Virginia auf.
Der amerikanische Sender ABC hingegen berichtete Mitte März, Amiri sei in die USA geflüchtet und übergelaufen, er arbeite nun mit dem CIA zusammen.
Diplomatische Beziehungen
Seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 haben die USA und Iran ihre direkten diplomatischen Beziehungen abgebrochen. In Teheran vertritt die Schweizer Botschaft die Interessen der USA. In Washington hingegen vertritt die Pakistanische Botschaft die Interessen des Iran.
| Der Iran hat nach eigenen Angaben schon zwanzig Kilogramm angereichertes Uran hergestellt. Zudem arbeite das Land an der Herstellung von Brennstäben. Bis September könne sich der Iran selbst mit Brennmaterial für seinen Forschungsreaktor in Teheran versorgen, sagte Ali Akbar Salehi, Chef des Atomprogramms, vergangenen Sonntag gemäss der Nachrichtenagentur Isna. Noch im Mai schien mit Hilfe der Vermittlung von der Türkei und Brasilien ein mit dem Iran in Sicht, doch die Einigung auf einen Kompromiss scheiterte. Anfang Juni haben die Vereinten Nationen dann die Sanktionen gegen den Iran verschärft. Iran wird verdächtigt, unter dem Vorwand der zivilen Nutzung der Atomkraft am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran dementiert dies. Der iranische Präsident Ahmadinedschad beteuerte letzte Woche, dass diese Sanktionen der «arroganten» westlichen Kräfte den Prozess des iranischen Nuklearprogrammes nicht verlangsamen könnten. Inzwischen hat sich auch der russische Präsident Dimitri Medwedew besorgt zum iranischen Nuklearprogramm geäussert. «Iran eignet sich mehr und mehr das Potenzial an, das im Prinzip dazu benutzt werden kann, Atomwaffen zu produzieren», sagte er. Medwedews Äusserungen sind ein Hinweis, dass Russland trotz bedeutender Wirtschaftsbeziehungen zum Iran allmählich die Geduld mit Teheran verliert. |
(reuters/apn/muei)
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T. Palaski, Singapore
)
(tumpf0815
Verfasst am: 14.7.2010 15:45
Und was steckt denn dahinter?
...dass die Amis nun die Teile, die sonst bei... mehr
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T. Fäh, Olten
)
(Theodor-K.
Verfasst am: 14.7.2010 12:17
Dubiose Entführungen,
fragwürdige Kriege im Irak und in Afghanistan,... mehr
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F. Frei, Buriram
)
(thaifritz
Verfasst am: 14.7.2010 11:14
Wenn er von US-Beamten auf die Botschaft gebracht wurde..
... war er wohl kaum ein Entführungsopfer.... mehr
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