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Tödlicher Bootsunfall - Noch keine Spur vom Motorbootfahrer

Dienstag, 13. Juli 2010, 13:41 Uhr, Aktualisiert 20:32 Uhr

Die Polizei fahndet weiter fieberhaft nach dem Fahrer des Motorboots, das am Sonntagabend auf dem Bielersee eine 24-jährige Frau erfasst und getötet hat. Wie «Schweiz aktuell» berichtet, haben die zahlreich eingegangenen Hinweise noch nicht zu einem Fahndungserfolg geführt.

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Tödlicher Bootsunfall - Noch keine Spur von Motorbootfahrer

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Wichtig sei es, den Fahrer des Motorboots ausfindig zu machen, hatte Untersuchungsrichterin Silvia Hänzi bereits am Montag vor den Medien in Twann am Bielersee erklärt. Beim Gesuchten handelt es sich gemäss Zeugenaussage um einen 55- bis 65-jährigen Mann mit leichter Stirnglatze.

Er steuerte ein teures Sportboot, wie sie etwa von den Schweizer Produzenten Boesch oder Pedrazzini hergestellt werden - ein offenbar eher unübliches Modell, wie Hänzi ausführte. Vermutlich befanden sich zwei bis drei weitere Personen auf dem Schiff.

Die Behörden gehen von aufwändigen Ermittlungen aus. Dies unter anderem deshalb, weil bisher nicht bekannt ist, in welchem Kanton das Motorboot immatrikuliert ist, wie die Untersuchungsbehörden schreiben.

Bild Blick auf Bielsee. Im Vordergrund ist ein Fernrohr zu sehen.
Die Polizei hat nach einem Zeugenaufruf viele Hinweise erhalten, denen sie nun nachgeht. keystone

Inzwischen bestätigte das Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern, dass die 24-jährige Frau an den Folgen des hohen Blutverlusts starb.

Zum Unfall kam es, als das Motorboot mit hoher Geschwindigkeit auf ein kleines, gelbes Gummiboot zufuhr, auf dem sich die 24-jährige Frau und ihr Freund befanden. Das Paar hatte auf der St. Petersinsel ein Picknick gemacht und war in Richtung Lüscherz unterwegs.

Bei Gleitphase ist das Schiff fast in der Luft

Trotz Rufen und Handzeichen änderte das Motorboot laut Polizeiangaben seine Richtung nicht. Um sich zu retten, seien die beiden Insassen des Gummiboots ins Wasser gesprungen.

Ein Boot dieser Art könne bis zu 70 Kilometer pro Stunde erreichen, sagt ein Bootsfahrlehrer und ehemaliger Seepolizist gegenüber «tagesschau.sf.tv». Damit es über das Gummiboot hinweg fahren kann, muss es mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs sein – in der so genannten Gleitphase befindet sich das Schiff praktisch nur noch mit der Schraube im Wasser.

«Wäre es langsamer gefahren, hätte es das Gummiboot vor sich her geschoben oder zur Seite gedrückt.»

Während der Mann danach unversehrt auftauchte, zog sich seine Freundin Verletzungen zu, als sie vom Motorboot erfasst wurde. Sie verstarb am Unfallort. Unmittelbar nach dem Unfall eilten andere Bootsführer sowie Rettungskräfte zu Hilfe. Das Motorboot fuhr ohne anzuhalten in Richtung Biel weiter.

Tempobeschränkung meist nur in Ufernähe

Noch ist unklar, wie weit vom Ufer entfernt sich das Gummiboot befunden hatte. Im so genannten Uferbereich des Sees können sich gewöhnliche Gummiboote problemlos aufhalten. In diesem Bereich, so wie auch am Ufer der St. Petersinsel, müssen Tempolimits eingehalten werden.

Allerdings gebe es zwischen Bielerseeufer und St. Petersinsel auch Abschnitte ohne grundsätzliche Beschränkungen für die Geschwindigkeit. In allen Schweizer Binnengewässern gibt es ab einer gewissen Distanz zum Ufer keine Höchstgeschwindigkeiten mehr.

Bei fast allen Unfällen ist Alkohol im Spiel

Klar ist, dass dem Unfallverursacher eine Strafanzeige droht. «Vermutlich wegen grobfahrlässiger Tötung», so der ehemalige Seepolizist. Unfälle auf Seen gab es in der letzten Zeit nicht gehäufter als vor einigen Jahren, so der Experte weiter. Immer wieder komme es zu kleineren Kollisionen, allerdings in der Regel ohne Fahrerflucht. «Und fast immer ist Alkohol im Spiel.»

Bild Ausschnitt Bielersee.
Da der Bielersee mit dem Neuenburger- und Murtensee verbunden ist, kann sich das gesuchte Boot auch in diesen Gewässern befinden. keystone

Da der Verursacher laut Zeugenaussagen nicht alleine auf dem Boot war, könne die Polizei auch auf das schlechte Gewissen der Beteiligten hoffen, sagt der Experte. Oft hätten sich Führerflüchtige nach einigen Tagen freiwillig gestellt.

(sda/sf/gern/stom)

Kommentare aktiv...

R. S., A.
(aix Mann)
Verfasst am: 14.7.2010 15:16

Typisch Schnellboot

Das ist typisch für Schnellbootbesitzer, die... mehr

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T. Palaski, Singapore
(tumpf0815 Mann)
Verfasst am: 14.7.2010 14:43

Ein teures Sportboot dieser Art

Kann sich ja nicht jeder leisten, also sind die... mehr

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F. Frei, Buriram
(thaifritz Mann)
Verfasst am: 14.7.2010 11:33

Verantwortungslos, feige, also kriminell!

Nicht umsonst sieht das Recht für Fahrerflucht... [1]  mehr

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