Schweiz
CH-Medien: Politischer Polanski-Entscheid
Die Kommentatoren der Schweizer Tageszeitungen bewerten die Freilassung von Star-Regisseur Roman Polanski in ihren Dienstagsausgaben mehrheitlich als einen politischen Akt. Kritisiert wird vor allem der «Sonderfall Polanski». «Es sind nicht alle gleich», titelt etwa die «Neue Luzerner Zeitung».
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Der Kommentator glaubt:«Wäre die Hauptperson in diesem Drama nicht Roman Polanski gewesen, sondern ein unbekannter Laienschauspieler - er würde jetzt vor einem US-Gericht stehen».
«Juristisch wackeliges Urteil»
Ähnlich tönt es bei der «Neue Zürcher Zeitung»: «Letztlich geht es um das Eingeständnis, dass bei übergeordnetem Interesse vor dem Recht nicht immer alle gleich sind. Einige sind etwas gleicher», heisst es in der Online-Ausgabe.
Auch beim «Landboten» weckt das Nein zur Auslieferung den Verdacht, «dass letztlich doch nicht für alle gleiches Recht gilt». Und er fragt: «Was, wenn Roman Polanski ein katholischer Geistlicher wäre, der sich vor 33 Jahren des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht hätte?».
Von einem «juristisch wackeligen Urteil», schreibt der «Tagesanzeiger». Zu hoffen sei nun, dass die neue Praxis, Auslieferungsgesuche auch inhaltlich zu prüfen, in Zukunft auch Inhaftierten zugute komme, «die eine weniger gute Lobby haben als der weltberühmte Regisseur».
Auch Verständnis und Lob
Dass künftig bei Auslieferungsgesuchen auch der gesunde Menschenverstand angewendet werden soll, ist für die «Berner Zeitung» «eigentlich eine Selbstverständlichkeit». Peinlich sei nur, «dass es ein paar Staranwälte braucht, um das Justizdepartement dazu zu bringen, seine Handlungsweise zu ändern».
Als ein «letztlich logischer Entscheid» bezeichnet die «Südostschweiz» die Freilassung Polanskis. Da «von US-Seite getrickst wurde», sei Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf nichts anderes übrig geblieben als das Auslieferungsbegehren abzulehnen «getreu nach dem Grundsatz 'im Zweifel für den Angeklagten'».
«Dank der Unabhängigkeit von Frau Widmer-Schlumpf»
Viel Verständnis für die Freilassung Polanskis zeigt der «Bund» und spricht von einem «guten» Entscheid. Widmer-Schlumpf habe juristisch statt politisch entschieden und «das könnte erfreuliche Folgen zeitigen: Alle Beteiligten, die Schweizer Behörden, aber auch die Amerikaner, können so ihr Gesicht wahren».
Ähnlich argumentieren die Westschweizer Medien. Die Schweiz habe sich erhobenen Hauptes aus der Affäre gezogen - «dank der Unabhängigkeit von Eveline Widmer-Schlumpf», schreibt etwa «Le Matin».
«Mutiger und fairer» Entscheid
«24 heures» spricht von einer «doppelten Demonstration der Unabhängigkeitkeit», einmal durch die Verhaftung Polanskis und dann durch Nicht-Auslieferung. Die Affäre zeige, dass «die Schweiz bei der Anwendung des Gesetzes ihre Unabhängigkeit bewahren kann», heisst es im «Le Quotidien Jurassien».
Und für «Le Temps» anerkennt die Schweiz mit dem «mutigen und fairen» Entscheid, «dass es falsch war, ihn [Polanski] unter diesen Umständen zu verhaften - auf Initiative eines Beamten, der die USA alarmierte».
(sda/sf/halp)
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A. Möbius, Berlin
)
(moe_bius
Verfasst am: 14.7.2010 18:53
Ach toll
wie die welschen Zeitungen Beifall klatschen. Das... mehr
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U. Keller, Klaeng
)
(sailer
Verfasst am: 14.7.2010 15:47
«juristisch wackeligen Urteil»
Und wer hat das Urteil gefällt ? BR EWS sagte... [1] mehr
Zustimmen — 3 Leser sind auch dieser Meinung.
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H. M., bern
)
(elisa0307
Verfasst am: 13.7.2010 7:59
Bla bla bla ...!!!!
Vor dem Gesetz sind alle gleich nicht wahr ??... [1] mehr
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