Schweiz
Die Presse weint Bundesrat Leuenberger keine Träne nach
Die Kommentatoren der Schweizer Tageszeitungen haben den angekündigten Rücktritt von Bundesrat Moritz Leuenberger ausnahmslos begrüsst. Gleichzeitig sprechen sie von einer Chance für die Regierung und spekulieren über eine mögliche Mehrfachvakanz. Der Druck auf andere Bundesräte nehme jetzt stark zu, heisst es.
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«15 Jahre sind genug», titelt die «Neue Zürcher Zeitung», «Leuenberger geht. Endlich» heisst es in der «Basler Zeitung».
«Zur Schau gestellte Langeweile»
«Von vielen erhofft und sogar von seiner Partei gewünscht» kommentiert die «Neue Luzerner Zeitung», von einer «Wohltat» schreibt die «Südostschweiz» und als «befreiend» bezeichnet der «Landbote» Leuenbergers Entscheid.
«Immer lustloser» habe er gewirkt («Südostschweiz»), er sei «frustriert gewesen» und habe «im Amt gelitten» («Neue Luzerner Zeitung»), er habe «mit seiner zur Schau gestellten Langeweile» selbst viele Parteifreunde genervt («Tagesanzeiger»/«Bund») und «wenn Bundesräte matt geworden sind, sollten sie unverbrauchten Kräften Platz machen» («NZZ»).
Gegen 80 Prozent der 1618 Umfrageteilnehmer auf «www.tagesschau.sf.tv» sind der Ansicht, dass 15 Jahre in der Exekutive genügen. Lediglich 21 Prozent der User wollten, dass Leuenberger 2011 noch einmal das Bundespräsidentenamt absolviert.
Auch die Westschweizer Zeitungen kritisieren die Amtsdauer des scheidenden Bundesrates, beurteilen den Zeitpunkt des Rücktritts als eine gute taktische Wahl. So schreibt zum Beispiel «Le Temps», Leuenberger habe seine «zu lange Amtszeit mit einer letzten politischen Pirouette» beendet.
Für «24 heures» war Leuenberger das Symbol für einen Bundesrat ohne Zusammengehörigkeitsgefühl und «mit einem Machtanspruch als Selbstzweck». Und «La Liberté» glaubt, dass der Minister für seine Partei zu einer Hypothek für die Parlamentswahlen 2011 geworden sei.
«Clever und intelligent» - ein «talentierter Bundesrat»
Trotz aller Kritik - Leuenbergers Arbeit findet auch Lob. Als «clever, intelligent und brillanten Redner» und als «Taktiker, den guteidgenössischen Kompromiss immer im Visier», beschreibt die «Basler Zeitung» den Magistraten, als «geistreich von Haus aus» mit «staatsmännischem Format», wird er in der «NZZ» gelobt.
Ein «talentierter Bundesrat» sei er gewesen und «mit Gespür für Allianzen, Sinn für Realpolitik und taktischem Geschick» habe er Erstaunliches erreicht, schreibt der «Tagesanzeiger».
Und für die «Aargauer Zeitung» war Leuenberger «intellektuell und menschlich eine Ausnahmeerscheinung».
Einig sind sich die Kommentatoren auch darin, dass nun der Rücktritts-Druck auf andere Bundesräte wächst, allen voran Finanzminister Hans-Rudolf Merz und Aussenministerin Micheline Calmy-Rey.
Leuenbergers Demission «könnte den Anfang der seit langem ersehnten 'Frischzellenkur'» markieren, hofft die «NZZ». Dem Bundesrat biete sich jetzt die Chance, «die verfahrene Situation zu klären», heisst es im «Tagesanzeiger». Ohne Gefahr könne nun die FDP Hans-Rudolf Merz auswechseln. Und zwei Vakanzen böten dann «auch ungleich mehr Möglichkeiten, zwei wirklich geeignete Persönlichkeiten zu bestimmen», schreibt die «Aargauer Zeitung».
(sda/halp)
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O. toneatti, bern
)
(olgar
Verfasst am: 11.7.2010 14:39
Es ist wieder einmal Zeit geworden,
dass die kleinkarierten Schweizer/innen über... mehr
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P. Weber, Zürich
)
(pierre741
Verfasst am: 11.7.2010 11:24
Die einzigen Tränen
sind die Freudentränen, dass er endlich seinen... mehr
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P. Weber, Zürich
)
(pierre741
Verfasst am: 11.7.2010 11:17
Tragisch für die Schweiz:
Der Unfähigste blieb am Längsten!
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