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International

Haiti: Bürokratie behindert Wiederaufbau

Mittwoch, 7. Juli 2010, 16:38 Uhr, Aktualisiert 08.07.2010, 8:50 Uhr

Sechs Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti kommt der Wiederaufbau nur schleppend voran. In der «Rundschau» erheben Hilfsorganisationen Vorwürfe gegen die Regierung des Karibikstaaates. Diese sei für die desolate Situation mitverantwortlich.

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Wettlauf gegen die Zeit (Rundschau vom 7. Juli)

Noch immer liegen grosse Teile der Hauptstadt Port-au-Prince in Trümmern. Und noch immer gibt es Tausende von Menschen, denen das Nötigste fehlt.

Bild Zelte vor einer Bauruine.
Der Wiederaufbau geht nur schleppend voran, viele Haitianer leben noch immer in provisorischen Lagern. Reuters

Die Rundschau besuchte Helfer des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK), die am Rande der Stadt die ersten sturmsicheren Häuser erstellen: mit sechswöchiger Verspätung. Container mit Material für achtzig Häuser wurden im Hafen von Port-au-Prince wochenlang nicht vom Zoll frei gegeben.

Hilfsorganisationen können nicht effizient arbeiten

Mehrere Hilfsorganisationen haben sich bereits bei den Behörden über die Verzögerungen bei der Einfuhr von Hilfsgütern beschwert.

Karl Schuler vom Schweizerischen Roten Kreuz: «Unsere Uhren laufen anders. Wir denken, wir können schnell und effizient Lösung bringen. Man braucht hier eine unglaubliche Geduld und Hartnäckigkeit, um am Ende zu einer Lösung zu kommen.»

Tausende obdachlos

Weiterhin sind Tausende Haitianer obdachlos. Wie etwa Marie-Lourdes Valcin, deren notdürftig zusammengeflickte Behausung kaum der Nachmittagsbrise standhält.

Sie befürchtet das Schlimmste: « Wenn die Hilfsorganisationen hier die ganze Arbeit machen und zusehen müssen, wie wenig unsere eigene Regierung macht, dann werden die irgendwann keine Lust mehr haben, uns zu helfen».

Regierung weist Vorwürfe zurück

Haitis Premierminister Jean-Max Bellerive hält nichts von den Vorwürfen. In einem Interview mit der Rundschau verweist er auf Fortschritte der Regierung. Einiges laufe sogar besser, als vor dem Erdbeben.

«Damals waren Magen-Darm-Infektionen eine der häufigsten Todesursachen hier. Alleine die Tatsache, dass wir jetzt Trinkwasser an alle verteilen, hat die Gesundheit der Menschen um mehr als 30 Prozent verbessert.»

Drohende Tropenstürme

Für die Hilfswerke hat ein Wettlauf mit der Zeit begonnen. Denn in in Haiti bahnt sich neues Unheil an: Tropenstürme. Ausgerechnet diesen Sommer sollen besonders heftige Wirbelstürme über die Karibik fegen.

Bernd Sprachta, Leiter des Aufbauprogrammes des SRK in Haiti, warnt : «Wir werden uns bemühen, so schnell wie möglich unsere Kräfte zu bündeln und alles zu machen, was wir können. Aber wir sind uns bewusst, dass wir vielen vor der Hurricane-Saison nicht helfen können.»

(sf/rundschau)

Kommentare aktiv...

F. Frei, Buriram
(thaifritz Mann)
Verfasst am: 8.7.2010 9:51

Immer das alte Lied

Die verrotteten Regierungen dieser... mehr

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J. Raguth

Verfasst am: 7.7.2010 20:32

haiti

es ist nicht zu glauben da will man den armen... mehr

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