International
60 Jahre nach Kriegsausbruch: Neue CIA-Dokumente zum Koreakrieg
Morgen jährt sich der Ausbruch des Koreakriegs zum 60. Mal. Der US-Geheimdienst wurde damals von den Vorgängen auf der Halbinsel überrascht. Dies geht aus jetzt erst veröffentlichten Dokumenten hervor.
Korea war bereits fünf Jahre geteilt, als im Sommer 1950 der kommunistische Norden den südlichen Teil Koreas überfiel und rasch vorrückte. Dieser Angriff überraschte sowohl die militärische wie auch die zivile Führung der USA.
Der nordkoreanische Vormarsch konnte nur gestoppt werden, weil schlecht ausgebildete und dürftig ausgerüstete Truppen der US-Garnison in Japan eingriffen. Der Einsatz forderte viele Tote und Verwundete.
1300 CIA-Dokumente veröffentlicht
Die massive chinesische Intervention vier Monate später erwischte die US-Führung noch einmal auf dem falschen Fuss. Offenbar waren die US-Geheimdienste über die Vorgänge in Korea kaum informiert.
Dies geht aus einer Analyse der CIA hervor, die erst jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Insgesamt 1300 Dokumente des US-Geheimdienstes wurden zum 60. Jahrestag des Kriegsausbruchs veröffentlicht.
Korea, 1910 von Japan annektiert, war nach dem Zweiten Weltkrieg unter den Siegermächten aufgeteilt worden wie Deutschland. Die Amerikaner hatten den Sowjets die Nordhälfte überlassen und selber den Süden okkupiert. Der 38. Breitengrad trennte die Insel fortan wie der Eiserne Vorhang Europa.
Als 1950 der kommunistische Norden den Süden überfiel, rief der damalige US-Präsident Harry Truman die UNO an. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte den nordkoreanischen Angriff und autorisierte mit der Resolution 85 ein militärisches Eingreifen.
Dieser Beschluss kam nur zustande, weil die vetoberechtigte Sowjetunion die Sitzung boykottierte und so nicht abstimmen konnte. Die Sowjets protestierten mit ihrer Absenz dagegen, dass die Volksrepublik China nicht in die UNO aufgenommen wurde.
Stellvertreterkrieg
Infolge der UNO-Resolution schickten 21 Länder Kampf- oder Sanitätseinheiten nach Korea. Neben Frankreich, Kanada, Grossbritannien und Australien waren auch Belgien, die Niederlande, Griechenland, Kolumbien, ja selbst Luxemburg und Äthiopien dabei.
Den Grossteil der militärischen Kraft aber stellten die USA. Unter US-General Douglas MacArthur gelang es, die Truppen des Nordens, die schon fast ganz Korea besetzt hatten, zurückzuwerfen.
Als die UNO-Truppen die Soldaten Nordkoreas schon fast an die chinesische Grenze zurückgedrängt hatten, griff Peking ein. Mehrere Hunderttausend «Freiwillige», unter denen sich neben Chinesen auch Russen und einige Polen befanden, trieben die Soldaten der UNO-Streitkräfte wieder zurück.
Der Koreakrieg gilt als typischer Stellvertreterkrieg zwischen den kommunistischen Staaten China und Sowjetunion auf der einen, und den kapitalistischen Staaten unter Führung der USA auf der anderen Seite.
Waffenstillstand – bis heute
Der Konflikt forderte auf Seite der UNO 40'000 Opfer, 90 Prozent davon Amerikaner. Auf der gegnerischen Seite starben vermutlich eine Million Soldaten und bis dreimal so viele Zivilisten.
Nach gut drei Jahren waren beide Seiten kriegsmüde und der neue US-Präsident Dwight David Eisenhower erreichte einen Waffenstillstand. Zu dessen Überwachung wurde eine neutrale Kommission eingesetzt, in die auch die Schweiz Einsitz nahm.
Einen Friedensvertrag gibt es bis heute nicht. An der martialisch gesicherten Waffenstillstandslinie am 38. Breitengrad stehen sich noch immer hundertausend nord- und südkoreanische Soldaten gegenüber.
Immer wieder Zwischenfälle
An die Demarkationslinie schliesst sich an der Westküste beider Staaten im Gelben Meer eine 200 Kilometer lange Seegrenze an. Diese legte ein Kommandant der UNO-Truppen 1953 einseitig fest – von Nordkorea wurde die «Northern Limit Line» nie anerkannt.
So kam es infolge von Grenzverletzungen in den letzten Jahren mehrfach zu Seegefechten mit Dutzenden Todesopfern.
UNO verdrängt den Krieg
Obwohl der Koreakrieg vor 60 Jahren als erster Krieg überhaupt unter der Flagge der Vereinten Nationen geführt wurde, wird er von der UNO heute nicht erwähnt. Der blutige Konflikt scheint eine unliebsame Erinnerung zu sein.
Hingegen haben sich US-Veteranen in Seoul an den Kriegsbeginn erinnert. Sie gedachten auf dem Friedhof der südkoreanischen Hauptstadt der Kriegstoten und besuchten ein Kriegsmuseum sowie ein Mahnmal.
(sda/ramf)
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J. Janough, Baar
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(janough
Verfasst am: 25.6.2010 20:28
Nord Korea
Ist eine black hole in our free world. Sind wohl... mehr
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