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Neue Baustellen in Grossbanken?

Sonntag, 20. Juni 2010, 6:54 Uhr

Den Schweizer Grossbanken, insbesondere der UBS, steht offenbar neuer Ärger ins Haus. Zu reden gibt in den Sonntagsmedien der Führungsstil von UBS-CEO Oswald Grübel, die mangelnde Eigenkapital-Ausstattung der Institute und das Finanzdebakel der UBS, das nach Auffassung vieler Parlamentarier in jedem Fall aufgearbeitet werden muss - auch wenn die PUK definitv vom Tisch ist.

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Die Untersuchung der UBS-Vorgänge soll nunmehr durch die Finanzmarktaufsicht (Finma) erfolgen. Das jedenfalls ist die Idee von SP-Nationalrat Roger Nordmann, die er dem «Sonntag» vorgestellt hat.

Und Nordmanns Vorschlag finde Anklang, heisst es: Nicht weniger als 91 Nationalräte, also fast die Hälfte der grossen Kammer, haben dem Bericht zufolge seine parlamentarische Initiative unterschrieben, davon 36 aus dem bürgerlichen Lager – von den Freisinnigen Philipp Müller und Isabelle Moret über den BDP-Präsidenten Hans Grunder bis hin zum SVP-Vize Adrian Amstutz.

UBS-Geschäfte «lückenlos durchleuchten»

Konkret verlangen Nordmann und seine Mitstreiter, dass die Finma verpflichtet wird, die UBS-Geschäfte für die Jahre 2000 bis 2009 «lückenlos zu durchleuchten».

Sie solle erstens klären, wie es dazu kam, dass die UBS mit Staatsgeldern gerettet werden musste. Zweitens gehe es laut Nordmann darum herauszufinden, wie es möglich war, dass die UBS ihren Kunden aktiv und passiv bei Steuerhinterziehung und -betrug geholfen habe – in der Schweiz und im Ausland.

Die Kosten für die Untersuchung schätzt Nordmann auf 15 Millionen Franken: «Damit könnte ein Team von 75 Personen ein Jahr lang arbeiten.»

Riesige Eigenkapitallöcher

Einer neuen Studie zufolge droht den Grossbanken UBS und Credit Suisse noch weiteres Ungemach. Denn sie gehören zu den «am schlechtesten kapitalisierten Banken Europas», heisst es in einem Bericht der «SonntagsZeitung».

Wie das unabhängige Analyseunternehmen CreditSights errechnet hat, fehlen der UBS 27,5 Milliarden Franken Eigenkapital, bei der Credit Suisse seien es 17,5 Milliarden Franken. Damit zählen die Schweizer Grossbanken im europäischen Vergleich zu den Schlusslichtern. Noch grösseren Kapitalbedarf hat nur noch die Deutsche Bank.

Auch die Schweizerische Nationalbank habe im aktuellen Stabilitätsbericht festgestellt, dass eine weitere Kapitalaufstockung der Schweizer Grossbanken «nötig» ist.

Der Wurm nagt an der Teppichetage

Auf den UBS-Etagen scheint der Wurm allerdings auch in der Führungskultur zu stecken. Nach Ansicht von Elli Planta, Präsidentin der UBS-Angestelltenvertretung, will UBS-CEO Oswald Grübel nicht wahrhaben, dass er in «seiner direkten, wenn nicht ruppigen Art, die Leute verschrecke», stellt die 60-jährige streitbare Mitarbeiter-Vertreterin gegenüber dem «Sonntag«» fest. Grübels grösstes Problem sei, dass «er glaubt, alle Mitarbeiter seien wie er», fährt Planta fort.

Drohung von Grübel wirkt kontraproduktiv

Die Drohung von Grübel, «wenn die Grossbanken ihre Risiken zu stark reduzieren müssten, könnte er allenfalls den Devisenhandel ins Ausland verlegen», habe «kontraproduktiv» gewirkt. Denn «der grösste Wunsch der Mitarbeiter ist Ruhe für die UBS», ergänzt Planta. Die Mehrheit der Mitarbeiter - «bis in die höchsten Chefetagen» - seien verängstigt zumal in Krisen. Umso wichtiger sei die Mitarbeitervertretung.

Plantas neu gewählter Nachfolger, Dieter Biegger, übernimmt Anfang Juli. Auch er bemängelt: «Die Äusserungen von Herrn Grübel haben bei Mitarbeitern zu Fragezeichen geführt.» Denen müsse sich Grübel intern stellen.

(sf/halp)

Kommentare aktiv...

U. Keller, Klaeng
(sailer Mann)
Verfasst am: 21.6.2010 10:22

keine Staatsgarantie für die UBS

Statt Reserven für die Bank aufzubauen, und das... mehr

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U. Keller, Klaeng
(sailer Mann)
Verfasst am: 21.6.2010 10:14

Und jetzt die Anderen

Wie könnte man die Schwarzgeldproblematik mit... mehr

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U. Rothenbuehler, Bern
(Arcus5 Mann)
Verfasst am: 20.6.2010 13:32

Wie gesagt....

... der Staatsvertrag wurde nun, mit den... mehr

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