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Mindestens 19 Tote bei Überschwemmungen in Frankreich

Mittwoch, 16. Juni 2010, 8:06 Uhr, Aktualisiert 17.06.2010, 1:34 Uhr

Die schlimmste Flut seit 180 Jahren hat Teile Südfrankreichs überschwemmt. Mindestens 19 Menschen starben. Mehrere Bewohner des besonderes stark betroffenen Gebiets rund um die Stadt Draguignan im Hinterland der Provence werden noch vermisst.

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Viele Menschen sind derzeit ohne Strom. (Tagesschau, 17.06.10)

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Sintflutartiger Regen habe in einigen Orten Überschwemmungen verursacht, wie es sie dort seit 1827 nicht mehr gab, teilte der Wetterdienst Météo France mit. Die meisten Opfer ertranken vermutlich in Fahrzeugen.

Hunderte Menschen mussten mit Helikoptern in Sicherheit gebracht werden und die Nacht in Notunterkünften verbringen, wie die Behörden im Bezirk Var am Mittwoch mitteilten. Im Küstenort Fréjus wurden auch ausländische Touristen in Behelfsunterkünfte gebracht, mehrere Ortschaften wurden verwüstet.

«Das Herz der Stadt ist verwüstet»

Im Laufe des Dienstags hatten sich nach starken Regenfällen riesige Wassermassen durch einige Orte gewälzt. Autofahrer mussten ihre Fahrzeuge abstellen und sich in Treppenhäuser flüchten. In den Strassen von Draguignan stieg das Wasser bis zu zwei Meter hoch. «Wir haben das Herz der Stadt heute Morgen verwüstet vorgefunden», sagte die Unterpräfektin von Var, Corinne Orzechoswski, bei einem Besuch in Draguignan.

Im Laufe einiger Stunden fielen hier bis zu 350 Liter Niederschläge pro Quadratmeter; diese Menge Regen fällt sonst in mehreren Monaten. Etwa 1200 Einwohner des Ortes wurden in Notunterkünften untergebracht, das Gefängnis mit rund 500 Insassen musste evakuiert wurden.

Zahlreiche Strassen und Zugverbindungen in der Region sind gesperrt. Der Flughafen von Toulon wurde von Dienstagabend bis Mittwochmorgen geschlossen, da die Start- und Landebahnen überschwemmt waren. Erst am Donnerstag wird wieder mit normalen Verkehrsverhältnissen gerechnet. Rund 2000 Rettungskräfte aus der Region rückten nach Angaben der Behörden zu Einsätzen aus.

In der Nacht zu Mittwoch waren 200'000 Haushalte ohne Strom, am Mittwochnachmittag waren es immer noch knapp 100'000. Am schlimmsten traf das Unwetter das direkt an der Mittelmeerküste gelegene Département Var. Dort wurden auch die Leichen der Opfer gefunden. Die Behörden forderten die Bewohner zeitweise auf, ihre Häuser und Wohnungen nicht zu verlassen.

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy zeigte sich tief betroffen und rief die Regierung auf, den Opfern alle nötige Unterstützung zukommen zu lassen. Innenminister Brice Hortefeux reiste in die Katastrophenregion, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen.

(sda/muei/schj)

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