International
Italienische Mafia im Trommelfeuer der Justiz
Keine Unterwelt beflügelt die Fantasie von Literaten und Cineasten mehr als die italienische Mafia. «Cosa nostra», «Camorra» und «N'drangheta», die grossen Kartelle Italiens, haben indessen auch heute noch für die Menschen dieser Regionen kein bisschen an Schrecken verloren. Allerdings sind auch die Zeiten für die Mitglieder der «stillen Familien» nicht ganz ohne Ungemach. Allein die letzten eineinhalb Jahre gingen den italienischen Mafiajägern hunderte von Mafiosi ins Netz. Eine Chronik.
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Die jüngste Attacke der italienischen Mafiajäger galt Neapels Superboss Nicola Schiavone. Er ist in der süditalienischen Region Kampanien festgenommen worden.
Erfolg um Erfolg
Seine Festsetzung dürfte für seine Waffenbrüder nur eine weitere unter vielen Schreckensnachrichten gewesen sein. Denn die Mafia-Jäger sind alles andere als untätig. Allein in den letzten 18 Monaten gelang der italienischen Polizei die Festnahme von hunderten von Mafiosi. Dabei ging es nicht nur dem Fussvolk ans Leder. Auch zahlreiche Paten verschwanden hinter den Gittern italienischer Hochsicherheitsgefängnisse.
April 2010: Die italienische Polizei verhaftet im Rahmen einer Gross-Razzia Dutzende Mafiosi im ganzen Land. In Palermo verschwinden dabei 19 Kriminelle hinter Gittern, in der Region Neapels 27 des Camorra-Clans und in Kalabrien gleich drei Familien der N'drangheta.
Im gleichen Monat gelang Spezialeinheiten die Festnahme des seit 17 Jahren gesuchten Mafiabosses Giovanni Tegano. Der 70-Jährige war der Chef der kalabrischen N'drangheta. Tegano gehört zu den 30 meistgesuchten Verbrechern Italiens; nach ihm wurde seit 1995 mit einem internationalen Haftbefehl gefahndet.
Februar 2010: In der Nähe der süditalienischen Stadt Caserta geht den Ermittlern der hochrangige Boss der neapolitanischen Camorra, der 43-jährige Pasquale Giovanni Vargas, ins Netz. Vargas, der mit seiner Frau festgenommen wurde, war wegen Erpressung bereits zu 12 Jahren Haft verurteilt worden.
Dezember 2009: Die Antimafiabehörde kann die Nummer zwei der sizilianischen Mafia, der Cosa nostra, verhaften. In Palermo nahmen Beamte der «Squadra mobile» der Polizei den 28-jährigen Gianni Nicchi fest. Gleichzeitig gelingt es in Mailand, den 74-jährigen Gaetano Fidanzati zu fassen. Gianni Nicchi zählt trotz seines jungen Alters zu den führenden Bossen der Cosa Nostra. Der wesentlich ältere Gaetano Fidanzati (in der Rangliste die Nummer drei) ist ein führender Kopf im Drogenhandel, speziell mit Heroin.
November 2009: Anfang Monat konnten im Rahmen einer landesweit koordinierten Aktion die führenden Köpfe des Russo-Clans unschädlich gemacht werden. Zunächst wurde Salvatore Russo in einem Landhaus bei Somma Vesuviana, in der Nähe Neapels, gestellt. Anderntags wanderte sein Bruder, der 62-jährige Pascuale Russo hinter Gitter. Beiden werden unzählige Morde zur Last gelegt.
August 2009: Die neapolitanische Polizei verhaftet den 28-jährigen Camorra-Boss Giuseppe Bastone. Er war für den Drogenhandel in Scampia zuständig. Der Ort gilt als Hauptplatz für den Rauschgiftverkauf in Italien.
Juli 2009:Die italienische Polizei schnappt in der süditalienischen Region Kampanien den prominenten Camorra-Boss Marcello Calzone. Auch Calzone zählte zu den meist gesuchten Kriminellen Italiens.
Mai 2009: Eine internationale Anti-Mafia-Aktion führt Mitte Monat zur Verhaftung von insgesamt 20 Mafiosi. Im Visier steht der Clan unter der Führung Leonardo Badalamentis, Sohn von Gaetano Badalamenti, einem der einflussreichen Bosse in der Geschichte der Mafia. Im Rahmen der Aktion erfolgte zudem die Auslieferung von Rosario Gambino, Pate des Clans Gambino, an die USA.
Januar 2009: Nachdem sich einer der meistgesuchten Mafiabosse Italiens, Giovanni Setola, durch eine spektakuläre Flucht durch die Kanalisation seiner Verhaftung entziehen konnte, wird er zwei Tage später in Caserta in Süditalien dennoch festgenommen.
(sf/from)
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A. Arnold, Ebikon
)
(A.Arnold
Verfasst am: 15.6.2010 14:53
Der Italienischen Mafia gehts
an den Kragen!Bravo,weiter so, es gibt noch viel... mehr
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