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Max Göldi: «Ich bin mir keiner Schuld bewusst»

Montag, 14. Juni 2010, 12:02 Uhr, Aktualisiert 16:36 Uhr

Nur Stunden nach der Rückkehr in die Schweiz hat Max Göldi in Bern an einer Medienkonferenz seine Sicht der Dinge kundgetan. Er sei sich keiner Schuld bewusst, sagte Göldi. Politische Fragen blockte er jedoch konsequent ab.

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Max Göldi: «Ich bin mir keiner Schuld bewusst.»

Zu Beginn ergriff Andreas Bantel, Mediensprecher der Familie Göldi, das Wort: «Es ist ein Tag, an dem Freude herrscht», begrüsste Bantel die Journalisten. Es sei aber nicht selbstverständlich, dass Max Göldi schon einen Tag nach seiner Rückkehr vor die Medien trete.

«Wenn Max Göldi sagt, er habe gewisse Ermüdungserscheinungen, bitte ich Sie, das zu respektieren, es war ein Nervenkrieg», erklärte Bantel weiter.

«Ich bin unschuldig»

Dann sprach der frisch zurückgekehrte Max Göldi. Er sei müde, aber sehr glücklich, wieder zu Hause zu sein. Er sei Opfer eines Konfliktes geworden, mit dem er nichts zu tun gehabt habe: «Ich bin mir keiner Schuld bewusst», sagte Göldi. Er danke aber allen, die zu seiner Freilassung beigetragen hätten.

Dann erklärte Göldi seine Sicht der Dinge: Nach seiner Verhaftung habe er in der Zelle Rachid Hamdani kennengelernt. Nach zehn Tagen Haft sei er wieder freigelassen worden und habe sich sofort in die Botschaft begeben.

Ohne Grund in Isolationshaft

«Die Ereignisse in den nächsten elf Monaten möchte ich nicht detailliert erzählen», sagte Göldi weiter. Dann, am 18. September 2009 seien er und Rachid Hamdani ins Spital bestellt und entführt worden. Das sei ein Teil der Formalitäten für die Ausreise, hätten ihnen die libyschen Behörden glaubhaft gemacht.

«Im Nachhinein könnte man uns vorwerfen, dass wir naiv gewesen sind», gab sich Göldi selbstkritisch. Vor den Augen zweier Diplomaten seien sie von Sicherheitskräften überwältigt worden, es habe sich um eine 53-tägige Entführung gehandelt.

«Kein persönlicher Kontakt»

Danach seien sie in Isolationshaft gesteckt worden. Sie hätten auch keinen Kontakt untereinander haben dürfen. Er habe die Zeit in einem Zimmer mit abgedunkelten Fenstern verbracht. Man habe ihm einzig Bücher zum Lesen gegeben.

Dann, am 9. November seien sie einem Gericht vorgeführt worden und dann ohne Erklärung freigelassen worden - und sofort wieder in die Botschaft gegangen.

Die Wachmannschaft, die ihn während der Isolationshaft bewacht habe, sei ihm gegenüber korrekt gewesen, erklärte Göldi auf eine entsprechende Frage. Jedoch nehme er an, dass diese die Anweisung hatten, nicht mit ihm zu sprechen. Er habe «es halt einfach überlebt».

Kein Kontakt zur Familie

Auf die Frage, was den Ausschlag gegeben habe, dass er sich entschieden habe, die Botschaft zu verlassen und ins Gefängnis zu gehen, erklärte Göldi: «Ich wollte meinen Teil zur Lösung der Krise beitragen.»

Immer wieder sei der Kontakt zu seiner Familie unterbrochen gewesen. Zum Teil habe er Briefe geschrieben, diese wurden aber nicht immer weitergeleitet. «Die letzten vier Monate in der Haft war Briefkontakt jedoch möglich», sagte Göldi.

Die Dankbarkeit des Bruders

Auch der Bruder von Max Göldi, Moritz Göldi, nahm an der Medienkonferenz Stellung. Er bedankte sich speziell bei den Botschaftsangehörigen in Tripolis. Diese hätten durch ihre persönlichen und engagierten Berichte die Situation für sie zu Hause erträglicher gemacht, sagte Moritz Göldi.

«DOK» zur Libyen-Affäre

Erklärung der Familienangehörigen

Die Familie von Max Göldi hatte bereits vor der Medienkonferenz eine schriftliche Erklärung abgegeben. Sie hätten «mit grosser Erleichterung heute Morgen früh um 1.00 Uhr - nach knapp zwei Jahren der unfreiwilligen Trennung - Max wieder in der Schweiz willkommen» geheissen, schrieb die Familie darin. Deshalb sei ihre Freude unbeschreiblich, «dass das lange Warten, Bangen und Hoffen ein Ende gefunden» habe.

Die vollständige Erklärung finden Sie hier.

Die Mitarbeiter der Botschaft hätten seinen Bruder täglich besucht und die Familie in der Schweiz jeden Tag per Mail informiert.

Die Freude der ABB

«Wir sind auch beeindruckt vom Verantwortungsbewusstsein der ABB», erklärte Göldi weiter. Genauso wie der Einsatz von Amnesty International eindrücklich gewesen sei.

«Bis heute 01.30 Uhr war alles unsicher und es ist eine grosse Freude, dass wir ihn persönlich in die Arme schliessen durften in Kloten», gab sich ABB-Vertreter Ron Popper erleichtert über Göldis Rückkehr.

Auf die Frage, ob die ABB nun Konsequenzen aus dem Fall ziehe, erklärte Popper: «Es ist zu früh dafür, das Wichtigste ist, dass Max zurück ist.»

(sf/bucf)

Kommentare aktiv...

I. Ndlovu, Mbombela
(Ndlovu Mann)
Verfasst am: 15.6.2010 18:01

bin mir keiner Schuld bewusst

... nun, es genuegt halt manchmal, zur falschen... mehr

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Y. Baum, Herisau
(Schauinsland Mann)
Verfasst am: 15.6.2010 9:21

Die Max-Göldi-Soap

Bringt die ganze Gaddafi/Göldi-Medien-Kinderei... mehr

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A. Möbius, Berlin
(moe_bius Mann)
Verfasst am: 15.6.2010 8:47

Schön und gut

für Max Göldi. Mich erschreckt, dass ich am... [1]  mehr

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