Schweiz
Max Göldi: «Ich bin mir keiner Schuld bewusst»
Nur Stunden nach der Rückkehr in die Schweiz hat Max Göldi in Bern an einer Medienkonferenz seine Sicht der Dinge kundgetan. Er sei sich keiner Schuld bewusst, sagte Göldi. Politische Fragen blockte er jedoch konsequent ab.
- 18.06.10: Schweiz prüft Klage gegen Libyen wegen Entführung
- SF Wissen: Videodossier: «Libyen-Affäre»
- Persönliche Erklärung der Familienangehörigen von Max Göldi
- 13.06.10: Göldi zurück in der Schweiz
- Erleichterung über Göldi-Freilassung in der EU
- «Die Wiedersehensfreude ist unbeschreiblich»
- Verhältnis zu Libyen auf dem Prüfstand
- 13.06.10: Göldi unterwegs zum Flughafen - Calmy-Rey bereits auf dem Heimflug
Artikel bewerten
Artikel teilen
Zu Beginn ergriff Andreas Bantel, Mediensprecher der Familie Göldi, das Wort: «Es ist ein Tag, an dem Freude herrscht», begrüsste Bantel die Journalisten. Es sei aber nicht selbstverständlich, dass Max Göldi schon einen Tag nach seiner Rückkehr vor die Medien trete.
«Wenn Max Göldi sagt, er habe gewisse Ermüdungserscheinungen, bitte ich Sie, das zu respektieren, es war ein Nervenkrieg», erklärte Bantel weiter.
«Ich bin unschuldig»
Dann sprach der frisch zurückgekehrte Max Göldi. Er sei müde, aber sehr glücklich, wieder zu Hause zu sein. Er sei Opfer eines Konfliktes geworden, mit dem er nichts zu tun gehabt habe: «Ich bin mir keiner Schuld bewusst», sagte Göldi. Er danke aber allen, die zu seiner Freilassung beigetragen hätten.
Dann erklärte Göldi seine Sicht der Dinge: Nach seiner Verhaftung habe er in der Zelle Rachid Hamdani kennengelernt. Nach zehn Tagen Haft sei er wieder freigelassen worden und habe sich sofort in die Botschaft begeben.
Ohne Grund in Isolationshaft
«Die Ereignisse in den nächsten elf Monaten möchte ich nicht detailliert erzählen», sagte Göldi weiter. Dann, am 18. September 2009 seien er und Rachid Hamdani ins Spital bestellt und entführt worden. Das sei ein Teil der Formalitäten für die Ausreise, hätten ihnen die libyschen Behörden glaubhaft gemacht.
«Im Nachhinein könnte man uns vorwerfen, dass wir naiv gewesen sind», gab sich Göldi selbstkritisch. Vor den Augen zweier Diplomaten seien sie von Sicherheitskräften überwältigt worden, es habe sich um eine 53-tägige Entführung gehandelt.
«Kein persönlicher Kontakt»
Danach seien sie in Isolationshaft gesteckt worden. Sie hätten auch keinen Kontakt untereinander haben dürfen. Er habe die Zeit in einem Zimmer mit abgedunkelten Fenstern verbracht. Man habe ihm einzig Bücher zum Lesen gegeben.
Dann, am 9. November seien sie einem Gericht vorgeführt worden und dann ohne Erklärung freigelassen worden - und sofort wieder in die Botschaft gegangen.
Die Wachmannschaft, die ihn während der Isolationshaft bewacht habe, sei ihm gegenüber korrekt gewesen, erklärte Göldi auf eine entsprechende Frage. Jedoch nehme er an, dass diese die Anweisung hatten, nicht mit ihm zu sprechen. Er habe «es halt einfach überlebt».
Kein Kontakt zur Familie
Auf die Frage, was den Ausschlag gegeben habe, dass er sich entschieden habe, die Botschaft zu verlassen und ins Gefängnis zu gehen, erklärte Göldi: «Ich wollte meinen Teil zur Lösung der Krise beitragen.»
Immer wieder sei der Kontakt zu seiner Familie unterbrochen gewesen. Zum Teil habe er Briefe geschrieben, diese wurden aber nicht immer weitergeleitet. «Die letzten vier Monate in der Haft war Briefkontakt jedoch möglich», sagte Göldi.
Die Dankbarkeit des Bruders
Auch der Bruder von Max Göldi, Moritz Göldi, nahm an der Medienkonferenz Stellung. Er bedankte sich speziell bei den Botschaftsangehörigen in Tripolis. Diese hätten durch ihre persönlichen und engagierten Berichte die Situation für sie zu Hause erträglicher gemacht, sagte Moritz Göldi.
Erklärung der Familienangehörigen
Die Familie von Max Göldi hatte bereits vor der Medienkonferenz eine schriftliche Erklärung abgegeben. Sie hätten «mit grosser Erleichterung heute Morgen früh um 1.00 Uhr - nach knapp zwei Jahren der unfreiwilligen Trennung - Max wieder in der Schweiz willkommen» geheissen, schrieb die Familie darin. Deshalb sei ihre Freude unbeschreiblich, «dass das lange Warten, Bangen und Hoffen ein Ende gefunden» habe.
Die vollständige Erklärung finden Sie hier.
Die Mitarbeiter der Botschaft hätten seinen Bruder täglich besucht und die Familie in der Schweiz jeden Tag per Mail informiert.
Die Freude der ABB
«Wir sind auch beeindruckt vom Verantwortungsbewusstsein der ABB», erklärte Göldi weiter. Genauso wie der Einsatz von Amnesty International eindrücklich gewesen sei.
«Bis heute 01.30 Uhr war alles unsicher und es ist eine grosse Freude, dass wir ihn persönlich in die Arme schliessen durften in Kloten», gab sich ABB-Vertreter Ron Popper erleichtert über Göldis Rückkehr.
Auf die Frage, ob die ABB nun Konsequenzen aus dem Fall ziehe, erklärte Popper: «Es ist zu früh dafür, das Wichtigste ist, dass Max zurück ist.»
(sf/bucf)
Meldungen im Tagesverlauf
- Brandkatastrophe in Katar fordert 19 Todesopfer
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Shaqiri erneut «Spieler des Jahres»
- Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
- Ungefährdeter Sieg für die Ukraine
- Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
- Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
- SP könnte Steuerabkommen kippen
- Golden Gate Bridge im Lichterregen
- Annan ist schockiert über Massaker in Syrien
- Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
- Wacker Thun verpasst Titel knapp
- 18 Milliarden Euro Hilfen für griechische Banken
- Sion verbleibt in der Super League
- Zwei Tote bei Absturz von Schweizer Flugzeug in Deutschland
- «Solar Impulse» bleibt vorläufig in Madrid


Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
Brandkatastrophe in Katar fordert 19 Todesopfer
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Levrat lehnt Steuerabkommen ab
Facebook-Foto verleitet Räuber zu Überfall
Bankia und Katalonien am Bettelstab
Afghanistan: Gasangriffe sollen Mädchen vom Schulbesuch abhalten
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Jetzt sorgen Militärvelos für rote Köpfe
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert



















I. Ndlovu, Mbombela
)
(Ndlovu
Verfasst am: 15.6.2010 18:01
bin mir keiner Schuld bewusst
... nun, es genuegt halt manchmal, zur falschen... mehr
Zustimmen — 4 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 4 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
Y. Baum, Herisau
)
(Schauinsland
Verfasst am: 15.6.2010 9:21
Die Max-Göldi-Soap
Bringt die ganze Gaddafi/Göldi-Medien-Kinderei... mehr
Zustimmen — 27 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 4 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
A. Möbius, Berlin
)
(moe_bius
Verfasst am: 15.6.2010 8:47
Schön und gut
für Max Göldi. Mich erschreckt, dass ich am... [1] mehr
Zustimmen — 33 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 6 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten