Schweiz
Ölpest: Kommt jetzt Hilfe aus der Schweiz?
BP und die amerikanische Armee setzen im Kampf gegen den Ölteppich auf Hilfe aus der Schweiz: Eine Spezialtextilie der Nanotechnologie-Firma HeiQ in Bad Zurzach soll die Ölpest eindämmen. Der «Oilguard» wurde speziell für die Katastrophe im Golf von Mexiko entwickelt und soll noch diese Woche vor Ort getestet werden.
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Mehrere Versuche von BP, die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko einzudämmen, sind bereits gescheitert. Nun soll im Kampf gegen den Ölteppich eine Schweizer Erfindung zum Einsatz kommen, wie die Zeitung «Sonntag» gestern berichtete.
Ein Prototyp des «Oilguards» sei bereits unterwegs in die USA bestätigt Carlo Centonze, der Geschäftsführer HeiQ gegenüber «tagesschau.sf.tv.» Das 500 Meter lange und 5,5 Meter breite Vlies solle «sobald wie möglich», wahrscheinlich noch diese Woche in einem Grossversuch vor Ort getestet werden.
Bis 300 Kilometer Vlies pro Tag
Die Firma HeiQ ist auf wasser- und ölabweisende Textilien, wie sie zum Beispiel für Schutzkleidung verwendet werden, spezialisiert. Auf dieser Technologie basierend hat das Unternehmen innerhalb eines Monats zusammen mit seinem deutschen Partner, dem Textilhersteller TWE, den «Oilguard» entwickelt.
«Für die Ölpest haben wir das Vlies so ausgerüstet, dass es Wasser abweist und Öl aufsaugt», erklärt Centonze. Zusammen mit TWE könne man ab sofort täglich 30 Tonnen der Textilie produzieren – die Menge entspreche einem Schutzschild von 10 Kilometer Länge. Mittelfristig könne die Produktion sogar auf 300 Kilometer Strandschutz pro Tag gesteigert werden.
Gespräche mit verschiedenen Akteuren
Neben dem Ölkonzern interessieren sich auch die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA und die US-Armee für den «Oilguard». Am Mittwoch stellt HeiQ am Firmensitz in Bad Zurzach einer Delegation von US-Militärs das Spezialvlies vor. Auch mit der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA sowie WWF und Greenpeace sei man im Gespräch. «Wir fahren auf verschiedenen Pisten», erklärt Centonze.
Denn zurzeit sei nicht klar, wer im Kampf gegen die Ölpest die Federführung habe, es gebe verschiedene Kompetenzzentren und Entscheidungsträger. Sobald von einem Akteur der konkrete Auftrag eintreffe, lege man mit der Produktion los: «Jemand muss entscheiden und bestellen, dann drücken wir sofort den grünen Knopf.»
Aufwändig aber günstig
Der «Oilguard» soll im Golf von Mexiko zwei Funktionen erfüllen: Auf das offene Wasser ausgelegt, soll das Vlies das Öl aufsaugen, bevor dieses die Küste erreicht. Am bereits verschmutzen Strand soll es zur Reinigung auf dem Boden ausgelegt werden. Die vollgesogenen Matten werden eingerollt und zur Energiegewinnung in einem Kraftwerk verbrannt. In einem nächsten Entwicklungsschritt wolle man das Rohöl aus der Textilie herauslösen und so der Benzinproduktion zuführen können, sagt Centonze.
Bei den Tests im Wasserbecken habe der «Oilguard» funktioniert, sagt der Geschäftsführer. Die grosse Herausforderung sei nun, das Vlies am Unglücksort auszulegen. Dies sowie das Einrollen und Abtransportieren sei extrem personalintensiv, sagt Centonze. Dazu brauche HeiQ vor Ort Partner wie die Armee und Umweltschutzorganisationen. Mit Kosten von acht bis zehn Euro pro Kilogramm Vlies sei die Massnahme gegen die Ölpest aber verhältnismässig günstig.
Viele Hilfsangebote an BP
«Zur Zusammenarbeit mit der Nanotechnologie-Firma HeiQ kann ich nichts sagen, denn alle Hilfsangebote werden in den USA koordiniert», sagt Isabelle Thommen, Pressesprecherin von BP Schweiz. «BP erhielt bislang über eine Million Hilfsangebote» so Thommen weiter. Diese würden derzeit alle von einem Gremium in den USA geprüft.
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B. Froehlich, Petra / Lesbos
)
(B.Froehlich
Verfasst am: 8.6.2010 23:23
Den Augenverschliessern und Ablehnern
wuensche ich eine gute Zukunft mit dem Fetisch... mehr
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R. Fauser, Augsburg
)
(Binzottl
Verfasst am: 8.6.2010 21:12
Die Ölpest
setzt sich unter der Wasseroberfläche fort, in... mehr
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R. Blaser, Aeschi
)
(Resalb
Verfasst am: 8.6.2010 1:41
Bärendienst
Verbrennung der voll gesogenen Matten im... mehr
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