International
Ölverschmierte Vögel symbolisieren Ausmass der Katastrophe
Seit dem Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon» sind die Vögel zum Symbol für das erschreckende Ausmass der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko geworden. Ölverschmierte Möwen und Pelikane, die mit grossen Augen in die Kameras blicken, rühren die Herzen der Menschen. Derweil zeigt die neue Eindämmungsmethode mit dem Absaug-Trichter nicht den gewünschten Erfolg.
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«Es ist einfach traurig», sagte Nils Warnock, der schon seit 1985 Vögel vor dem Öl rettet. Er lebt in Kalifornien und sieht die Tiere im Golf nur auf Fotos, trotzdem treffen ihn die Bilder. «Man sieht diese Vögel vollständig mit Öl überzogen und man kann nur in diese Augen blicken. Man muss schon sehr hart im Nehmen sein, um von diesem Bild nicht berührt zu werden», so Warnock weiter.
«Der Pelikan ist wirklich zu einem Aushängeschild geworden, auf das sich die Menschen konzentrieren», erklärte Melanie Driscoll, die für eine Umweltstiftung arbeitet. «Dieser
Vogel ist das Symbol. Sie sind sichtbar. Sie sind charismatisch.»
In Alaska, wo inzwischen 21 Jahre seit dem Unglück des Öltankers «Exxon Valdez» vergangen sind, können viele den Anblick der leidenden Vögel nicht ertragen. «Ich wünschte, jemand würde sie von ihrem Elend schnell erlösen», sagte Nancy Bird vom Prince William Sound Science Center, das die Auswirkungen der Katastrophe von 1998 beobachtet. «Ein solches Tier einen langsamen Tod sterben zu sehen ist verstörend.»
Der Pelikan, das Wappentier von Louisiana, ist zu einem Symbol für den Tod geworden -nicht nur für die Vögel auf den Fotos, sondern für wahrscheinlich tausende weitere. «Wenn man ölverschmierte Vögel sieht, kann man davon ausgehen, dass der Tod weit verbreitet ist», sagte der Ornithologe Rosenberg. «Sie sind ein Indikator dafür, was im gesamten Ökosystem passiert.»
Einige Vogelarten, besonders die im Marschland verborgenen, wie die Klapperralle, der Strandammer und die Florida-Ente, werden wohl nicht auf den Titelseiten auftauchen. Ihr Leiden spielt sich ausserhalb des Blickwinkels der Kameras ab. «Diese Vögel werden keinen Nachruf bekommen», sagt Driscoll. «Sie werden einfach verschwinden. Es ist eine unsichtbare Tragödie.»
Täglich 160'000 Liter Öl auffangen
Derweil zeigen die jüngsten Bemühungen zur Eindämmung der Ölpest im Golf von Mexiko noch keinen Durchbruch. Der Absaug-Trichter auf dem Bohrloch fängt weniger als ein Zehntel des ausströmenden Öls auf, wie Thad Allen, General der US-Küstenwache, schätzte.
BP hatte zuletzt einen Absaug-Trichter über die defekte Bohrleitung am Meeresboden gestülpt. Damit werden derzeit laut Allen täglich rund 160'000 Liter Öl aufgefangen, das meiste strömt aber weiterhin ungehindert ins Meer. BP hatte die Hoffnung geäussert, durch Anpassungen an der Absaug-Vorrichtung, die aufgefangene Menge steigern zu können.
Öl mittlerweile bis nach Florida
Nach einer Studie der Universität von Miami erstreckt sich der Ölteppich im Golf inzwischen über rund 25'000 Quadratkilometer. Das Öl erreichte am Freitag auch den US-Bundesstaat Florida.
Erste Teerklumpen seien am Badeort Pensacola an Land geschwemmt worden, berichtete Bürgermeister Mike Wiggins. Ausserdem habe sich ein Ölfilm der Küste bis auf wenige Kilometer genähert, sagte er dem TV-Sender CNN.
Bereits vor Tagen hatte die Ölpest die Bundesstaaten Alabama und Mississippi erreicht. Zuvor war nur die Küste Louisianas betroffen. Heftige Winde hätten den Ölschlick in der Nacht bis zur Pelikan-Kolonie auf der Insel Queen Bess getrieben, berichtete die US-Einsatzzentrale.
Tierschützer hätten 60 verklebte Vögel entdeckt, darunter 41 Pelikane. Die Tiere seien gereinigt worden, hätten jedoch nur noch eine 50- bis 70-prozentige Überlebenschance.
Obama dämpft Hoffnungen
US-Präsident Barack Obama rechnet nicht damit, dass BP das Öl-Leck im Golf von Mexiko in absehbarer Zeit abdichten kann. Auch kritisiert er den Ölkonzern, nicht genug Finanzielle Mittel für die Ölbekämpfung bereitzustellen. Zum Artikel
(sda/ddp/olsm/bosy)
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E. Raouf, Gsteigwiler
)
(gambit
Verfasst am: 6.6.2010 2:20
was können die tiere dafür?
die bilder sprechen für sich...
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B. Scheidegger, Bern
)
(Sanderston
Verfasst am: 5.6.2010 21:07
Frau Hasler 'Riesenkatastrophe'
Man bedenke,dass hier auf über 40'000 km2 ein... [1] mehr
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S. Segal, Zürich
)
(O.S.
Verfasst am: 5.6.2010 20:42
BP
Seid blos froh, dass die keine Atomkraftwerke... mehr
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