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Mankell: «Ich glaube, Israel hat auf dem Schiff Mord begangen»
Zutiefst erschüttert: Bestsellerautor Henning Mankell befand sich unter den 700 pro-palästinensischen Aktivisten auf den sechs Schiffen der Solidaritäsflotte, die vom israelischen Militär angegriffen wurden. Vor einer Lesung in Berlin sprach der Schriftsteller über seine Erlebnisse.
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«Ich glaube, Israel hat auf diesem Schiff Mord begangen», sagte Mankell. Zuvor musste die ersten Stationen seiner Lesereise - Zürich und Konstanz - aufgrund des Vorfalls ausfallen lassen.
«Ich war da, in einem der Schiffe, die angegriffen wurden», erzählte der Krimiautor. Von einem der kleineren Schiffe, vielleicht aus einem Kilometer Entfernung, habe er beobachtet, wie das Passagierschiff mit den Verletzten und Toten gestürmt wurde. Jedoch habe er erst zwei Tage später, als er mit der Lufthansa gen Heimat geflogen sei, erfahren, dass zehn Menschen dabei getötet wurden.
Er sei sicher, dass sie sich noch deutlich vor israelischem Gebiet aufhielten, als der Angriff erfolgte. «Es war vier Uhr morgens und Schüsse weckten die Besatzung», erzählte Mankell. Maskierte Soldaten mit Maschinengewehren hätten auch das Schiff geentert, auf dem er sich befand.
Vorwurf: «Israel illegal betreten»
Die Pro-Gaza-Aktivisten hätten in einer kleinen Gruppe zusammengesessen, während die Israelis das Schiff durchsuchten. «Ein Waffenfund» von Rasierklingen und Messern zum Kartonaufschneiden habe als Grund ausgereicht, das Schiff zu beschlagnahmen und nach Israel zu verschleppen.
«Wir wurden gekidnappt», entrüstete sich Mankell. Elf Stunden hätten sie die Sonne nicht gesehen, elf Stunden seien sie festgehalten worden. Einzeln wurden sie dann vorgeladen, wie der Bestsellerautor sagte. Vorgeworfen worden sei ihnen, sie hätten Israel illegal betreten.
Zu acht Personen hätten sie dann in einem kleinen Raum ausgeharrt. Ein schwedischer Abgeordnete habe es letztendlich geschafft, Kontakt zu ihrer Botschaft einzufordern.
Die israelischen Soldaten beschlagnahmten vom schwedischen Schriftsteller alles, was er bei sich hatte: Handy, Kamera, Kreditkarte, Kleidung - sogar seine Socken, so dass er barfuß in den Flieger steigen musste, erzählte Mankell. Er habe zwar damit gerechnet, dass die Israelis die Schiffsmaschinen mit Waffeneinsatz außer Gefecht setzen würden.
Mankell ginge wieder an Bord
Der Tod der zehn Menschen mache ihn aber sehr traurig. «Das war das Dümmste, was sie hätten tun können», sagte Mankell. Er sei jetzt sehr müde: Er habe viel Gewalt und Aggression gesehen, aber auch viel Courage.
Es sei ein kleiner Schritt vorwärts, dass der Vorfall so viele Reaktionen ausgelöst habe. Um sich für Hilfsgüter in den Gazastreifen einzusetzen und gegen die Blockade, würde er wieder an Bord gehen. «Ich habe nicht soviel Angst», sagte er.
(apn/bucf)
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