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International

Guatemala City versinkt im Boden

Dienstag, 1. Juni 2010, 17:58 Uhr, Aktualisiert 02.06.2010, 12:13 Uhr

Sintflutartige Regenfälle, die Senklöcher verursachten, Erdrutsche, Überschwemmungen sowie rund 110‘000 evakuierte Personen: Tropensturm «Agatha» hat in Mittelamerika die Sturmsaison fulminant eröffnet. Bislang kostete der Sturm 179 Menschen das Leben, davon alleine 152 in Guatemala. Rund 100 Personen werden noch vermisst.

Tropensturm «Agatha» hat Guatemala besonders hart getroffen. In der Hauptstadt Guatemala City riss das Wasser nach dem Einbruch eines Kanals unter der Stadt ein riesiges, 30 Meter tiefes Loch, in das ein ganzes Gebäude versank.

Haus vom Erdboden verschluckt

«Wir haben viele Tote. Die Strassen sind blockiert. Die Notunterkünfte sind überfüllt. Wir brauchen Wasser, Nahrung, Kleidung, Decken und mehr als alles andere Geld», sagte der Gouverneur der Provinz Chimaltenango, Erick de Leon.

Im Westen der Hauptstadt Guatemala City hätten Erdrutsche etliche Dörfer unter sich begraben und dabei mindestens 60 Menschen in den Tod gerissen, so de Leon. Guatemalas Präsident Álvaro Colom sagte, die Zerstörungen seien schwerwiegender als nach den Wirbelstürmen «Mitch» (1998) und «Stan» (2005).

Bild Vier Rettungshelfer in orangenen Anzügen auf einer Erdhalde.
Rettungskräfte suchen nach dem Tropensturm weiter nach Vermissten, versichern die Behörden. reuters

Notstand in Mittelamerika

Die Situation ist nicht nur in Guatemala dramatisch. Betroffen ist ganz Mittelamerika. Denn auch in El Salvador und Honduras hinterliess «Agatha» eine Spur der Verwüstung. In allen drei Ländern wurde der Notstand ausgerufen.

In Honduras wurden 17 Tote gemeldet. Nach sintflutartigen Regenfällen führen die Flüsse Hochwasser und die Meteorologen haben noch keine Entwarnung gegeben. Denn die Regengüsse sollen noch drei weitere Tage anhalten.

Die Behörden rief die Bevölkerung auf, sich von den Gewässern fern zu halten. Tausende sind dem Aufruf gefolgt und haben ihre Häuser verlassen.

Über 11'000 Menschen evakuiert

Im Nachbarland El Salvador trat der Fluss Lempa bereits über die Ufer, mindestens 20 Dörfer sind überflutet. Nun bedroht der anhaltende Regen die Hauptstadt San Salvador. Die Behörden befürchten, dass der Fluss Acelhuate die Hauptstadt überflutet.

Schulen und Universitäten haben den Unterricht eingestellt. Über 11'000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Bislang sind in El Salvador zehn Personen durch die Unwetter ums Leben gekommen. Die Zahl könnte allerdings noch steigen, zwei Personen werden noch vermisst.

EU spricht 3 Millionen Euro

Angesichts der dramatischen Situation hat die EU Finanzhilfe in Höhe von 3 Millionen Euro für die Opfer des Tropensturms «Agatha» in Mittelamerika bewilligt. Nach Angaben der EU sollen von dem Geld Lebensmittel, Wasser, Erste-Hilfe-Ausrüstungen gekauft sowie Notunterkünfte gebaut werden.

(agenturen/muei)

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