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International

Zahl der Sturmopfer in Mittelamerika steigt weiter

Montag, 31. Mai 2010, 2:47 Uhr, Aktualisiert 01.06.2010, 3:41 Uhr

In den vom Tropensturm «Agatha» ausgelösten Regenfluten in Mittelamerika sind mittlerweile 135 Menschen zu Tode gekommen. Im vom Unwetter am stärksten betroffenen Guatemala starben durch Erdrutsche und bei Überschwemmungen mindestens 109 Menschen. Viele würden noch vermisst, berichteten die Behörden.

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Verheerende Sturmbilanz in Mittelamerika

In Guatemala, El Salvador und Honduras wurde der Notstand ausgerufen.In Honduras stieg die Zahl der Toten auf 17, in El Salvador verloren mindestens 9 Einwohner das Leben. Insgesamt wurden in den drei Ländern über 150'000 Einwohner vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Rekord-Regenmengen

Durch die heftigen Regenfälle kam es vielerorts zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Nach Angaben von Meteorologen fiel in der Hauptstadt Guatemalas an einem Tag so viel Regen wie normalerweise in einem Monat.

In weiten Teilen von Guatemala-Stadt fiel der Strom aus. Landesweit mussten etwa 112'000 Menschen ihre Wohnungen verlassen, viele wurden in Notunterkünfte gebracht.

Bild Ein Loch in einer Strasse mitten in einer Stadt.
Die Wassermassen des Tropensturms Agatha führten auch in Guatemala-Stadt zu heftigen Erdbewegungen oder -abbrüchen. reuters

Beim schlimmsten Unglück in Guatemala im Regierungsbezirk Solola wurden 25 Häuser unter der Erdmasse begraben. 15 Menschen starben, zehn weitere wurden vermisst, wie der Bürgermeister mitteilte.

«Agatha» war der erste Sturm der Tropensturmsaison, die in der nördlichen Hemisphäre vom 1. Juni bis zum 30. November dauert.

Notstand in 3 Ländern

Guatemalas Staatschef Alvaro Colom hatte am Samstag einen landesweiten Notstand ausgerufen. Nach seinen Angaben waren dutzende Ortschaften wegen blockierter Strassen von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Schulen sollten in den nächsten Tagen geschlossen bleiben.

In Honduras wurde am Sonntag der landesweite Notstand ausgerufen. Auch El Salvadors Staatschef Mauricio Funes verhängte den Notstand über sein Land.

Bild Kinder schieben ihre Fahrräder über eine Schlammlawine.
Wie hier im Dorf Amatitilan in Guatemala verschütteten mehrere Schlammlawinen ganze Dörfer. Reuters

«Agatha» sei zwar mittlerweile von einem Tropensturm auf ein tropisches Tief herabgestuft worden, aber das Erdrutsch- und Überflutungsrisiko bleibe weiter «sehr hoch», erklärte Funes.

Hilfe von aussen

Mexikos Präsident Felipe Calderón bot Guatemala an, den Flughafen in der mexikanischen Grenzstadt Tapachula für Flüge zu nutzen. Kolumbien und die USA hatten angeboten, per Luftunterstützung Hilfsgüter in die von «Agatha» betroffenen Länder zu bringen und bei der Evakuierung der Gebiete zu helfen.

(agenturen/engf/halp)