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International

Wie viel Öl fliesst tatsächlich aus?

Sonntag, 30. Mai 2010, 16:32 Uhr

Der Ölmulti BP hat fast zu jedem Zeitpunkt seit der ersten Explosion auf der Bohrinsel «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko das tatsächliche Ausmass der Katastrophe heruntergespielt. Und die Aussagen des Konzerns haben sich bislang als falsch erwiesen.

Inzwischen ist der Glaubwürdigkeitsverlust bei BP vielleicht genauso schwer zu stoppen wie das Ölleck am Meeresboden.

Bild Mann mit Hand gestikulierend
US-Senator Bill Nelson erhebt schwere Vorwürfe gegen den Ölmulti BP. reuters

«Sie machen einen Fehler nach dem anderen. Das führt zu dem Eindruck, dass sie etwas zu verbergen haben», erklärte US-Senator Bill Nelson aus Florida. «Diese Jungs haben entweder kein Gefühl für die Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit oder sie sind Neandertaler, wenn es um Öffentlichkeitsarbeit geht.»

Da ist zum Beispiel eine der wichtigsten Fragen seit Beginn der Katastrophe am 20. April: Wie viel Öl tritt aus dem Leck aus? Die offizielle Schätzungen sind dabei stetig gestiegen.

Bild Öl, das ins Meer fliesst.
Wie viel Öl tatsächlich ins Meer fliesst, ist nicht klar. zzvnr

Erst hiess es, es trete gar kein Öl aus, dann waren es rund 160‘000 Liter täglich, dann 800‘000 Liter. Und jetzt erklären Wissenschafter, es könnte auch fünf Mal so viel Öl sein. Und immer tat sich BP schwer damit zuzugeben, dass das Ölleck wohl doch grösser sei, als man der Öffentlichkeit gesagt hatte.

Leck-Grösse beeinflusst die Höhe der Strafe

Ein Grund für BP, die Schätzungen so niedrig wie möglich zu halten, ist sicher, dass sich die Höhe der möglichen Strafen gegen BP einem US-Bundesgesetz zufolge nach der Grösse des Lecks richtet.

Die Strafe, welche die Regierung verhängen könne, liege zwischen 1000 und 4300 Dollar pro Barrel (815 bis 3500 Euro je 159 Liter), erklärte Nelson. «Und deshalb wollen sie die Menge, die die Menschen kennen, natürlich möglichst klein halten.»

Erst kürzlich bestätigte BP, dass die Obergrenze der Schätzungen von BP, der Küstenwacht und der Ozeanografiebehörde (NOAA) zur Menge des austretenden Öls inzwischen bei 2,23 Millionen Litern täglich liege. Erst zuvor war BP bereit gewesen einzuräumen, dass die Ölmenge doch grösser sei als die bislang genannten fast 800'000 Liter.

(apn/muei)

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M. Aenishänslin, Gelterkinden
(markus-62 Mann)
Verfasst am: 30.5.2010 22:04

Golf von Mexiko wird zur Öl-Kloake

Man fragt sich, ob sich das Öl-Leck in 1500... mehr

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