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International

Öl sprudelt weiter - Rettung wohl erst im August

Sonntag, 30. Mai 2010, 2:16 Uhr, Aktualisiert 22:22 Uhr

Der Ölkonzern BP hat nach dem Scheitern der sogenannten Top-Kill-Operation die Hoffnung aufgegeben, die gigantische Ölpest im Golf von Mexiko kurzfristig stoppen zu können. Die massive Verschmutzung des Meeres geht damit unablässig weiter. Täglich fliessen 1600 und 3400 Tonnen Rohöl ins Meer.

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Kein Ende der Ölpest in Sicht

BP-Manager Bob Dudley räumte im US-Fernsehen ein, dass auch die nun geplante Abdichtung der vor sechs Wochen bei einer Explosion beschädigten Steigleitung den Ölaustritt höchsten vermindern könne. Ein endgültiger Stopp sei erst mit dem Fertigstellungen von Ersatzbohrungen Ende August zu erwarten.

Mit diesen Entlastungsbohrlöchern soll der Druck auf das lecke Bohrloch verringert werden. «Wir sind damit halb fertig. Aber je weiter runter wir kommen, desto schwieriger wird es», erklärte BP-Manager Doug Suttles.

«Wir haben es gestern versäumt, das Biest in die Knie zu zwingen.»
Bob Dudley, BP-Manager

«Nun, der Entsatzbrunnen (zur Druckminderung) Ende August wird sicherlich das Ende, der Endpunkt dieses Spiels sein», sagte Dudley in der ABC-Sendung «This Week». «Wir haben es gestern versäumt, das Biest in die Knie zu zwingen.»

Einschätzungen von Tilman Lingner, SF-Korrespondent

Obama reagierte tief enttäuscht auf die Nachricht vom Scheitern der Top-Kill-Operation. Dass nun weiter Öl in die bereits stark verschmutzten Gewässer ströme, sei «ebenso empörend wie herzzerreissend», erklärte der Präsident.

Obama sagte, er habe angewiesen, dass BP nun den Alternativplan starte, das Öl in einem Behälter über der Quelle aufzufangen. Das Unternehmen wollte umgehend damit beginnen. Dabei wird das bestehende Steigrohr zur Quelle abgesägt und ein Auffangbehälter darüber gestülpt. Von dort soll es zu einem Schiff geleitet werden.

Risiko Hurrikan

Ob das klappt, soll in vier bis sieben Tagen feststehen. Ein ähnlicher Versuch war vor Wochen gescheitert, weil Eiskristalle die Leitung verstopften. Die Umweltberaterin von Präsident Barack Obama, Carol Browner, sagte, die US-Regierung sei auf das Schlimmste gefasst: Dass die defekte Steigleitung irreparabel ist und massenhaft Öl bis zur Fertigstellung von Ersatzbohrungen austritt.

Bild Aus Löchern in Rohren tritt eine helle Flüssigkeit ins Wasser aus.
Öl könnte noch bis August sprudeln: Die Rettung wird laut BP wohl erst mit dem zweiten Bohrloch möglich sein. keystone

Die pessimistischen Prognosen von BP bedeuten jedoch, dass der Konzern keine realistische Chance mehr sieht, das Ölleck vor Beginn der Hurrikan-Saison am Dienstag abzudichten. Die riesigen Öllachen im Golf werden nach Einschätzung von Experten keinen Einfluss auf die Entstehung von Stürmen haben. Die Wirbelstürme könnten aber das Öl noch weiter in Küstengebiete, Flussmündungen und Nebenarme hineindrücken und die Umweltschäden dort noch weiter verschlimmern.

Eine grosse Unbekannte ist zudem, was unter der Meeresoberfläche passiert. Wissenschaftler entdeckten dort erneut einen gewaltigen Schwaden aus Öl, diesmal 120 Kilometer nordwestlich von der Stelle, an der die Bohrinsel «Deepwater Horizon» vor mehr als fünf Wochen sank.

Es ist bereits der dritte Fund dieser Art, aber der erste soweit weg vom Unglücksort, berichtete die «Washington Post» am Samstag. Erst am Donnerstag berichteten Forscher der «University of South Florida», östlich des Öl-Lecks einen kilometerlangen Schwaden tief unter Wasser entdeckt zu haben.

Wie viel Öl fliesst tatsächlich aus?

Das ist die wichtigste Frage seit Beginn der Katastrophe im Golf von Mexiko. Die offizielle Schätzungen sind dabei stetig gestiegen. Lesen sie mehr...

Der Top-Kill-Versuch begann am Mittwoch. BP pumpte dabei 4,5 Millionen Liter einer Spezialmischung aus Schlamm, Zement und Müll in das Bohrloch in 1500 Metern Tiefe. Dass das Verfahren scheiterte, «jagt jedem Angst ein», räumte BP-Manager Doug Suttles ein. Seit der Explosion auf der Ölbohrplattform «Deepwater Horizon» am 20. April sind nach Schätzung der US-Regierung zwischen 68 Millionen und 151 Million Liter Öl ins Meer geflossen.

Schon jetzt ist es nach Zahlen die grösste Ölpest in der US-Geschichte. Seit Beginn der Katastrophe sind gemäss Experten rund 40'000 Tonnen Öl ins Meer gelangt. Beim Unfall des Tankers «Exxon Valdez» 1989 vor Alaska waren es 35'000 Tonnen.

Mehr als 270 Kilometer Küste und 13 Hektar Marschland seien verseucht, sagte Mary Landry von der US-Küstenwache. Mehr als 470 Vögel, 220 Schildkröten und 25 Meeressäuger sind verendet.

(sda/halp/from)

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W. Egger

Verfasst am: 31.5.2010 0:42

Iran wollte und will helfen

Iranische Bohrspezialisten hab wiederholt BP und... mehr

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S. Meier, Zürich
(Sahara Frau)
Verfasst am: 30.5.2010 22:33

Gier und Grosstechnik 5

Um aus der Katastrophe wirklich zu lernen, käme... mehr

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S. Meier, Zürich
(Sahara Frau)
Verfasst am: 30.5.2010 22:32

Gier und Grosstechnik 4

das nächste Mal nicht eine großtechnische... mehr

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