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International

Kosovo: KFOR trennt demonstrierende Albaner und Serben

Sonntag, 30. Mai 2010, 16:11 Uhr

Verbände der NATO-geführten Schutztruppe KFOR haben in Kosovo demonstrierende Albaner und Serben auseinandergetrieben, die mit Steinen aufeinander losgegangen waren. Rund 1000 Albaner hatten dagegen protestiert, dass im von Serben bewohnten Teil der Stadt Mitrovica wie in Serbien Kommunalwahlen abgehalten wurden.

Die aufgebrachten Albaner versuchten, in Mitrovica vom Süden in den von Serben bewohnten Norden vorzudringen, wie ein Kosovo-Polizeisprecher sagte.

Die KFOR sperrte die entsprechende Brücke über den Ibarfluss mit gepanzerten Fahrzeugen. Rund 300 Serben hatten zuvor auf der anderen Seite der Brücke Stellung bezogen. Die KFOR-Verbände setzten Tränengas ein, um die Parteien zu zerstreuen.

Bild Eine Strassentafel, die nach Pristina beziehungsweise nach Belgrad weist.
Ob Kosovo den Serben zugesprochen werden oder autonom sein darf, darüber scheiden sich die Geister. keystone/symbolbild


Die Albaner hatten gegen die Kommunalwahlen in Nord-Mitrovica protestieren wollen, die sie als illegal bezeichneten, weil sie die Unabhängigkeit von Kosovo verletzten.

Während die Serben in gesamt Kosovo nur noch eine kleine Minderheit bilden, stellen sie im Norden des Landes die Mehrheit. Dort hatte die serbische Regierung in Belgrad Kommunalwahlen organisiert. Die EU und die USA hatten das vergeblich kritisiert.

Unabhängigkeit von Kosovo

Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich vor zwei Jahren von Serbien abgespalten. Serbien will nun seine frühere Provinz zurück bekommen.

Bisher haben 69 Staaten diesen jüngsten europäischen Staat anerkannt. Darunter sind die grosse Mehrheit der EU-Länder (u.a. die Schweiz), die USA, Kanada, Japan, die Türkei und Saudi-Arabien.

Vor dem höchsten UNO-Gericht, dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag, hat Belgrad gegen die Unabhängigkeit von Kosovo geklagt. Nach albanischen Presseberichten an diesem Wochenende wird das IGH-Urteil am 22. Juli erwartet. Es soll sich nach diesen Informationen aber nicht klar festlegen, ob die Selbstständigkeit von Kosovo illegal war oder doch mit dem Völkerrecht zu vereinbaren ist.

(sda/bers)