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International

Operation «Top Kill» in 1500 Metern Tiefe gestartet

Mittwoch, 26. Mai 2010, 4:21 Uhr, Aktualisiert 22:58 Uhr

Der BP-Konzern hat seinen jüngsten Versuch gestartet, der Ölpest im Golf von Mexiko Herr zu werden. Experten haben mit dem «Top Kill» genannten Verfahren begonnen, mit dem die Quelle am Meeresgrund gestopft werden soll. Die Aktion ist heikel: Denn geht etwas schief, könnte das Leck sogar noch grösser werden.

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Alptraum aus der Tiefsee

BP beziffert die Erfolgschancen der in dieser Tiefe bislang noch nie angewandten Methode auf 60 bis 70 Prozent. Zuvor verzögerten aber langwierige Diagnosen auf dem Meeresgrund das ursprünglich für die frühen Morgenstunden (Ortszeit) angekündigte Manöver.

Zum Verstopfen der Ölquelle sollen mehrere tausend Liter Schlamm pro Minute in das Bohrloch gepumpt werden. Diese Prozedur werde etwa zwei Tage dauern, sagte ein BP-Sprecher.

So will BP das Bohrloch verschliessen

Auf der Internetseite des Erdölkonzerns BP können die Operation «Top Kill» und die Tests dazu live verfolgt werden.

Zunächst mussten aber Tests klären, ob das tonnenschwere Sicherheitsventil auf dem Bohrloch den enormen Druck aushält, wenn es mit schwerer Flüssigkeit beschossen wird.

Entscheidende Aktion

Die Operation wird in den USA als entscheidende Aktion im Kampf gegen die Ölpest gewertet. Alle grossen Nachrichtensender berichteten in Sondersendungen über die Fortschritte der Arbeiten.

Bild
Bei dem «Top Kill»-Verfahren wird der Schlamm dem Öl entgegen gepumpt. bp

Wenn es gelingt, das Bohrloch zu schliessen, könnte BP sich voll darauf konzentrieren, das Meer und die Küsten zu säubern, ohne dass stündlich weiterhin tonnenweise Öl ins Meer läuft. Der immer weiter zunehmende Schaden für das Meer, die Tierwelt sowie die Wirtschaft liesse sich laut Experten noch auf ein erträgliches Mass begrenzen, schrieb die «New York Times».

Sollte der Versuch in letzter Minute misslingen, ist BP nach eigenen Angaben auf einen zweiten Anlauf vorbereitet. Der Konzern könne kurzfristig einen 1,50 Meter hohen Zylinder aus Stahl über das Leck stülpen, der das Öl auffangen soll.

Weitere Kritik an BP

Über ein Rohr an der Vorrichtung könnte die Brühe nach oben in ein Schiff gepumpt werden. Vor drei Wochen war BP mit einem ähnlichen Versuch gescheitert, weil Kristalle die Leitung verstopften. Allerdings kam damals eine wesentlich grössere, 13 Meter hohe Kuppel zum Einsatz.

Zwei US-Abgeordnete übten derweil scharfe Kritik an BP: Sie erklärten am Dienstag, bereits 24 Stunden vor der Explosion der Plattform habe es einige Warnzeichen wie Druckanstieg und Flüssigkeitsverlust gegeben. Dies habe eine vorläufige BP-Untersuchung ergeben, sagten die Vorsitzenden des Energieausschusses im Repräsentantenhaus, Henry Waxman und Bart Stupak.

Der Druck wurde jedoch nicht nur auf BP grösser, sondern auch auf die US-Regierung. Es handle sich um die schlimmste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten, räumte eine Umwelt-Beraterin von Präsident Barack Obama gegenüber dem Fernsehsender ABC ein. «Ich denke, da gibt es leider keinen Zweifel.»

Angesichts des wachsenden Unmuts in der Bevölkerung will Obama am Donnerstag deutlich schärfere Regelungen für Ölbohrungen im Meer ankündigen. Die Regierung werde strengere Sicherheitsstandards und rigidere Kontrollen auf Bohrinseln einführen, hiess es aus dem Weissen Haus.

Obama und seine Regierung wurden kritisiert, dass sie zu spät auf die Umweltkatastrophe reagiert hätten. Am Freitag will der Präsident zum zweiten Mal die von der Ölpest betroffene Region besuchen, wo die Umweltschäden immer grösser werden: Unterdessen wurde das Fischfangverbot wegen des Ölteppichs um 8000 Quadratkilometer auf rund 140'000 Quadratkilometer ausgedehnt. Dies entspricht in etwa der Fläche Griechenlands.

(apn/sda/buet/stom)

Kommentare aktiv...

P. noob, Fuqing
(noob Mann)
Verfasst am: 27.5.2010 11:17

ES habe einige Warnzeichen gegeben ...

... doch niemand auf der Bohrplattform hat sich... mehr

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H. Bernoulli, Zürich
(hbernoulli Mann)
Verfasst am: 27.5.2010 6:44

Unweigerlich werden bei diesen Mengen Öl Giftstoffe in

die Nahrungskette gelangen und die Gesundheit von... mehr

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A. micko, konstanz
(an-i Mann)
Verfasst am: 27.5.2010 0:07

«Top Kill»

Wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss... mehr

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