Inhalt

Jeder dritte Katholik denkt über Austritt nach

Sonntag, 23. Mai 2010, 14:48 Uhr

Der katholischen Kirche laufen die Schäfchen in Scharen davon. Derzeit überlegt sich jedes dritte Mitglied, aus der Kirche auszutreten. Besorgniserregend ist vor allem der Trend: Jeder zweite aus der Kirche ausgetretene Katholik hat diesen Schritt in den vergangenen fünf Jahren getan.

Videoplayer
Anzahl der Kirchenaustritte steigt an (Tagesschau, 24.05.10)

11 Prozent der Mitglieder der katholischen Kirche denken «ernsthaft» über einen Austritt nach, 18 Prozent «ab und zu». Dies ist das Resultat einer Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts gfs Zürich, die von der «NZZ am Sonntag» veröffentlicht wurde. Damit erwägt knapp jeder dritte Katholik einen Austritt. Befragt wurden 1014 Personen.

Weniger hoch ist die Austrittsneigung bei den Reformierten: 8 Prozent ihrer Mitglieder denken «ernsthaft» an einen Austritt, 17 Prozent «ab und zu».

You need to upgrade your Flash Player
Get the latest Flash Player here.
Austrittsbereitschaft bei Katholiken und Reformierten Frage: «Haben Sie schon einmal daran gedacht, aus der Kirche auszutreten?» Quelle: gfs Zürich

Dass mehr Katholiken als Reformierte den Austritt aus der Kirche erwägen, ist eine neue Erscheinung. Die Studie erklärt dies damit, dass der grösste Teil derjenigen, die aus der reformierten Kirche ausgetreten sind, diesen Schritt bereits vor vielen Jahren getan hat. Dies zeigen laut «NZZ am Sonntag» auch die Zahlen der Austritte bei den Reformierten.

Mitgliederschwund beschleunigt sich

Gross war die Erosion an der Basis der katholischen Kirche in den letzten Jahren. Laut gfs-Umfrage hat die Hälfte der bislang ausgetretenen Katholiken diesen Schritt in den vergangenen fünf Jahren vollzogen.

You need to upgrade your Flash Player
Get the latest Flash Player here.
Grosser Aderlass bei den Katholiken Frage: «Wann sind Sie aus der Kirche ausgetreten?» Quelle: gfs Zürich

Als Ursache dieser Erosion vermutet Michael Krüggeler, Projektleiter des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts in St. Gallen, die Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Jahre: Die Wiederaufnahme der Pius-Brüder, die Wahl von konservativen Bischöfen sowie die Missbrauch-Skandale.

Krüggeler relativiert jedoch die aktuellen Umfrageresultate. «Bei den Katholiken gab es immer wieder Austrittswellen, wie beispielsweise bei der Ernennung von Bischof Wolfgang Haas», sagte Krüggeler der «NZZ am Sonntag».

Porträt Hans Küng

Hans Küng: Papst «verpasst viele Chancen»

Der Schweizer Theologe Hans Küng hat Papst Benedikt XVI. erneut kritisiert und ihn als Papst der «verpassten Gelegenheiten» bezeichnet. Zum Artikel

(sf/meip)

Kommentare aktiv...

P. Stauffer, Bern
(Flumi Mann)
Verfasst am: 25.5.2010 11:04

Fragen an die Kirchenaustreter

Warum steigt ihr in ein Flugzeug, wenn das... mehr

Zustimmen — 2 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 4 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

P. Keller, Bern
(kellerpm Mann)
Verfasst am: 25.5.2010 10:30

Katholiken reformiert Euch

Katholizismus minus alles was am Katholizismus... [1]  mehr

Zustimmen — 2 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 2 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

P. D., Esslingen am Neckar
(Peterle Mann)
Verfasst am: 25.5.2010 9:18

Diese gute Nachricht

gehört normalerweise an den Anfang der Seite.

Zustimmen — 6 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 1 Leser ist anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.