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International

Taliban feuern Raketen auf ISAF-Stützpunkt

Sonntag, 23. Mai 2010, 4:53 Uhr, Aktualisiert 16:10 Uhr

Radikalislamische Taliban haben den wichtigsten NATO-Stützpunkt Afghanistans bei Kandahar attackiert. Fünf Raketen wurden auf den Stützpunkt abgefeuert, mehrere Menschen wurden dabei verletzt.

Bild Ein Soldat beobachtet aus einem Schützengraben eine Explosion.
Durch die Raketeneinschläge in Kandahar wurden NATO-Soldaten und Zivilisten verletzt. reuters

Gleichzeitig mit dem Raketenangriff versuchten zahlreiche Rebellen, von der Nordseite in den Stützpunkt einzudringen, wie die NATO-Truppe ISAF mitteilte. Dort sind rund 23'000 Männer und Frauen untergebracht. Die Angreifer seien zurückgedrängt worden, hiess es in einer ISAF-Erklärung.

Dafür seien auch Kampfhelikopter eingesetzt worden. Mehrere Soldaten und Zivilisten auf dem Stützpunkt wurden verletzt und mussten behandelt werden.

Ein Taliban-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP per Telefon, seine Gruppe stehe hinter den Angriffen. Der Beschuss habe «massiven Schaden» angerichtet, 13 Soldaten seien getötet worden. Die Aufständischen neigen bei ihren Angaben zu ihren Attacken zu Übertreibungen.

Bild Karte Afghanistan.
Der Angriff erfolgte auf den ISAF-Stützpunkt in Kandahar. sf

Der Angriff wird als Hinweis dafür gewertet, dass sich die Taliban nicht dem militärischen Druck der USA und ihrer Verbündeten beugen wollen. Sowohl die NATO als auch die Aufständischen hatten vor den jüngsten Anschlägen eine «Sommer-Offensive» im Süden des Landes angekündigt.

Angriffe intensiviert

Die Taliban hatten zudem angedroht, verstärkt ausländische Diplomaten, afghanische Abgeordnete und ausländische Soldaten angreifen zu wollen. Am Dienstag war ein Selbstmordanschlag in Kabul verübt worden, am Mittwoch attackierten die Aufständischen den Flughafen von Bagram, rund 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul. Dabei wurde ein US-Zivilist getötet.

Der Angriff am Samstag erfolgte nur wenige Stunden nach einem Besuch des neuen britischen Aussenministers William Hague, der gemeinsam mit Verteidigungsminister Liam Fox den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai getroffen hatte.

Die Politiker machten in dem Gespräch klar, dass Afghanistan mehr Fortschritte machen muss, um einen baldigen Abzug der ausländischen Truppen zu ermöglichen. Grossbritannien hat 10'000 Soldaten in das Land am Hindukusch entsandt.

Sowjet-Mine explodiert

Bei weiteren Kämpfen zwischen NATO-Truppen und Aufständischen in Afghanistan kamen am Samstag mindestens zwölf Taliban-Rebellen und drei Soldaten ums Leben. Vier Zivilisten wurden am Samstag in der nördlichen Provinz Kapisa getötet, als sie bei Landarbeiten auf eine von der früheren Sowjet-Armee zurückgelassene Panzermine traten.

Am Sonntag starben zudem zwei afghanische Soldaten bei einer Patrouillenfahrt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul wurden fünf weitere Soldaten verwundet, als ein am Strassenrand deponierter Sprengsatz explodierte.

(agenturen/halp/hesa)

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M. Patrick, Hochdorf
(Kraume Mann)
Verfasst am: 23.5.2010 5:46

Quittung

Ob es den US-Streitkräften gefällt oder nicht,... mehr

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