Vermischtes
Leben im Ausnahmezustand: Messies öffnen ihre Türen
Ausserhalb ihrer vier Wände funktionieren sie normal, zuhause aber herrscht das nackte Chaos: Sogenannte Messies, abgeleitet vom englischen Wort «Unordnung». 25‘000 gibt es in der Schweiz. Meist lassen sie niemanden in ihre überfüllten Wohnungen, zu gross ist die Scham. Für die «Rundschau» haben drei Messies ihre Haustüren geöffnet.
Monica, Schauspielerin: Drei Schicksalsschläge haben sie zum Messie gemacht. Als ihre Beziehung in die Brüche ging, ihre Mutter starb und sie auch noch ihren Job verlor, entglitt ihr die Ordnung im Haushalt.
Seither sind die Fussböden zentimeterhoch belegt mit Kleidern, Zeitungen und Hausrat. «Mein Schlafzimmer sieht aus wie eine Müllhalde», sagt die 58-Jährige. Sie schlafe darum auf einem Hochbett. Selbst wenn eine Freundin beim Aufräumen hilft, ist das Chaos nach wenigen Tagen noch grösser als vorher.
Gabi, IV-Bezügerin: Sie hätte schon immer Probleme mit der Ordnung gehabt, sagt sie. Und das obwohl ihr Elternhaus immer blitzblank aufgeräumt war. «Wenn es nur um mich gehen würde, würde ich gar nichts mehr im Haushalt tun,» sagt die 35-Jährige.
Sie lebe für ihren Hund Murphy – und für ihn und ihre anderen drei Haustiere möchte Gabi wenigstens ein bisschen Ordnung schaffen. Sie überwindet ihre inneren Widerstände und engagiert Ordnungscoach Helene Karrer-Davaz.
Die «Rundschau»-Reportage zeigt, wie schwierig es Gabi nur schon fällt, die Vorhänge zu öffnen, um Licht in die Wohnung zu lassen. Helene Karrer-Davaz ist realistisch: «Eine Messie-Wohnung wird nie leer sein. Es geht darum, die Wohnung so herzurichten, dass es einem Messie wieder wohl ist.»
Das Messietum, sagt Psychotherapeut Heinz Lippuner, sei ein Symptom für psychische Probleme. Die meisten Messies leiden unter Angsterkrankungen oder Depressionen. «Die grösste Unordnung», sagt Lippuner, «herrscht in der Innenwelt dieser Menschen.»
Johannes, freier Journalist: Als Kind hätte er sich emotional vernachlässigt gefühlt, sagt der Messie, der seine innere Leere durch materielle Gegenstände zu kompensieren versucht. Der Sammelzwang hat den 66-Jährigen fest im Griff: «Ich blende das Chaos aus. Man kann vieles verdrängen, man gewöhnt sich daran.»
Mehr dazu in der Rundschau um 20.50 auf SF1.
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A. Casutt, Allschwil
)
(hermes
Verfasst am: 20.5.2010 19:15
Sammelwut kontra Messie
Eigentlich sind sterile Wohnungen mir fast ebenso... mehr
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A. Casutt, Allschwil
)
(hermes
Verfasst am: 20.5.2010 19:08
Sammelwut gleich Messie
Doch kann das sehr genau nachvollziehen, Defekte... mehr
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