Inhalt

3 Millionen Franken Schäden bei SBB durch Fussball-Randalierer

Marc Meschenmoser
Montag, 17. Mai 2010, 21:54 Uhr, Aktualisiert 22:00 Uhr

Ein Freudentaumel kann manchmal seltsame Blüten treiben. FCB-Fans sind auf der Reise von Bern nach Basel in den Lokführer-Stand eines SBB-Extrazugs eingedrungen und liessen eine Spur der Verwüstung hinter sich - kein Einzelfall. Erstmals zeigte die SBB gegenüber «10vor10», wie gross die Schäden nach solchen «Extrafahrten» sind und stellt Forderungen.

Videoplayer
Hohe Schäden wegen Fussball-Randalierern

Mehr zum Thema

Artikel bewerten

  • Durchschnittliche Bewertung: 4
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Artikel teilen

Obwohl Bahnpolizisten die zwei Extrazüge nach dem Meisterschaftsspiel YB-FCB von Bern nach Basel begleitet haben, gelangten vermeintliche Fussballfans in den Lokführer-Stand.

Zerstörter Extrazug (unkommentiert)

Dort zerstörten sie Rettungsmasken und rissen den Fahrtenschreiber heraus, so dass die Lok nicht mehr weiterfahren konnte. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Zehntausend Franken.

Viele Klubs involviert

In der abgelaufenen Fussballsaison organisierte die SBB 140 Fussball-Extrazüge – damit mögliche Randalierer nicht Passagiere in normalen Zügen stören.

Ein Engagement, das die SBB teuer zu stehen kommt, wie Recherchen von «10vor10» zeigen: 3 Millionen Franken Schäden verursachten Fussball-Randalierer praktisch aller Klubs in den Extrazügen.

SBB stellt zwei Hauptforderungen

SBB-Sprecher Reto Kormann sagt gegenüber «10vor10»: «Wir haben Schäden praktisch jedes Wochenende. Wir wollen das unseren Kunden und unseren Mitarbeitern nicht mehr länger zumuten.» An den Schäden sind Randalierer praktisch aller Super-League Klubs beteiligt.

SBB-Sprecher Kormann über die Forderungen der SBB

Jetzt fordert die SBB von Fussball-Liga und Klubs konkrete Massnahmen um das Problem zu bekämpfen. SBB-Sprecher Reto Kormann: «Klubs sollten mehr Verantwortung übernehmen müssen für das Verhalten ihrer Fans in Bahnhöfen und Zügen. Jene, die die Schäden verursachen, sollten auch für die Schäden aufkommen.»

Die SBB geht noch weiter und will gar gewalttätige Fans ab der neuen Saison nicht mehr transportieren. «Wir sollten von der Transportpflicht befreit werden. Gewaltbereite Fans wollen wir nicht mehr transportieren», so Kormann.

Viele Vereine schweigen

Die Swiss Football League (SFL) sowie zahlreiche Spitzenvereine wollten sich gegenüber «10vor10» nicht zur Kostenübernahme durch die Klubs äussern.

Als einziger Verein schreibt der FC Basel gegenüber: «Der FC Basel unternimmt seit Jahren grosse Anstrengungen mit Fanbegleitern, um bei Auswärtsspielen Schäden in Extrazügen zu vermeiden. Schäden bedauert der FCB ausdrücklich. Allfällige Konsequenzen wird der FCB direkt mit den SBB regeln.»

Kommentare aktiv...

P. Christener
(pchristener Mann)
Verfasst am: 20.5.2010 8:08

Fussball gehört verboten

Wenn der FCB 15 Mio. für Alex Frei bezahlen... mehr

Zustimmen — 2 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 2 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

P. Pogger, Luzern
(Piet10 Mann)
Verfasst am: 18.5.2010 15:31

Fan-Transporte

Für Fan-Transporte wären Güterwagen gut genug... [1]  mehr

Zustimmen — 36 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 5 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

D. Boskoop, Zürich
(chrimo Mann)
Verfasst am: 18.5.2010 14:20

Zitat:

"Der FC Basel unternimmt seit Jahren grosse... mehr

Zustimmen — 25 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 6 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.