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Tausende protestieren gegen Millionen-Boni und Sozialabbau

Samstag, 1. Mai 2010, 17:40 Uhr, Aktualisiert 17:54 Uhr

Am Tag der Arbeit sind schweizweit Tausende auf die Strasse gegangen. Sie protestierten gegen gierige Manager und ihre Helfershelfer in der Politik sowie gegen Sozialabbau. In den Reden dominierten die Themen Millionen-Boni und Abzocker.

SP-Präsident Christian Levrat sagte in Chur und Stäfa (ZH), mit ihren riesigen Salären und Boni verhöhnten die Ospels, Dougans und Vasellas die Arbeit und die Mühen der Arbeitnehmenden. Zwar sei das Volk geduldig, aber diese Geduld habe Grenzen, warnte der Freiburger Nationalrat.

Bild Zahlreiche Menschen mit Regenschirmen.
In zahlreichen Kantonen hörte die Bevölkerung die 1.Mai-Reden. keystone

Auch die höchste Schweizerin, Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer Wyss (SP/AG), wandte sich gegen überrissene Boni. In Baden (AG) forderte sie nationale und internationale Regeln, um Exzessen einen Riegel zu schieben.

Grenzenloser Zynismus

Der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Paul Rechsteiner, prangerte den «grenzenlosen Zynismus» der Banker an. Das herrschende System sei korrupt, sagte er in Uster (ZH).

Die «Kaste von Bankern, die mit dem Volksvermögen zocken», seien die wirklichen Asozialen. Sie steckten die Vermögen gleich selbst ein und verordneten zugleich Sozialabbau und Sparprogramme.

Er erinnerte daran, dass vor anderthalb Jahren das Bankenwesen mit gigantischen Staatsinterventionen gerettet werden musste - allein in der Schweiz mit 68 Milliarden Franken.

Widerstand angekündigt

Den Preis zahle die Bevölkerung, sagte Rechsteiner und verwies auf den Abbau bei der Arbeitslosenversicherung (ALV), den die bürgerlichen Parteien im Parlament durchgesetzt haben. Dagegen haben Gewerkschaften, SP und Grüne das Referendum ergriffen.

Auch SP-Präsident Levrat rief zum Widerstand auf. Bürgerliche und Bundesrat beabsichtigten, die Banken zu schonen und die Arbeiterinnen und Arbeiter den Preis zahlen zu lassen.

«Riesenkraken» Grossbanken

In Basel, wo die Grossbank UBS einen ihrer Sitze hat, verlangte Unia-Co-Präsident Andreas Rieger vor rund 1500 Demonstranten, es sei «höchste Zeit, die Herrschaft der Riesenkraken Grossbanken abzuschütteln». Diese hielten die Schweiz im Würgegriff.

Rieger forderte eine Parlamentarische Untersuchungskommission, um den «Filz» zwischen Grossbanken und Politik auszuleuchten.

Er forderte zudem Finanzminister Hans-Rudolf Merz (FDP) zum Rücktritt auf. Am Rande der Kundgebung «enteigneten» einige Demonstranten mit Hilfe eines grossen Transparents an der Fassade ein Gebäude der UBS.

8000 Demonstranten in Zürich

Die grösste Demonstration fand in Zürich statt, wo rund 3000 Menschen trotz nasskalten Wetters durch die Innenstadt zogen. Da es in Zürich am 1. Mai traditionsgemäss bei Nachdemonstrationen zu Krawallen kommt, war die Polizei mit einem Grossaufgebot vor Ort; Wasserwerfer wurden in Stellung gebracht.

Demo bei stillgelegter Kartonfabrik

Friedlich blieb es in Deisswil bei Bern: Dort machten rund 100 Menschen ihrer Wut darüber Luft, dass Anfang April die Kartonfabrik des Dorfes von den österreichischen Besitzern Knall auf Fall geschlossen worden war.

(sda/hesa)

Kommentare aktiv...

C. Klein, Zürich
(Klein Mann)
Verfasst am: 1.5.2010 21:45

Rezepte von Gestern!

Liebe Gewerkschaften, ihr erzählt jedes Jahr den... [1]  mehr

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A. Schweigler, Truttikon
(mycky Mann)
Verfasst am: 1.5.2010 19:33

Hexenverbrennung für einen Tag ????

Es sind nicht nur die Banken was ist mit den... mehr

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